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Ländliches SeminarSeminar

23.01.2016

Warum es den Boden zu schützen gilt

Die Katholische Landvolkbewegung hatte im Rahmen der ländlichen Seminarreihe erneut nach Gundelsdorf eingeladen. Max Stadler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen a. d. Ilm referierte zum Thema „Boden, der uns trägt – vom Wert der Erde.“
Bild: Xaver Ostermayr

Aichacher Landvolk befasst sich in Gundelsdorf mit dem Wert der Erde

„Boden, der uns trägt – vom Wert der Erde“ war das Thema eines Vortrags im Rahmen der ländlichen Seminarreihe der Katholischen Landvolkgemeinschaft Aichach im Gasthaus zur Post in Gundelsdorf. KLB-Schatzmeisterin Ulrike Meitinger aus Aichach-Knottenried freute sich über den zahlreichen Besuch.

Referent war Max Stadler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen an der Ilm, hier tätig im Fachzentrum für Agrarökologie. „Die Erde ist für alle da, die dürfen wir nicht aufessen wie einen Apfel“, mahnte Stadler, auch Dozent an der Technischen Hochschule Ingolstadt, gleich zu Beginn.

Die Weltbevölkerung wachse ständig. 7,4 Milliarden Menschen leben auf der Erde, derzeit kommen jede Sekunde im Schnitt 2,6 Erdenbürger zur Welt. Den größten Zuwachs gibt es prozentual in Afrika. All diese Menschen gelte es zu ernähren, betonte Stadler. Dabei spielt der Zustand des Bodens eine entscheidende Rolle. Als Lebensgrundlage sei er besser zu schützen.

Erschreckend sei, dass jedes Jahr etwa 13 Millionen Hektar Wälder gerodet werden. Wertvolle Böden gingen auch durch Versalzung, Versiegelung und Erosion verloren. Zerstörter Boden brauche aber sehr lange, bis er sich regeneriert, so Stadler. Dabei sei er eine bedeutende und in Zukunft nicht vermehrbare Georessource. Fruchtbares Ackerland werde weiter zurückgehen. „Aber Humus ist der Motor, der unsere Böden antreibt.“

Der Boden ist nicht nur Lebensraum für ein artenreiches Bodenleben, er speichert zudem Kohlenstoff, Pflanzennährstoffe sowie Wasser. In einer Handvoll gesunder Erde gibt es mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde, es tummeln sich darin zehn Milliarden Tierchen, Pilze und Bakterien, so Stadler. 2600 Kilogramm Bodentiere und Organismen leben auf einem Hektar. Regenwürmer und andere Bodentiere tragen zur Lockerung, Durchlüftung und Wasserspeicherung des Bodens bei. „Wenn keine Luft im Boden ist, wird kein oder nur schwer Wasser aufgenommen“, sagte Stadler, der auch im Biogas Forum Bayern mitwirkt. Dabei ist vor allem auch der Regenwurm für eine intensive Bodenbearbeitung zuständig. „Der Regenwurm geht bis 1,5 Meter in den Boden. Die Regenwurmröhre ist für die Pflanzenwurzeln die Autobahn in die Tiefe“, informierte der Referent.

Max Stadler hatte Vorschläge parat: Bestimmte Bodenpilze fördern und den Zwischenfruchtanbau nicht aus den Augen verlieren, der die nötige Vielfalt auf den Acker bringt. Aber auch auf den Reifendruck der Fahrzeuge sei zu achten. „Wenn der Luftdruck des Reifens zu hoch ist, muss der Boden nachgeben“, meinte der Referent. Der Boden sei nur begrenzt belastbar. Auch Dünger könne sehr schnell zu viel sein. Für Stadler gilt: „Ein Umdenken ist nötig, neue Lösungen sind zu suchen.“ Er zeigt auch Videos von der Bodenbewirtschaftung in Tansania, wo er einige Jahre gearbeitet hat.

Dem Referat schloss sich eine rege Diskussion an, die KLB-Vorsitzender Jakob Riedlberger aus Klingen einleitete. Themen waren vor allem die schweren Ackermaschinen, die Ertragssteigerung, der Biolandbau und die Gentechnik. „Erträge steigern ist in Ordnung, aber nicht zulasten der Ressourcen“, betonte der Referent. „Lokale Ernährung bringt Sicherheit und Unabhängigkeit.“

Die Abschlussveranstaltung im Rahmen des Ländlichen Seminars findet am Dienstag, 26. Januar, ab 19.45 Uhr im Gasthof zur Post in Gundelsdorf statt. Es spricht Landtagsabgeordneter Alex Dorow aus Landsberg zum Thema „Opfer der Medien?“

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