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Engagement

17.12.2015

Warum wir helfen

Die drei freiwilligen Helferinnen mit ihren Schülern: Clara Jung (von links), Lena Schulz und Melanie Nießl geben in Hollenbach Deutschunterricht für Asylbewerber.
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Die drei freiwilligen Helferinnen mit ihren Schülern: Clara Jung (von links), Lena Schulz und Melanie Nießl geben in Hollenbach Deutschunterricht für Asylbewerber.
Bild: Melanie Nießl

Melanie Nießl gibt zusammen mit zwei Freundinnen Deutschunterricht für Asylbewerber. Wie die Flüchtlinge und sie selbst davon profitieren, erzählt sie hier.

Mit der Idee, gemeinsam etwas Gutes zu tun, fing alles an. Vor einem Jahr haben wir uns überlegt, ehrenamtlich zu helfen. Immer wieder haben wir darüber gesprochen, aber nichts umgesetzt – bis vor ein paar Monaten.

Über die Freiwilligenagentur in Aichach haben wir uns informiert, in welchen Orten Hilfe benötigt wird. Auch wenn es verschiedene ehrenamtliche Tätigkeiten gibt, wollten wir von Anfang an im Asylbereich helfen. Als immer mehr über das Thema, sein Für und Wider, geredet wurde, haben wir gesagt, dass es gut ist, Flüchtlinge aufzunehmen. Und dass wir den Menschen, die zu uns nach Deutschland kommen, dabei helfen wollen, sich hier zu integrieren. Nach mehreren Telefonaten und Treffen haben wir uns schließlich entschlossen, in der Gemeinde Hollenbach aktiv zu werden.

"Zu Beginn des Unterrichts sehe ich es immer als Pflicht, aber nach ein paar Minuten genieße ich es einfach nur noch"

Seit gut zwei Monaten geben wir nun jeden Mittwochabend einen Deutschkurs für Asylbewerber aus Hollenbach. Junge Erwachsene im Alter von 19 bis 28 Jahren kommen jede Woche in unseren Unterricht, um neben der Schule ihr Deutsch zu verbessern. Mit den Flüchtlingen üben wir zum Beispiel die deutsche Grammatik, die Steigerungsformen oder wann welcher Artikel verwendet wird. Meist arbeiten wir dazu mit Übungsblättern oder an der Tafel.

Warum wir helfen

Eine der Helferinnen ist meine Freundin Lena Schulz aus Aichach. Die 21-Jährige engagiert sich gerne ehrenamtlich, wie sie sagt: „Zu Beginn des Unterrichts sehe ich es immer als Pflicht, aber nach ein paar Minuten dort genieße ich es einfach nur noch. Es macht einfach Spaß und Freude.“ Lena ergänzt: „Ich finde es schön, dass wir dort wirklich helfen können.“

Auch für die Dritte im Bunde, Clara Jung, 21, aus Aichach, ist der Unterricht nicht nur Arbeit. „Nicht nur den Asylbewerbern, auch mir bringt der Unterricht ziemlich viel, weil ich da richtig abschalten kann“, erzählt sie. „Es macht einfach Spaß, die glücklichen und dankbaren Gesichter der Jungs zu sehen, weil man ganz genau weiß, dass sie es nicht für selbstverständlich nehmen.“

Das Deutsch der Flüchtlinge wird immer besser

Die Arbeit nimmt viel Zeit in Anspruch. Doch das Schöne ist, dass viel von den Jungs zurückkommt. Woche zu Woche merken wir ihre Fortschritte. Das sieht auch Lena so: „Heute können wir uns mit Jungs, die Anfang September schon gut gesprochen haben, problemlos unterhalten.“ Teils seien jene, die vor drei Monaten noch kein Wort Deutsch sprachen, heute als erstes mit ihren Arbeitsblättern fertig. Clara erzählt: „Auf jeden Fall merken wir eine Verbesserung, weil die Jungs einfach richtig fleißig sind und auch schnell Sachen aufnehmen. Da hab ich schon großen Respekt vor.“

Zwei Asylbewerber, die regelmäßig den Deutschkurs besuchen, sind der 23 Jahre alte Desale und der 28-jährige Zerom. Das Deutsch der beiden Eritreer wird von Woche zu Woche besser. „Es macht Spaß zu lernen und es bringt uns wirklich viel“, sind sie sich einig.

Das motiviert: Vor allem für die Zukunft möchten wir den Flüchtlingen noch weiter helfen und auch ihre Freizeit etwas mitgestalten. „Ich hoffe, dass sich jeder der Flüchtlinge etwas öffnet und die Angst verliert“, sagt Clara. „Und dass die super Kerle, die dabei sind, die auch was im Hirn haben und unfassbar schlau sind, weit kommen. Und auch irgendwie ihre Familie wiedersehen.“

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