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Aichach-Friedberg

18.12.2020

Weihnachten: So halten es die Pfarreien im Wittelsbacher Land

So voll wird es in diesem Jahr rund um Stadtpfarrer Herbert Gugler in der Aichacher Stadtpfarrkirche nicht sein. Corona prägt auch die Weihnachtsfeiern in den Kirchen.
Bild: Erich Echter (Archivbild)

Plus Nächtliche Metten und überfüllte Kirchen wird es an Weihnachten wegen der Corona-Auflagen nicht geben. Die Pfarreien im Aichacher Land bieten Alternativen.

Krippenspiele wird es in diesem Jahr, bis auf eine Ausnahme, bei Weihnachtsgottesdiensten im Aichacher Land nicht geben. Stattdessen haben sich die Pfarreien wegen der Corona-Beschränkungen Alternativen einfallen lassen. Die reichen von Video-Aufzeichnungen bis hin zu Gottesdiensten im Freien. Auch die Christmetten finden so statt, dass Besucher rechtzeitig zum Beginn der Ausgangssperre um 21 Uhr daheim sein können.

Menschen müssen sich für die Weihnachtsmessen anmelden

Die Ostergottesdienste hatten die Pfarrer im Frühjahr ohne Besucher in den Kirchen feiern müssen. Dekan Stefan Gast, Wallfahrtspfarrer in St. Leonhard in Inchenhofen, machte damals aus der Not eine Tugend und ließ die Osternacht live über das Videoportal Youtube im Internet übertragen. Weit über 1000 Zuschauer seien es gewesen, die sich das angesehen hätten, freut er sich noch heute darüber. Auch für Weihnachten plant Gast eine Liveübertragung der Christmette. Statt wie üblich in der Nacht finden die Gottesdienste in der Pfarreiengemeinschaft diesmal früher statt. Bereits um 18 Uhr ist die Christmette für Inchenhofen und Igenhausen, um 19.30 Uhr findet sie für Hollenbach und Sainbach statt. Zum Zeitrahmen sagt Dekan Gast: „Sie haben eine normale Gottesdienstdauer.“ Für alle Messfeiern muss man sich im Pfarrbüro anmelden.

Das gilt auch für die vier Krippenandachten für Kinder. Sie ersetzen das Kinderkrippenspiel, das ausfallen muss. Bei den Andachten werde, so Gast, das Evangelium auf eine kindgerechte Art vorgelesen. Sie finden um 14 und 14.45 in der Kirche in Hollenbach und um 15.45 und 16.30 Uhr in der Inchenhofener Wallfahrtskirche statt. Außerdem soll eine Aufzeichnung am Heiligen Abend ebenfalls über das Videoportal gesendet werden.

In Affing sind an Weihnachten Wortgottesdienste im Freien geplant

Auch in der Pfarreiengemeinschaft Affing müssen sich die Besucher der Christmette anmelden. Damit wolle man verhindern, an Weihnachten Besucher an der Türe abweisen zu müssen, sagt Pfarrer Max Bauer und ergänzt: „Das möchten wir keinem antun.“ Die Christmetten finden um 17.30, 18.45 und 20 Uhr statt. Jeweils um 16 Uhr ist eine Art Wortgottesdienst im Freien geplant. Und zwar in jeder der sechs Pfarreien. Pfarrer Bauer sagt: „Hier kann jeder kommen, ohne Anmeldung.“ Wie die Andacht genau ablaufen wird, weiß er noch nicht. Eines steht aber fest: „Es kommt sicherlich die Weihnachtsgeschichte vor.“

Ein klassisches Krippenspiel wird es auch in Affing nicht geben. Um den Auflagen zu entsprechen, müssten Maria und Josef aus der gleichen Familie kommen. Außerdem durften auch keine Proben stattfinden. Bauer sagt: „Ich bin froh, dass wir die Gottesdienste feiern können.“

Die evangelische Kirchengemeinde feiert am Grubethaus

„Ein bisschen spontaner als sonst“ wird laut Pfarrer Winfried Stahl der Weihnachtsgottesdienst in der evangelischen Kirchengemeinde Aichach-Altomünster. Von den insgesamt drei Gottesdiensten finden zwei im Freien statt. Der erste ist um 14.30 Uhr vor dem Gemeindezentrum in Altomünster. Sterne auf der Wiese markieren für Erwachsene die Abstände. Die Kinder führen auf der Terrasse ein Krippenspiel auf, das Stahl zu zwei Dritteln selbst geschrieben hat. Um 16.30 Uhr ist am Grubethaus in Aichach ein Waldgottesdienst mit Trompete und Hornist. Fackeln beleuchten die Szenerie. Altar und Weihnachtsbaum stehen auf der Terrasse, die Besucher im Grünen. Der dritte Gottesdienst findet um 17 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche in Aichach statt. Besucher müssen sich dafür anmelden. Bei den Freiluftgottesdiensten ist laut Stahl eine Anmeldung erwünscht.

Herbert Gugler ist seit 2014 der Stadtpfarrer von Aichach.
Bild: Martin Ruhland (Archivbild)

Auch die Heiligen Drei Könige werden am 6. Januar voraussichtlich nicht von Tür zu Tür gehen. Dekan Gast hat bereits entschieden, dass sie nicht durch die Gemeinde ziehen werden. Mit Blick auf die Auflagen sagt er: „Ich kann das nicht verantworten.“ Affings Pfarrer Bauer wartet noch ab: „Wir entscheiden spontan und müssen schnell handeln.“ Alle Pfarreien wollen sich etwas überlegen, wie sie den Segen in die Häuser bringen und Spenden für das Kindermissionswerk sammeln können. Pfarrer Bauer sagt: „Es ist eines der größten Spendenwerke der Welt. Davon hängen ganz viele Projekte ab.“

Die Kindermette um 16 Uhr in Aichach ist schon ausgebucht

In der Aichacher Stadtpfarrkirche ist die Christmette um 16 Uhr bereits ausgebucht. Noch freie Plätze gibt es in der Seniorenmette um 18 Uhr oder der Christmette um 19.15 Uhr. Nachdem die Telefonanlage im Pfarrbüro ausgefallen war, sei die Anmeldefrist auf Dienstag, 22. Dezember, verlängert worden, sagt Stadtpfarrer Herbert Gugler. Das Umplanen der Messen empfand er als weniger tragisch. Bis auf die Christmette um 23 Uhr hätten alle anderen Planungen bereits zu den neuen Auflagen gepasst.

Auch in der Pfarreiengemeinschaft Aichach gibt es eine Mischung aus Angeboten in der Kirche und im Freien. In Oberbernbach zum Beispiel kann ab 14.30 Uhr die Weihnachtsgeschichte an Stationen rund um die Kirche erlebt werden. In Walchshofen findet um 16 Uhr im Hof neben der Kirche eine Kinderkrippenfeier statt. Die genauen Gottesdienstzeiten stehen auf der Internetseite der Pfarreiengemeinschaft. Manches wird auch wieder auf Youtube übertragen. Der Stadtpfarrer ist stolz: „Wir haben mittlerweile 1020 Abonnenten.“

Lesen Sie auch den Kommentar zum Thema: Dieses Weihnachten ist eine Herausforderung für die Pfarreien

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