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Schulbeginn

10.09.2019

Weniger Erstklässler im Wittelsbacher Land

Für 1146 Kinder aus dem Wittelsbacher Land beginnt heute ein neuer Lebensabschnitt – die Erstklässler machen sich auf den Weg in die Schule. Von den aktuellen Diskussionen um Digitalisierung haben sie noch keine Ahnung. (Symbolfoto)
Bild: Thomas Warnack, dpa

Der Einschulungskorridor macht sich bemerkbar. Mehr Kinder bleiben ein Jahr länger im Kindergarten. Die Digitalisierung an Schulen beschäftigt das Schulamt.

Wenn am Dienstag die Schule anfängt, dann erleben etwas weniger Kinder als im Vorjahr ihren ersten Schultag. Mit 1146 ist die Zahl der Erstklässler im Wittelsbacher Land gegenüber dem Vorjahr (1228) leicht rückläufig. Das berichtet Schulamtsdirektorin Ingrid Hillenbrand.

Das liegt laut Hillenbrand vor allem an dem sogenannten dreimonatigen „Einschulungskorridor“. Er gilt für Erstklässler, die zwischen Juli und September Geburtstag haben. Von den 347 Kindern im Landkreis, auf die das zutrifft, wurden 174 eingeschult.

Neu ist ab diesem Schuljahr, dass die endgültige Entscheidung darüber nicht mehr beim Schulleiter, sondern bei den Eltern liegt. Ab dem kommenden Jahr wird die Schulanmeldung für Grundschüler deshalb einen Monat früher, also bereits im März, erfolgen. Eltern müssen bis spätestens 10. April entscheiden, ob ihr Kind im Schuljahr 2020/21 eingeschult oder erst ein Jahr später schulpflichtig wird.

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Bei den Schülerzahlen ist die Talsohle durchschritten

Die Schülerzahlen an den Grund- und Mittelschulen im Wittelsbacher Land sind relativ konstant. 4839 Schüler (Vorjahr 4783) besuchen die Grundschulen, 2055 (2041) die Mittelschulen. Tatsächlich sei das Wittelsbacher Land einer der wenigen Landkreise mit steigenden Schülerzahlen, so die Schulamtsdirektorin. Die Talsohle, in der die Schülerzahlen immer weiter sanken, sei durchschritten, war sie erleichtert.

Im Schnitt besuchen etwa 21 Grundschüler eine Klasse, was in etwa der Klassenstärke des Schuljahres 2018/19 entspricht. Nur wenig größer geworden sind die Klassen in den Mittelschulen. Statistisch gesehen teilen sich hier 20 Schüler ein Klassenzimmer. Letztes Schuljahr waren es 19,8. Mehr als 90 Prozent aller Klassen zählen zwischen 16 bis 28 Schüler. Nur an der Mittelschule Pöttmes gibt es eine Klasse, die mehr als 28 Schüler hat.

Steigende Zahlen haben mehrere Ursachen

Die leicht steigenden Schülerzahlen an den Mittelschulen erklärt sich Schulamtsdirektorin Claudia Genswürger zum einen mit dem demografischen Wandel, zum anderen mit dem besseren Stand, den die Schulform inzwischen in der Bevölkerung hat: „Sie wird inzwischen als Alternative gesehen; insbesondere, weil Fachkräftemangel herrscht.“

Bei den Ausbildungsplätzen würden die Mittelschüler eine gute Quote erreichen, freut sie sich. 54 Prozent der Neuntklässler beginnen eine duale Ausbildung, zwölf Prozent eine schulische Ausbildung, 14 Prozent gehen weiter zur Schule und etwa acht Prozent waren im Juli noch unschlüssig.

Ein großes Thema, das das Schulamt beschäftigt, ist die Digitalisierung. Es geht unter anderem um die Fortbildung von Lehrern und die Ausstattung von Klassenzimmern mit digitalen Medien. Insgesamt rund 5,6 Millionen Euro aus dem Förderprogramm des Bayerischen Kultusministeriums für die digitale Infrastruktur sind für die Schulaufwandsträger im Landkreis eingeplant. Die dafür notwendigen Konzepte haben die Grund- und Mittelschulen bereits erstellt, wie Schulamtsdirektorin Ingrid Hillenbrand sagt. Für das neue Pflichtfach Informatik, das ab heuer vorerst in zwei Jahrgangsstufen eingeführt wird, ist eine Schule im Landkreis eine Referenzschule.

Informatik wird an Mittelschulen zum Pflichtfach

Im Bereich Digitales sind sowohl die Schüler als auch die Lehrer betroffen. Für alle Lehrkräfte aller Schularten gilt, dass sie im Rahmen der flächendeckenden Fortbildungsoffensive in der Digitalen Bildung fünf onlinegestützte Selbstlernkurse absolvieren müssen. Ein Koordinator unterstützt seit dem Schuljahr 2018/19 die Schulen bei der Umsetzung der digitalen Klassenzimmer. Seine Stunden sind aufgestockt worden.

Neu ist, dass Informatik als Pflichtfach an der Mittelschule eingeführt wird. Heuer nur in den fünften und siebten Klassen, die anderen Jahrgangsstufen folgen. Das Wahlfach Informatik bleibt als „Informatik und digitales Gestalten“ neben dem Pflichtfach bestehen. Als Referenzschule für das neue Pflichtfach Informatik gibt die Mittelschule Merching Rückmeldungen an das Kultusministerium.

Zahlen zum neuen Schuljahr

  • Schülerzahlen Im neuen Schuljahr werden 4839 Grundschüler (Vorjahr 4783) in 229 Klassen erwartet und 2055 Mittelschüler (Vorjahr 2041) in 103 Klassen.
  • Erstklässler Der Landkreis begrüßte 1146 Schulanfänger in den Grundschulen (Vorjahr 1228).
  • Grund- und Mittelschulen Es gibt 25 Grundschulen im Wittelsbacher Land und elf Mittelschulen in folgenden vier Schulverbünden: Wittelsbacher Land Nord (Aindling, Hollenbach, Pöttmes), Aichach-Kühbach (Aichach, Kühbach), Friedberger Land (Dasing, Friedberg, Sielenbach, Stätzling-Derching), Wittelsbacher Land Süd (Kissing, Merching).
  • Lehrer Insgesamt unterrichten 455 Lehrer (vergangenes Schuljahr 481), davon 332 aktive Lehrer (360), 42 Lehramtsanwärter, 67 Fachlehrer (63) und 14 Förderlehrer (16).
  • Zweitqualifizierte Jeweils ein Zweitqualifizierter ist neu an den Grund- und Mittelschulen. Bei diesen handelt es sich um Gymnasial- oder Realschullehrer, die eine weitere Qualifizierung erworben haben. Neun (fünf davon an Mittelschulen) sind im zweiten Jahr beschäftigt, einer beginnt seine einjährige Probezeit in der Mittelschule, vier sind bereits fertig.
  • Mobile Reserve Geplant sind 739 Stunden, davon 673, die von 37 Lehrern übernommen und 66, die von fünf Fachlehrern abgehalten werden können.
  • Personaländerungen Folgende Lehrer und Konrektoren treten eine neue Stelle an: Marco Bichlmaier wird Schulleiter an der Grundschule Inchenhofen, Kristina Fischer stellvertretende Schulleiterin an der Theresia-Gerhardinger Grundschule Friedberg, Barbara Kiemle stellvertretende Schulleiterin an der Grundschule Mering. Konrektor Johannes Klier (Pöttmes) wird Schulleiter an der Grund- und Mittelschule Kühbach. Rektorin Martina Ritzel (Griesbeckerzell) übernimmt das Amt der Personalratsvorsitzenden. Noch zu besetzen sind die Konrektorenstellen an der Grund- und Mittelschule in Pöttmes und der Grundschule Friedberg-Süd.
  • Fördergelder Folgendes Budget hat das Kultusministerium für die Schulaufwandsträger im Landkreis für die digitale Bildungsinfrastruktur vorgesehen: Landkreis 2,86 Millionen Euro, Adelzhausen 55 300 Euro, Affing 82 300 Euro, Aichach 409 000 Euro, Aindling 180 000 Euro, Dasing 117 000 Euro, Eurasburg 39 400 Euro, Griesbeckerzell 52 200 Euro, Hollenbach 77 700 Euro, Merching 138 400 Euro, Mering 213 100 Euro, Pöttmes 141 300 Euro, Rehling 37 500 Euro, Ried 49 100 Euro, Schiltberg 30 100 Euro, Sielenbach 26 100 Euro, Willprechtszell 37 000 Euro. (drx)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Eva Weizenegger: Mehr digitale Bildung für Schüler in Aichach-Friedberg

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