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Kommunalwahl 2020

24.02.2020

Wer folgt in Obergriesbach auf die Ära Schwegler?

In Obergriesbach steht ein Wechsel an: Bürgermeister Josef Schwegler tritt nach drei Jahrzehnten im Amt nicht wieder an.
Bild: Erich Echter

Plus Josef Schwegler tritt nach drei Jahrzehnten im Amt nicht wieder bei der Bürgermeisterwahl in Obergriesbach an. Was er sich für die Zukunft wünscht.

Noch hängt am Wohnhaus von Obergriesbachs Bürgermeister Josef Schwegler dieses Schild: „Wohnung des I. Bürgermeisters“. Seit 30 Jahren leitet Schwegler die Geschicke der Gemeinde. Er ist damit der Bürgermeister im Wittelsbacher Land, der am längsten im Amt ist. Zu Silvester 1989/1990 liebäugelte er noch mit dem Gedanken, erstmals für den Gemeinderat zu kandidieren. Wenige Tage vor der Nominierungsveranstaltung jedoch wurde er mit der Idee regelrecht überfallen, als Bürgermeister zu kandidieren.

Josef Schwegler

Nach einigen Gesprächen stand fest, dass es der damals 34-Jährige versuchen will. Es sollte gelingen. 1990 und 1996 setzte sich Schwegler gegen seine Gegenkandidaten durch. In den drei folgenden Wahljahren 2002, 2008 und 2014 gab es keinen zweiten Bewerber und Schwegler wurde bestätigt. Ab Mai geht er nun mit 65 Jahren in Rente. Bis dahin werden vornehmlich Daniel Schulz und Jürgen Hörmann als Zweiter und Dritter Bürgermeister die Amtsgeschäfte in Obergriesbach leiten. Im Sommer fiel Schwegler aus gesundheitlichen Gründen längere Zeit aus, seither tritt er kürzer. Wenn er nicht gerade seine restlichen Urlaubstage nimmt, kümmert sich Schwegler darum, die Unterlagen in der Gemeindekanzlei auf Vordermann zu bringen.

In Obergriesbach gab es zwei potenzielle Nachfolger für Schwegler

Auch organisiert er die Wahl im Ort, die besiegelt, wer ihm auf dem Chefsessel des Rathauses folgt. Zwei potenzielle Nachfolger aus Obergriesbach signalisierten ihr Interesse: die amtierenden Gemeinderäte Gerhard Kinzel und Hans Willer. Wie sie die Wahl regeln wollten, obgleich sie beide für die Dorfgemeinschaft Obergriesbach-Zahling kandidieren wollten, war lange unklar. Bis Jürgen Hörmann aus dem Ortsteil Zahling im Oktober ebenfalls seinen Hut in den Ring warf und erklärte, für den Wählerblock als Bürgermeisterkandidat ins Rennen zu gehen. Damit war klar, dass es zwischen Kinzel und Willer zur Entscheidung bei der Nominierungsveranstaltung kommen würde. Willer ging als Kandidat der Dorfgemeinschaft hervor und Kinzel entschied sich dagegen, als CSU-Bewerber anzutreten.

Der alte Funkmast, der den Bürgern im Ort die Funkverbindung ermöglicht, ist nur noch wenige Wochen geduldet. Dann soll das alte Brauereigebäude weichen und Platz schaffen für eine attraktive Wohnbebauung.
Bild: Stefanie Brand

Womit sich der neue Rathauschef und auch der neue Gemeinderat beschäftigen müssen, ist seit Jahren Thema im Ort. In Zahling sind Wasser-, Kanalleitungen und Straßen zu erneuern. Der Neubau des Bauhofs steht an, das alte Schulgebäude muss saniert werden und auch die Frage, ob die Betreuungsplätze in Kindergarten und Krippe ausreichen werden, ist noch offen.

In Obergriesbach steht eine Entscheidung über den umstrittenen Funkmasten an

Und: Die umstrittene Entscheidung über den Funkmast steht an. Mit dem Abbau des alten Mastes werden die Maßnahmen auf dem Schlossberg angestoßen, die wegen etwaiger Bodendenkmäler zeitlich unkalkulierbar sein könnten. Tatsache ist, dass hier in der Ortsmitte Wohnraum entsteht. „24 Jahre lang habe ich es geschafft, die Gemeinde voranzubringen“, sagt der amtierende Bürgermeister rückblickend. Doch die letzten sechs Jahre seien schwierig geworden. Zähe Entscheidungsprozesse und die Preisexplosion im Baubereich verhagelten Schwegler nicht selten die Pläne. Pläne, die schon längst hätten umgesetzt werden sollen – je früher, desto günstiger. Auch wenn der Rathauschef der vergangenen Jahrzehnte aktuell viel in seinen Archiven und damit in der Vergangenheit wühlt, hat er doch einen klaren Wunsch für die Zukunft: Im Gremium sollten Räte sitzen, die „vernünftig denkend die Gemeinde nach vorne bringen“, wünscht sich Schwegler. Dabei sei es nicht nötig, dass jede Entscheidung immer einstimmig sei. Dass „demokratische Entscheidungen von allen getragen werden“, sei jedoch in seinen Augen das, was einen „würdigen Gemeinderat“ ausmacht.

Die Gemeinderatskandidaten

Dorfgemeinschaft Obergriesbach-Zahling Stefan Asam, Daniel Schulz, Johann Greppmeier, Johannes Asam, Hans Willer, Lorenz Mahl, Markus Mayer, Christoph Schweitzer, Norbert Wuddel, Gerhard Kinzel, Anja Klein, Thomas Hartmann, Patricia Lindermayr, Ralf Klimke, Roland Kern

Wählerblock Zahling Jürgen Hörmann, Peter Liebl, Simon Achter, Harro Sanders, Manfred Kern, Martina Nodlbichler, Ulrike Naser, Markus Weber

Lesen Sie dazu auch Jürgen Hörmann einstimmig nominiert

Bürgermeister: Hans Willer geht für die Dorfgemeinschaft ins Rennen

Portraits von Jürgen Hörmann und Hans Willer finden Sie hier:

Wahl in Obergriesbach: Das ist Bürgermeisterkandidat Jürgen Hörmann

Wahl in Obergriesbach: Das ist Bürgermeisterkandidat Hans Willer

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