Newsticker

Corona-Pandemie: EU-Länder weiten Einreisebeschränkungen auf Marokko aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Wer rettet diese Gemälde?

Sitzung II

22.06.2020

Wer rettet diese Gemälde?

Wer rettet diese Gemälde?
2 Bilder

Die Bilder mit einem besonderen Rokoko-Rahmen aus der Bergener Kapelle drohen zu verfallen. Was die Gemeinde Schiltberg dagegen unternimmt

Zwei wertvolle Gemälde aus der ehemaligen Kapelle im Ortsteil Bergen befinden sich nunmehr seit fast 30 Jahren im Besitz der Gemeinde. Was soll mit den mittlerweile stark restaurierungsbedürftigen Werken künftig passieren? Gemeinderat und Kreisheimatpfleger Michael Schmidberger hat diesen Stein wieder ins Rollen gebracht.

Bereits Anfang der 90er-Jahre nahm die Gemeinde die Kunstgegenstände der damals bereits extrem verfallenen Kapelle in Verwahrung – zusammen mit der weiteren Ausstattung. Der Altar wurde in der Kirche in Ruppertszell aufgestellt und 2003 eingeweiht. Das kleine Gotteshaus in Bergen wurde schließlich 2001 komplett abgebrochen. Darunter befanden sich auch die zwei besagten Heiligengemälde mit einem besonderen Rokoko-Rahmen. Schon damals wurde ihr Wert im restaurierten Zustand auf je 15000 D-Mark geschätzt. „Die gleiche Summe wären sie heute in Euro wert“, wusste Schmidberger jüngst im Gemeinderat zu berichten. Nun stellt sich die Frage, ob die Gemeinde die Kunstwerke restaurieren oder konservieren lässt. Aktuell befinden sich die Bilder zur Begutachtung bei Restaurator Axel Wieland in Friedberg. Dieser schätzt die Kosten für eine Restaurierung pro Bild auf 2000 bis 2200 Euro. Und was passiert danach mit den Gemälden? Sollen sie als Leihgabe dienen oder gar verkauft werden? Das Diözesanmuseum hat Interesse.

Eines stand in jedem Fall für die Gemeinderäte fest: Zu einem Wiederaufbau der Kapelle in Bergen wird es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht kommen. Ein solches Vorhaben sei bereits vor Jahrzehnten, auch mangels Interesse der Bergener Dorfgemeinschaft, gescheitert, erinnerte sich Zweiter Bürgermeister Peter Kellerer.

Michael Schmidberger stellte klar: „Es braucht in jedem Fall was zu unternehmen, ansonsten sind die Bilder irgendwann hin.“ Zudem bestünde auch die Möglichkeit einer Förderung im Rahmen des Kulturfonds Bayern beziehungsweise dem Rettungsprogramm für Kultur in Bayern. Bürgermeister Fabian Streit hatte sich bereits bei CSU-Landtagsabgeordnetem Peter Tomaschko informiert. Es sei aber vor allem wichtig, den Förderantrag zu stellen, bevor mit den Restaurierungsarbeiten begonnen wird. Der Gemeinderat beschloss, einen Antrag auf Fördermittel zu stellen. Wenn die entsprechende Summe bekannt ist, wird über den Verbleib der Kunstwerke neu beraten. (skw)

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren