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Ausstellung

12.11.2019

Widerständen getrotzt

Die Vorsitzende des Aichacher Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt Kristina Kolb-Djoka und der Leiter des Seniorenheims Maria Simon in Aichach, Dieter Geßler, eröffneten die Ausstellung 100 Jahre AWO. Zehn Plakatwände stehen im Eingangsbereich des Seniorenheims.
Foto: Philipp Schulte

Plakatwände erinnern in Aichach an Geschichte der AWO

Zehn rot-weiße Plakatwände stehen nebeneinander im Eingangsbereich des AWO-Seniorenheims an der Oskar-von-Miller-Straße in Aichach. Etwa 15 Senioren sitzen an diesem Nachmittag um die Plakate verteilt und hören der Rednerin zu. Es gibt Sekt, Wasser und etwas zu knabbern.

Die Frau, die spricht, heißt Kristina Kolb-Djoka, 53. Sie ist Vorsitzende des Aichacher Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und eröffnet die Ausstellung „100 Jahre AWO“. Sie soll zeigen, was der Verband im vergangenen Jahrhundert für die Gesellschaft geleistet hat und immer noch bedeutet. „Die AWO will Menschen helfen“, sagt Kolb-Djoka. Der Ortsverein arbeitet ehrenamtlich. Ein wichtiges Anliegen ist derzeit, dass besonders ältere Menschen eine Wohnung haben und Wohnungssuchende unterstützt werden.

Die Plakatwände zeigen verschiedene Themen: Kinder, Freiheit, Daseinsfürsorge, Jugend, Gesundheit, Solidarität. Auf ihnen sind historische Fotos zu sehen. Kolb-Djoka gibt einen historischen Abriss: Die Sozialdemokratin und Frauenrechtlerin Marie Juchacz gründete 1919 die AWO. Also kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918, als die Menschen auf Hilfe zur Selbsthilfe angewiesen waren. Das war laut Kolb-Djoka, die als Controllerin arbeitet und für die SPD Mitglied im Aichacher Stadtrat ist, damals das Credo.

Dieter Geßler, Leiter des Seniorenheims und 57 Jahre alt, spricht ebenfalls. Er weist darauf hin, dass die Nationalsozialisten die Arbeiterwohlfahrt während ihres Regimes verboten. Marie Juchacz, die besonders die Not der Arbeiterfamilien lindern wollte, flüchtete ins Elsass und nach New York. Nach dem Krieg wurde sie AWO-Ehrenvorsitzende.

Auch Maria Simon, die dem Aichacher Seniorenheim seinen Namen gibt, habe sich in der Arbeiterwohlfahrt engagiert, betont Geßler. Während der Nazizeit sei sie inhaftiert worden, ehe sie von 1946 bis 1948 dem Augsburger Stadtrat angehörte und später zwei Wohlfahrtsheime betreute.

Bei all den historischen Fakten war es Seniorenheimleiter Geßler wichtig zu betonen, dass man mit der Eröffnung der Ausstellung ein paar Wochen zu früh dran sei, was aber nicht schlimm sei. Die Arbeiterwohlfahrt wurde am 13. Dezember 1919 gegründet. (phis)

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