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Landesausstellung

10.08.2019

Wie die Stadt Aichach von früher zum hochmodernen Modell wird

Nehmen das Modell vom Oberen Tor genau in Augenschein (von links) Bürgermeister Klaus habermann, Modellbauer Michael Leibl, Junghistorikerin Theresa Haug, Rotary-Präsident Gerhard Lehrberger und Wolfgang Fuchs von den Rotarieren.
Bild: Gerlinde Drexler

Für die Landesausstellung 2020 wollen Rotary- und Lions-Club ein Bronzemodell der Stadt Aichach bauen. Es gibt bereits ein erstes 3D-Muster.

Knapp zwei Meter lang und mindestens 200 Kilogramm schwer wird das Bronzemodell der Stadt Aichach werden. Es zeigt die Stadt im Maßstab 1:600, wie sie Anfang des 20. Jahrhunderts aussah, als die Wittelsbacher in Bayern herrschten. Auch einen Standort für das Modell, das der Rotary-Club Schrobenhausen-Aichach in Kooperation mit dem Lions Club Schrobenhausen-Aichach und dem Haus der Bayerischen Geschichte baut, gibt es schon. Es soll auf dem Platz vor der Spitalkirche stehen. Dort stellten die „Erbauer“ am Freitag auch das Konzept vor. Bei der Bayerischen Landesausstellung im kommenden Jahr spielt das Stadtmodell eine wichtige Rolle.

Eine Ausstellung war Anlass für das Projekt

Die Ausstellung war für Gerhard Lehrberger, Präsident der Rotarier, auch der Anlass, eine Idee anzugehen, die ihm schon eine Zeit lang im Kopf herum spukte. „Ich bin begeistert von Stadtmodellen“, bekennt er. Zusammen mit dem Lions-Club entstand das Konzept.

Bei den ersten Überlegungen habe man sich an Stadtmodellen orientiert, wie sie beispielsweise in Straubing oder Landshut stehen, sagt Christoph Lang, Leiter des Aichacher Stadtmuseums. Die Städte hatten für ihre Modelle jedoch gute Vorlagen aus dem Mittelalter, die in Aichach kaum vorhanden sind. Also ein Modell, das die gegenwärtige Stadt zeigt? Lang weiter: „Nichts veraltet schneller, als die Gegenwart.“ Deshalb habe man sich für einen Kompromiss entschieden.

Für das Modell wird das Stadtbild von 1914 rekonstruiert

Von einem Besuch König Ludwig III. in Aichach im Jahr 1914 existieren Zeichnungen darüber, wie die Straßenzüge dekoriert waren. „Ungefähr die Hälfte der Stadt ist dokumentiert“, so Lang. Er arbeitet zusammen mit Junghistorikerin Theresa Haug, die vom Haus der Bayerischen Geschichte einen Werkvertrag hat, um die historischen Befunde zusammenzustellen. Dafür nutzte sie alte Katasterpläne und Verzeichnisse von Bebauungsplänen sowie historische Fotos und Postkarten. Haug erklärte: „Auf dieser Grundlage rekonstruierte ich den Zustand von 1914.“

Das ist eine der Grundlagen, mit denen Modellbauer Michael Leibl arbeitet. Außerdem stellte ihm das Vermessungsamt Aichach kostenlos ein digitales Häuser- und Geländemodell der Stadt zur Verfügung, das er auf seinem 3D-Rechner bearbeiten kann. Leibl prüft zum Beispiel, welche Häuser noch im Originalzustand sind oder abgerissen wurden.

3D-Druck ist die Grundlage für den Bronzeguss

Interessant findet Leibl, dass beim Bau des Modells verschiedene Techniken mit einfließen und er arbeitstechnisch „zwischen den Zeiten hin und her“ wechselt: Er vergleicht die modernen aktuellen Daten der Stadt mit den historischen Grundlagen. Daraus wird ein moderner 3D-Druck, der dann Grundlage für den Bronzeguss ist.

Den weißen 3D-Druck des Stadtmodells finanziert das Haus der Geschichte. Der Ausrichter der Landesausstellung wird das Modell im alten Feuerwehrhaus als Projektionsfläche verwenden, um die Entwicklung der Stadt im Videoprojekt zeigen zu können. Nach Ende der Ausstellung soll das Modell im Rathaus aufgestellt werden.

Bronzemodell soll dauerhaft vor der Spitalkirche stehen

Das Bronzemodell wird seinen dauerhaften Standort am Stadtplatz vor der Spitalkirche bekommen. In das Modell ist nicht nur die Altstadt einbezogen, sondern auch die Vorstädte und das Areal bis zum Bahnhof. Bis zur Eröffnung der Landesausstellung am 28. April 2020 hofft Rotary-Präsident Lehrberger, wird es fertig sein. Finanziert wird es unter anderem mit Einnahmen aus dem Filmfest, das der Rotary-Club heuer im Oktober wieder veranstaltet.

Bei der Landesausstellung wird das Stadtmodell der zentrale Anlaufpunkt bei Stadtführungen sein. Diese sind bei jedem Ausstellungsticket automatisch dabei.

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