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Aichach-Friedberg

17.04.2019

Wittelsbacher Land wird Öko-Modellregion

Mehr ökologisch angebaute Lebensmittel, die im Landkreis produziert und im Landkreis vertrieben werden – so wie beispielsweise bei der solidarischen Landwirtschaft (Solawi) in Blumenthal (Bild). Das ist das Ziel der Öko-Modellregion.
Bild: René Räpple (Archiv)

Aichach-Friedberg gehört jetzt zu den 15 neuen Öko-Regionen in Bayern und bekommt Fördergelder. Wofür sie verwendet werden und was die Ziele sind.

Das Wittelsbacher Land ist künftig eine staatlich anerkannte Öko-Modellregion. Zwölf solcher Regionen gibt es bisher in Bayern. Nun kommen 15 neue hinzu. Das Wittelsbacher Land hatte sich um den Titel beworben. Am Dienstag kam die Nachricht aus München, dass Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber nun auch das Wittelsbacher Land zur Öko-Modellregion erklärt. Zuvor hatte eine Jury den Landkreis als geeignet bewertet.

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Hier ist die Freude über den Erfolg groß. Ernst Haile, Vorsitzender der Kreisgruppe des Bundes Naturschutz (BN), sagte: „Das ist fantastisch.“ Die Idee, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen, war 2018 beim Forum Z (Z wie „Zukunft“) auf Schloss Blumenthal entstanden. Unter anderem Biolandwirt Stephan Kreppold aus Aichach-Wilpersberg und Biologe Wolfhard von Thienen aus Mering hatten den Vorschlag eingebracht. Der Landkreis unterstützte die Initiative und koordinierte die Bewerbung. Ein Team, das aus dem Forum Z hervorging, erarbeitete unter Mitwirkung des Wittelsbacher-Land-Vereins den Förderantrag. Auch die Bürger-Energie-Genossenschaft (BEG) Neuburg-Schrobenhausen-Aichach-Eichstätt war involviert.

Landrat: Ein Schritt, Aichach-Friedberg enkelgerecht zu gestalten

Landrat Klaus Metzger sagte: „Ich freue mich außerordentlich, dass die Bewerbung des Landkreises als Öko-Modellregion erfolgreich ist.“ Er dankte allen Initiatoren und fügte hinzu: „Das ist ein weiterer Schritt, um das Wittelsbacher Land zukunft- und enkelgerecht zu gestalten. Das sollte aber noch nicht der Endpunkt unserer gemeinsamen Bemühungen sein.“

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Ziel ist es, Herstellung, Vermarktung und Vertrieb ökologischer Produkte in der Region voranzubringen. Dafür wurden nach Angaben von Wolfgang Müller, Sprecher des Landratsamtes, in der Bewerbung drei Handlungsbereiche mit 16 Projekten skizziert.

Das Landwirtschaftsministerium übernimmt zwei Jahre lang drei Viertel der Kosten für einen Projektmanager – maximal 75000 Euro im Jahr. Den Rest trägt der Wittelsbacher-Land-Verein. Der Projektmanager kann laut Müller, wenn er da ist, sofort die in der Bewerbung genannten Projekte angehen.

Projektmanager soll Verarbeitungsbetriebe und Abnehmer zusammenbringen

Ernst Haile vom BN bezeichnet diesen Manager als eine Art Kommunikator, der Verarbeitungsbetriebe und Abnehmer ausfindig machen und zusammenbringen soll. So soll er Absatzlinien aufbauen. Haile sagt: „Viele Produkte, die hier im Landkreis ökologisch produziert werden, verlassen ihn in Richtung München oder international.“ Teils fehle es auch an geeigneten Verarbeitungsbetrieben, etwa beim Ökofleisch. Er nennt die künftige Züchtung von „Paartal-Rindern“ oder „Paartal-Strohschweinen“ als Ideen.

Die örtlichen Biobauern seien in ihren Betrieben zu stark eingebunden, um all das auf größerer Ebene voranzutreiben. Auch in den Behörden fehlten dafür die Kapazitäten. Daher sei das Geld für den Projektmanager „extrem gut investiert“.

Für den Wittelsbacher-Land-Verein kommt damit ein neuer Schwerpunkt hinzu. Wie berichtet, wurde sein Aufgabenzuschnitt geändert. Um die Tourismusförderung kümmert sich nun ausschließlich der Landkreis, der Verein konzentriert sich auf seine ursprünglichen Aufgaben, zu denen die nachhaltige regionale Entwicklung gehört.

Worin die Verbindung zum Volksbegehren „Rettet die Bienen“ besteht

Die Öko-Modellregion Paartal ist deckungsgleich mit dem Landkreis Aichach-Friedberg. Anfangs gab es die Idee, das Gebiet an der Paar bis in den Nachbarlandkreis Neuburg-Schrobenhausen auszuweiten. Doch der dortige Kreisausschuss votierte mehrheitlich dagegen. Die Gemeinden Waidhofen und Hohenwart (Kreis Pfaffenhofen) hatten Interesse, mussten aber außen vor bleiben, nachdem die Stadt Schrobenhausen nicht mitzog. Denn eine Öko-Modellregion kann laut Müller nur ein zusammenhängendes Gebiet sein.

Von ihr gibt es übrigens eine Verbindung zum Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen!“ Haile zufolge lautet eine der infolgedessen beschlossenen Vorgaben, dass staatliche Einrichtungen bis zu 30 Prozent Biolebensmittel einsetzen müssen. Woher diese im Landkreis kommen könnten, müsse der Projektmanager ausfindig machen, so Haile. Doch auch wenn die öffentliche Hand und die Betriebe unverzichtbar seien – „wichtigster Akteur ist der Verbraucher“.

Fest in Blumenthal

Am 2. Mai wird in München die Urkunde für die Öko-Modellregion Paartal übergeben. Danach findet laut Ernst Haile für alle Akteure, die an der Bewerbung beteiligt waren, ab 19 Uhr ein Fest auf Schloss Blumenthal statt.

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