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Aichach

12.08.2020

Wo die Schauplätze der Landesausstellung in Aichach sind

Entlang des idyllischen alten Kirchwegs von Ober- nach Unterwittelsbach erzählen Kunstwerke an fünf Stationen eines Geschichtspfades von historischen Ereignissen. Hier wird der Landtag der niederbayerischen Stände im Jahr 1504 von Norbert Zagel dargestellt. Dieser Ausschnitt zeigt das Volk, dem Adel, Klerus und Patrizier – als größere Stelen – gegenüberstehen.
Bild: Evelin Grauer

Plus Was sich auf einer Tour vom Burgplatz im Aichacher Stadtteil Oberwittelsbach nach Unterwittelsbach entdecken lässt. Warum die Marke „Wittelsbach“ so stark ist.

Was gibt es Schöneres, als an einem heißen Tag auf einem schattigen Waldweg zu spazieren? Wer am Burgplatz im Aichacher Stadtteil Oberwittelsbach den ausgeschilderten Hangweg hinunterläuft, kommt auf den Kirchweg zwischen Ober- und Unterwittelsbach, der zum Sisi-Schloss führt. Der Weg ist nicht nur wegen seiner Schönheit eine kleine Wanderung wert, sondern auch wegen der fünf Stationen des Geschichtspfads, die am Wegesrand über historische Daten im Raum Aichach informieren.

Station 3 des Geschichtspfads: Die Stele zeichnet Aichachs teils brüchige Entwicklung bis zur Stadterhebung nach und erinnert an Ludwig den Bayern.
Bild: Evelin Grauer

Fantasievolle Kunstwerke symbolisieren geschichtliche Ereignisse, die auf Infotafeln näher erläutert werden. So wird beispielsweise an das Jahr 1347 erinnert, als Kaiser Ludwig der Bayer Aichach zur Stadt erhob.

Der Geschichtspfad kann von den Besuchern der Bayerischen Landesausstellung „Stadt befreit – Wittelsbacher Gründerstädte“ genauso erkundet werden wie der Burgplatz und das Sisi-Schloss. Diese teils eher versteckten Schätze zeigte und erläuterte die Stadt Aichach am Dienstag stellvertretend Pressevertretern aus Aichach und dem Raum Augsburg. Zwei der Teilnehmer absolvierten die Strecke mit dem E-Bike.

Großes Adelsgeschlecht benennt sich nach Wittelsbach

Ausgangspunkt des Geschichtspfads, den der ehemalige Zweite Aichacher Bürgermeister Dieter Heilgemeir vor einiger Zeit angestoßen hat, ist der Burgplatz in Oberwittelsbach. Ein Infoweg auf mehreren Tafeln erklärt die spannende Geschichte des Platzes. Wie Stadtarchivar Christoph Lang betonte, haben die Grafen von Scheyern, als sie im Besitz der Burg waren, auch den Namen des Ortes angenommen.

Überreste der Burg Wittelsbach, die 1209 zerstört wurde.
Bild: Evelin Grauer

Somit hat sich eines der erfolgreichsten europäischen Adelsgeschlechter, die Wittelsbacher, 1115 nach diesem Ort benannt. Obwohl die stark ausgebaute Burg 1209 völlig zerstört wurde, nennen sich die Angehörigen dieses Adelsgeschlechts bis heute nach ihrem Stammsitz in Wittelsbach.

1978 und 1981 fanden hier umfangreiche Grabungen statt, die etliche wertvolle Funde hervorbrachten. Einige Fragen sind aber weiterhin offen, wie Christoph Lang verdeutlichte. So wird angenommen, dass bei den Steinen, die durch eine Tafel als Überreste der Burg gekennzeichnet sind, früher einmal das Tor zur Burg gewesen sein könnte. Zudem könnten sich unter dem Turm der Burgkirche noch Elemente der früheren Burgkapelle befinden.

Kompliment an die Stadt Aichach

Götz Beck von der Regio Augsburg Tourismus GmbH bescheinigte der Stadt Aichach, dass es ihr gelungen ist, Angebote zu schaffen, die die Geschichte der Stadt auch über die Landesausstellung hinaus erzählen. Rad- und Wanderangebote, die auch auf geschichtlichen Pfaden wandeln, würden immer attraktiver. „Die Marke Wittelsbach ist so stark wie noch nie“, sagte Beck.

Der Geschichtspfad endet am Sisi-Schloss in Unterwittelsbach. Das Wasserschloss ist seit 1999 im Besitz der Stadt Aichach.
Bild: Evelin Grauer

Das freute natürlich auch Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann. Auch er glaubt, dass die Landesausstellung die Stadt auf Dauer schöner und interessanter macht. Dazu soll natürlich auch ein Kleinod, das Wasserschloss in Unterwittelsbach, weiterhin beitragen. Es ist seit 1999 im Besitz der Stadt Aichach.

Wie Kastellanin Brigitte Neumaier betonte, findet in diesem Jahr die 21. Sonderausstellung zu Kaiserin Elisabeth statt. Ihr Vater, Herzog Max in Bayern, hatte das Schloss 1838 erworben. Neu ist, dass eine Dauerausstellung im ersten Stockwerk Elisabeths Leben nachzeichnet. Da sich im Schlosspark und vor dem Eingang des Schlosses zwei weitere Stationen des Geschichtspfads befinden, schließt sich hier der Kreis. Zudem symbolisiert eine Windharfe im Schlosspark die Vorliebe von Herzog Max für die Zither, die er selbst leidenschaftlich gerne spielte.

Historikerin Theresa Hauck hat in Detailarbeit erarbeitet, wie Aichach im Jahr 1914 aussah.
Bild: Evelin Grauer

Wer den Kreis vollends schließen will, muss sich noch vor die Aichacher Spitalkirche in die Innenstadt begeben. Dort steht seit Kurzem ein Bronzemodell der Stadt Aichach aus dem Jahr 1914. Es zeigt mit Miniaturmodellen, wie die Stadt beim Besuch des letzten bayerischen Königs, Ludwig III., ausgesehen haben dürfte. Wie Historikerin Theresa Hauck berichtete, wurde bewusst keine moderne Ansicht gewählt, denn die wäre in Kürze schon wieder überholt gewesen.

Landesausstellung geht noch bis 8. November

Die Bayerische Landesausstellung in Aichach und Friedberg findet noch bis 8. November statt. Das Wittelsbacher Schloss in Friedberg und das Feuerhaus in Aichach können täglich von 9 bis 18 Uhr besucht werden.

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