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Aichach

30.12.2020

Wo ist an Silvester in Aichach und Region ein Feuerwerk erlaubt?

An Silvester werden kaum Raketen in den Neujahrshimmel steigen: Schon gar nicht aus der Aichacher Innenstadt. Dort gilt seit 2007 ein generelles Feuerwerksverbot.
Bild: Peter Mittermeier (Symbolfoto)

Plus Wenn überhaupt, kann nur auf dem eigenen Grundstück mit "altem" Feuerwerk geböllert werden. Warum in der Aichacher Innenstadt überhaupt nichts knallen darf.

Eins steht schon mal fest: Das wird ein völlig anderer Jahreswechsel - nicht nur im Wittelsbacher Land. Im Freistaat gelten an Silvester, im Gegensatz zu Weihnachten, keine Sonderregelungen für private Treffen. Es dürfen sich daher maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Kinder unter 14 Jahren werden nicht miteingerechnet. Außerdem gilt auch zum Jahreswechsel die nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. Wer also bei Freunden und im kleinen Kreis ins neue Jahr hineinfeiern will, der muss dort auch übernachten. Nach Hause zurückkehren kann man dann erst wieder am nächsten Tag, wenn die Ausgangssperre nicht mehr greift. Für den Verstoß gegen die landesweite Ausgangssperre ist ein Mindestbußgeld von 500 Euro festgesetzt worden. Und wer in der Aichacher Innenstadt böllert, zahlt noch deutlich mehr.

Silvester wird also anders gefeiert, auch deutlich ruhiger. Zumal das mitternächtliche Feuerwerk in dem gewohnten Ausmaß nicht stattfinden wird. Gänzlich verboten ist die Böllerei nicht. Gleichzeitig rufen Politiker, Institutionen und Sicherheitskräfte zum Verzicht auf. Damit soll verhindert werden, dass die Krankenhäuser neben den Covid-19-Patienten zusätzliche „Silvester-Verletzte“ versorgen müssen. Der Verkauf von Feuerwerkskörpern der Kategorie F2 (Raketen, Batterien, Knaller) ist verboten worden. Lediglich wer noch Altbestände aus den Vorjahren hat, könnte diese heute zünden. Allerdings nicht auf belebten öffentlichen Straßen oder Plätzen. Das ist zu keiner Tageszeit erlaubt, also auch nicht vor 21 Uhr. Und eigentlich will man ja gegen Mitternacht feuern. Das verhindert allein schon die Ausgangssperre. Erlaubt sind Böller und Raketen dagegen im eigenen Garten, Balkon, Terrasse, auf einem Privatgrundstück oder der privaten Einfahrt. Vorausgesetzt, dass diese Fläche nicht in einem Gebiet liegt, wo Böllern grundsätzlich durch eine eigene Verordnung verboten ist wie zum Beispiel am Aichacher Stadtplatz.

Erlaubt ist Kleinstfeuerwerk wie Wunderkerzen oder Knallfrösche

Gänzlich müssen Feiernde aber nicht auf funkelnde Lichter und Farben verzichten. Der Verkauf von „Kleinstfeuerwerk“ der Kategorie F1 ist nämlich erlaubt. Dazu gehören beispielsweise Wunderkerzen, Knallfrösche oder Knallerbsen und Tischfeuerwerk. Anders als die klassische Silvesterrakete ist Kleinstfeuerwerk das ganze Jahr über erhältlich und darf auch unabhängig von Silvester gezündet werden. Wenn es also nicht ganz so krachen und knallen wird, so könnte es zumindest einen Funkenregen im Kleinformat geben.

Auch wenn in der Aichacher Innenstadt an Silvester ein Böllerverbot herrscht, wurde in den Vorjahren darum herum kräftig geschossen.
Bild: Erich Echter (Archivbild)

Dazu gilt im harten Lockdown ein Alkoholverbot. Das bedeutet, dass der „Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum grundsätzlich untersagt“ ist. Darf man zum Jahreswechsel vor die Tür gehen, um aufs neue Jahr anzustoßen? Ja, das Alkoholverbot gilt für den eigenen Garten, also das eigene Grundstück, nicht. Es ist also erlaubt, draußen anzustoßen, solange man die eigenen Grundstücksgrenzen nicht überschreitet.

Wenn es knallt, ist es Altbestand oder illegal gekauftes Feuerwerk

Übrige Raketen können nur aus dem eigenen Garten oder vom Balkon gestartet werden. Das Abschießen von Raketen ist nämlich kein triftiger Grund, um sich im öffentlichen Raum aufzuhalten, so lautet die Begründung im Beamtendeutsch und bedeutet im Umkehrschluss ein Verbot. Wenn heute Abend ein Feuerwerk am Himmel zu sehen ist, gibt es nur diese Optionen: Altbestand oder illegal im Ausland gekaufte Feuerwerkskörper. Polizei und Feuerwehr warnen vor allem vor illegal erworbener Pyrotechnik. Nicht zertifizierte Feuerwerkskörper aus dem Ausland führen oft zu Unfällen. Experten warnen besonders vor Böllern und Feuerwerk der Kategorien F3 oder gar F4, das in Deutschland nur von ausgebildeten Pyrotechnikern verwendet werden darf. Die Käufer ließen sich oft von der meterlangen Zündschnur täuschen. Die Abbrennzeit dieser Zündschnüre liege aber bei 300 Metern pro Sekunde.

Noch schärfer sind die Auflagen in der Aichacher Innenstadt. Bereits seit 2007 gilt dort ein Feuerwerksverbot. Das Mitführen, Abschießen oder Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen ist laut Mitteilung der Stadtverwaltung im Zeitraum vom heutigen Donnerstag, 31. Dezember (Silvester), bis einschließlich den ganzen Freitag, 1. Januar (Neujahr), auf dem gesamten Stadtplatz und in seinem Umfeld verboten.

Die Verbotszone umfasst neben dem Stadtplatz die Werlbergerstraße vom Oberen Tor bis zur Einmündung in die Martinstraße, die Schneidergasse, die Steubstraße, die Koppoldstraße, die Hubmannstraße, die Bauerntanzgasse und die Essiggasse sowie die Gerhauserstraße vom Unteren Tor bis zur Einmündung in die Martinstraße, den Tandlmarkt und das Badgäßchen. Der Stadtrat hat den Beschluss für das Feuerwerksverbot nach Randalen auf dem Stadtplatz beim Jahreswechsel 2006/2007 gefasst. Verstöße gegen das Böller- und Raketenverbot werden seither mit einer Geldbuße von bis zu 1000 Euro geahndet.

Polizei hofft auf ruhigen Silvesterabend, ist aber vorbereitet

Erich Weberstetter, Leiter der Polizeiinspektion Aichach, geht von einem ruhigen Silvesterabend aus. Vorausgesetzt natürlich, die Menschen halten sich an die geltenden Regeln und die Ausgangssperre. Es werde aber sicher auch wieder einige geben, die sich nicht daran halten würden, ist dem erfahrenen Beamten natürlich klar. Die Polizei werde kontrollieren und sie ist auch mit einer verstärkten Dienstgruppe vorbereitet, sagt Weberstetter. Dazu könne man bei Bedarf durch die Bereitschaftspolizei unterstützt werden. Aber Weberstetter wünscht sich, dass dies alles nicht notwendig ist und es auch für die Polizei und die anderen Einsatzkräfte ein außergewöhnlicher ruhiger Jahreswechsel wird.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Böllerverbot sei Dank: Freie Sicht auf den Sternenhimmel an Silvester

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