Affing: Feuerwehren im Landkreis können 376 Menschen Hilfe leisten
Affing
Feuerwehren im Landkreis können 376 Menschen Hilfe leisten
Die Führungskräfte der Feuerwehren ziehen in Affing Bilanz. Freiwillige meistern über 1880 Einsätze. Es geht auch um die Herausforderungen der Zukunft.
Von Inge von Wenczowski|19.03.23 - aktualisiert:
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Ein anspruchsvoller Einsatz für die Feuerwehren war im vergangenen Jahr der Brand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen im Rehlinger Ortsteil Unterach.Foto: Marina Wagenpfeil (Archivbild)
Ob Brände, Unfälle oder Hilfe bei Umweltkatastrophen: Die Freiwilligen Feuerwehren leisten wertvolle Arbeit in vielen Bereichen und sind daher eine unverzichtbare Stütze der Gesellschaft. Das zeigt vor allem eine Zahl: Im vergangenen Jahr haben die Feuerwehren aus dem Landkreis nicht weniger als 376 Menschen in unterschiedlich schwierigen Situationen geholfen.
Bei der jährlichen Versammlung der Feuerwehrführungskräfte und des Kreisfeuerwehrverbandes, die am Freitag in der Mehrzweckhalle in Affing stattfand, ging es neben der Bilanz vor allem auch um die Herausforderungen der Zukunft. Eine davon lautet: flächendeckender Stromausfall. Beim Sondereinsatzplan, der derzeit auf Landkreisebene ausgearbeitet wird, spielen die Feuerwehren eine zentrale Rolle.
Kreisbrandrat Christian Happach stellt sich im Sommer wieder zur Wahl
Kreisbrandrat Christian Happach, dessen Wiederwahl nach inzwischen sechsjähriger Amtszeit im Sommer ansteht, verwies auf die enge Zusammenarbeit zwischen Projektgruppen im Landratsamt und Vertretern der Gemeinden. So sind unter anderem Broschüren geplant, in denen die Bürger und Bürgerinnen über Maßnahmen informiert werden. Happach forderte die Feuerwehrleute dazu auf, analoge Funkgeräte nicht vorschnell zu entsorgen: „Die funktionieren bei einem Stromausfall vielleicht sogar länger und stabiler“.
Kreisbrandrat Christian Happach tritt im Sommer erneut an. Er warb bei der Feuerwehrdienstversammlung in Affing um seine Wiederwahl.Foto: Inge von Wenczowski
Zudem sollen die Alarmsysteme und die Anbindung der Feuerwehren und Hilfsorganisationen im Zusatzinformations- und Alarmierungssystem (ZIAS) stetig optimiert werden, um Einsätze zu erleichtern. Bisher sind dort Feuerwehren, Technisches Hilfswerk, First Responder, Kreisbrandinspektion und Katastrophenschutz eingebunden und werden per App auf den mobilen Endgeräten alarmiert. In Zukunft sollen weitere Organisationen wie Rotes Kreuz und Wasserwacht ebenfalls eingebunden werden.
Im Landkreis Aichach-Friedberg gibt es 70 Jugendfeuerwehren
Die Berichte der Fachbereichsleiter und Fachbereichsleiterinnen waren durchaus beeindruckend. Bei 1881 Einsätzen leisteten die Mitglieder der Feuerwehren im vergangenen Jahr 38.829 Einsatzstunden unter anderem bei Bränden, Technischen Hilfsleistungen und Sicherheitswachen.
Die Förderung von Nachwuchs ist ebenfalls ein Schwerpunkt. Jugendfeuerwehrwart Magnus Hammerl freute sich, dass es im Landkreis 70 Jugendfeuerwehren mit knapp 1000 Mitgliedern gibt. Hinzu kommen 30 Kinderfeuerwehren. Dass unter den Jugendlichen inzwischen mehr als ein Drittel Mädchen sind - Tendenz steigend - sieht Hammerl positiv. Unter den Führungskräften würden sich jedoch immer noch zu wenige weibliche Verantwortliche finden. Hammerl betonte: „Da ist noch Luft nach oben.“
In der Ausbildung setzen die Feuerwehren auf Virtual Reality
Insgesamt legt der Feuerwehrverband großen Wert auf eine fundierte Ausbildung. Gerade durch die zunehmende Häufigkeit von Umweltkatastrophen und Stürmen werden die Aufgaben der Feuerwehren immer umfangreicher. Daher werden interessierte Mitglieder beispielsweise im Umgang mit der Motorsäge oder der Betreuung von Angehörigen verunglückter Personen geschult. Die Angebote an Zusatzausbildungen sind vielfältig, zunehmend unterstützt durch entsprechende Software und Virtual Reality. Diese wird mithilfe einer sogenannten VR-Brille immer öfter zum Training der Feuerwehrleute eingesetzt. So kann beispielsweise die Innenbrandbekämpfung simuliert werden.
Die Mehrzweckhalle an der Affinger Grundschule war gut gefüllt, als sich die Führungskräfte der Feuerwehren im Landkreis zur Dienstversammlung trafen.Foto: Inge von Wenczowski
Die Ehrengäste waren sich einig, dass die Feuerwehren unverzichtbar wichtig sind und sie bedankten sich für deren Einsatz. Affings Bürgermeister Markus Winklhofer wusste als Hausherr besonders gut Bescheid. Er erinnerte an den Tornado, der Affing 2015 mit voller Wucht getroffen habe. Landrat Klaus Metzger forderte die freiwilligen Helferinnen und Helfer auf, sich bei dramatischen Einsätzen auch um sich selbst zu kümmern. Angesichts zunehmender Respektlosigkeit und gar Gewalt gegen Einsatzkräfte, rief der Landrat dazu auf, eine geschlossene Einheit darzustellen.
Beste Bedingungen für Einsätze zu schaffen, hält der CSU-Landtagsabgeordnete Peter Tomaschko für wichtig. Vor allem im Bereich Hochwasser - und Katastrophenschutz dürfe keinesfalls nachgelassen werden. Seine Grünen-Kollegin Christina Haubrich setzte den Schwerpunkt ihres Grußwortes auf Teamgeist, Kameradschaft und Zusammenhalt. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Rainer Kraft betonte, „Geld alleine wird kein Feuer löschen, wenn niemand das Einsatzfahrzeug fährt“.
Neben der Entlastung des Vorstands wurde Albert Wagner von der Freiwilligen Feuerwehr Schiltberg zum neuen Kassenprüfer gewählt. Die Nachwahl war wegen des Todes seines Vorgängers nötig.