Im Nordwesten von Gebenhofen hat eine Reihe von Bürgerinnen und Bürgern Ärger mit dem Wasser. Und das nicht erst seit den Starkregenereignissen im Verlauf dieses Jahres, sondern schon seit einem halben Jahrhundert. Mit dieser Angelegenheit befasste sich der Affinger Bau- und Verkehrsausschuss am Mittwoch über eine Stunde lang. Das besagt einiges darüber, wie sehr die betroffenen Menschen darunter leiden. So ließ sich auch der vergleichsweise große Besucherzuspruch im Sitzungssaal der Mittagsbetreuung leicht erklären. Daher sagte Bürgermeister Markus Winklhofer eingangs: "So viele waren noch nie in diesem Raum."
Ursache der Überschwemmungsproblematik ist ein Baugebiet, das die damalige Gemeinde Gebenhofen Ende der 1960er-Jahre am westlichen Ortsrand von Gebenhofen ausgewiesen hat. Dafür ließ die Kommune das Gelände auffüllen mit der Folge, dass sich Regenwasser an den tiefer liegenden Punkten sammelte. Bei den Starkregen in diesem Sommer verschärfte sich die Lage. So war ein Kartoffelacker tagelang überschwemmt, Wasser lief in einen Keller.
Eine Lösung für das Hochwasserproblem in Gebenhofen will jeder
Dass enormer Handlungsbedarf besteht, das zweifelte im Laufe der Debatte keiner an. Unklar blieb allerdings, wie man eine "verhältnismäßige und für die Gemeinde vertretbare Lösung", so äußerte sich Winklhofer, finden könnte. Die Gemeinde hatte dazu das Büro Sweco in Augsburg eingeschaltet, mit dem man schon oft zusammenarbeitete. Gegen die Stimme von Paul Moll ging schließlich der Auftrag an diese Firma, bei der Suche nach einer Lösung Varianten zu untersuchen und Verbesserungsmaßnahmen inklusive der damit verbundenen Kosten zu erstellen. Im Januar oder Februar sollen die Ergebnisse vorliegen. Bezeichnend für die Stimmung war die Tatsache, dass man dabei ernsthaft über die Frage debattierte, ob die Konzeptstudio des Ingenieurbüros zur Kenntnis genommen werde oder ob das "zustimmend" geschehen werde. Man entschied sich für Alternative zwei.
Affinger Gemeinderäte kritisieren das Ingenieurbüro
Das Gebäude im Höllweg Nummer fünf ist in erster Linie vom Wasserabfluss betroffen. Georg Engelhard, der dem tagenden Ausschuss nicht angehört, wohl aber dem Gemeinderat und in der Nähe des betroffenen Gebietes wohnt, betonte: "Das Problem besteht seit 50 Jahren." Als die damalige Gemeinde Gebenhofen seinerzeit das Baugebiet ausgewiesen habe, habe sie nicht Sorge getragen für den Abfluss von Wasser. Seiner Aussage zufolge habe man inzwischen alle vier, fünf Jahre Probleme auf diesem Gebiet.
Josef Schmid äußerte sich mit deutlichen Worten: "Ich bin jetzt bald 20 Jahre im Gemeinderat. Warum hat man die letzten 20 Jahre nichts gemacht?" Den Vortrag der beiden Referenten von Sweco stufte er als "Wischiwaschi" ein. Ähnlich deutlich wurde Engelhard: "Was Sie uns vorstellen, das ist wenig, das ist sehr wenig." Und Paul Moll ergänzte: "Das Kind ist mit der Flurbereinigung in den Brunnen gefallen." Er prangerte zudem den wachsenden Anbau von Mais an. Bürgermeister Winklhofer war bemüht, die Wogen zu glätten: "Lasst uns den Weg weitergehen, ohne die Rückschau zu sehr zu strapazieren."
Welche Affinger Straßen werden 2022 repariert?
Der Bauausschuss beschäftigte sich mit noch weiteren Themen: So forderte Bauamtsleiter Ralf Scherbauer die Mitglieder des Gemeinderats dazu auf, ihm ihre Wünsche für das Jahr 2022 auf drei Ebenen mitzuteilen. Für Kleinmaßnahmen bei der Straßensanierung sind diesmal 100.000 Euro vorgesehen, für den Gewässerunterhalt 25.500 Euro und für die Wasserleitungen 73.000 Euro. Es erfolgte jeweils die Freigabe des Leistungsverzeichnisses, das vom Ingenieurbüro Sweco erstellt worden war.
Bauausschuss genehmigt eine Reihe von Bauanträgen
Eine Reihe von Bauanträgen stieß bei allen Mitgliedern des Ausschusses auf Zustimmung. Die wichtigsten: Umbau einer Garage in eine Heckschnitzelheizung in der Aichacher Straße in Haunswies, Neubau einer Überdachung für Kälberboxen mit Strohlager im Pfaffensteig in Mühlhausen sowie Erweiterung und Vergrößerung einer Lagerhalle in der Nähe der Zeller Straße in Haunswies. Im Mühlweg in Affing soll aus einer Küche eine Backstube werden. Dazu hieß es, mit Kundschaft vor Ort sei nicht zu rechnen. Die Backwaren würden vielmehr von dort abtransportiert werden. Die Betriebszeiten liegen laut Antrag zwischen 7 und 20 Uhr.