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Aichach: Kunst, die von Werten und Überzeugungen erzählt

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Kunst, die von Werten und Überzeugungen erzählt

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    Von Ursula Allgäuer stammen diese beiden Bilder in der Ausstellung des Kunstvereins Aichach: "Die Frau an der Tür" (links) und "Perspektivwechsel".
    Von Ursula Allgäuer stammen diese beiden Bilder in der Ausstellung des Kunstvereins Aichach: "Die Frau an der Tür" (links) und "Perspektivwechsel". Foto: Alice Lauria

    "Nie wieder ist jetzt – und für immer." Diese unmissverständliche Aussage steht in der Blindenschrift Braille auf einem weißen Bild auf Büttenpapier, welches ab Samstag, 16. März, im Aichacher Köglturm zu sehen ist. Um 16 Uhr eröffnet der Kunstverein Aichach dort die Ausstellung „was auf dem spiel steht“. 

    Die zweigeteilte Ausstellung zeigt bis Mitte April ausschließlich Werke von Mitgliedern des Kunstvereins. Ab 13. April ebenfalls um 16 Uhr beginnt der zweite Teil, für den sich Künstler und Künstlerinnen noch bis zum 22. März bewerben können. Hier werden auch Künstler außerhalb des Vereins deutschland- und weltweit gerne ausgestellt.

    In Braille steht auf diesem Bild von Gabriele Petri: "Wir sind frei die Welt zu verändern".
    In Braille steht auf diesem Bild von Gabriele Petri: "Wir sind frei die Welt zu verändern". Foto: Alice Lauria

    Das Thema ist für beide Teile identisch: „was auf dem spiel steht“. Angeregt wurde es von den jüngsten Ereignissen in Potsdam und in Dasing, wo Treffen Rechtsextremer mit AfD-Beteiligung stattgefunden haben. Vorsitzender Werner Plöckl sagt: „Der Kunstverein ist per se nicht politisch.“ Gleichzeitig vertritt er die Meinung, dass „wir unsere gesellschaftlichen Errungenschaften nicht als selbstverständlich erachten sollten“.

    Warum der Köglturm der passende Ausstellungsraum ist

    Der Kunstverein positionierte sich auch im Zuge der Demonstration des Bündnisses „Aichach bleibt bunt“ als Unterstützer der Aktion ganz klar gegen rechte Hetze und für Demokratie. 

    Herbert Kretschmer zeigt drei Fotografien zum Thema. Er sagt dazu: "Die Bilder an den Mauern sind oft frühe Zeichen für das, was ist und was sich weiterentwickeln kann."
    Herbert Kretschmer zeigt drei Fotografien zum Thema. Er sagt dazu: "Die Bilder an den Mauern sind oft frühe Zeichen für das, was ist und was sich weiterentwickeln kann." Foto: Alice Lauria

    Maria Breuer, stellvertretende Vorsitzende des Vereins und Ausstellende, merkt an: „Was auf dem Spiel steht, ist auch unsere Sprache und unsere Kultur, verbal und nonverbal.“ Jakob Steinberger, ebenfalls stellvertretender Vorsitzender, hält den Köglturm als „Gehäuse“ dieser Ausstellung für sehr passend. Denn um die Ausstellung besuchen und besichtigen zu können, geht es mal rauf, mal runter. Das sei sehr interaktiv, man begegne sich zwischendurch auf den Treppen und müsse sich unter Umständen auch mal ausweichen. Kurz um: Man trifft sich und geht in den Dialog. „Austausch ist wichtig“, sagt Steinberger. 

    Die gezeigten Werke könnten unterschiedlicher nicht sein. Jeder der 13 Künstler des ersten Teils, hat seine ganz eigene Art, das anspruchsvolle Thema umzusetzen. Zusätzlich zu den ausgestellten Bildern hat sich jeder Künstler mit einem schriftlichen Beitrag eingebracht. Hierin nehmen sie Stellung zum Thema, ihren Werken und ihren Gedanken zu der Frage „was auf dem Spiel steht“.

    13 Mitglieder des Aichacher Kunstvereins sind dabei

    So sagt Gabriele Petri zu ihren Braille-Bildern: „Seit Beginn des verheerenden Krieges in der Ukraine arbeite ich immer wieder mit Blindenschrift." Und: "Ich möchte mit diesen Arbeiten Worte in Bilder verwandeln und in meinen Bildern Worte verstecken.“ Ein anderes Bild von Petri heißt „Wahrheit ist nicht verhandelbar.“ 

    Maria Kolbinger steuert zwei digital gemalte Bilder zum Thema Gewalt bei. Ihr geht es um häusliche Gewalt und Gewalt an öffentlichen Plätzen.
    Maria Kolbinger steuert zwei digital gemalte Bilder zum Thema Gewalt bei. Ihr geht es um häusliche Gewalt und Gewalt an öffentlichen Plätzen. Foto: Alice Lauria

    Drei Bilder von Christine Reiter tragen den Namen „Handzeichen“, symbolisch für „Sich die Hände zu reichen“ und „Hand in Hand“ für demokratische Werte einzustehen. Zu sehen sind außerdem Bilder von Ursula Allgäuer, Gabriele Gruss-Sangl, Maria Kolbinger, Herbert Kretschmer, Anna Ottmann, Armin Saub, Petra Annemarie Schleifenheimer, Robby Sintern, Hans Wiedemann und Regina Maria Wieser.

    Die Ausstellung, welche ausschließlich Bilder zeigt, verteilt sich über die Stockwerke des historischen Bauwerks. Sie vereint sehr unterschiedliche Talente unter einem besonderen und vor allem historischen Dach und mahnt die Besucher sich für Werte und Überzeugungen einzusetzen und nicht wegzuschauen. 

    Hans Wiedemann ist mit drei Bildern vertreten. Dieses trägt den Titel "gestützt".
    Hans Wiedemann ist mit drei Bildern vertreten. Dieses trägt den Titel "gestützt". Foto: Alice Lauria

    Jakob Steinberger formuliert es so: „Das Gespräch mit offenem Visier suchen.“ Werner Plöckl sagt, gerade die Corona-Krise habe gezeigt, „dass unsere Gesellschaft nicht ganz so resilient ist gegen rechte Bedrohungen“. Der Vorsitzender ergänzt: „Das Problem ist in Deutschland immer da und war auch nie weg.“ 

    Die Ausstellung kann ab Samstag, 16. März, um 16 Uhr samstags, sonntags und am Ostermontag von 14 bis 18 Uhr und auf Anfrage besucht werden. Die Eröffnung des zweiten Teils findet am Samstag, 13. April, ebenfalls um 16 Uhr statt. An Karfreitag ist die Ausstellung geschlossen. 

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