Aichach: Labyrinth der Besinnung in Aichach ist zum Begehen freigegeben
Aichach
Labyrinth der Besinnung in Aichach ist zum Begehen freigegeben
Das Labyrinth der Besinnung bietet in Aichach jetzt einen Ort zur inneren Einkehr. Beim Festakt rückt auch der Einsatz des St.-Afra- Hospizes in den Fokus.
Von Heike John|25.06.23 - aktualisiert:
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Bei seiner Einweihung wurde des Labyrinth der Besinnung in Aichach erstmals begangen, angeführt von Schöpfer Gernot Candolini und Impulsgeberin Conny Königsberger.Foto: Heike John
Auf verschlungenen Wegen zur eigenen Mitte finden kann man seit Freitag in Aichach der Freizeitanlage am Heini-Baronner-Weg. Mit der Fertigstellung des Labyrinths der Besinnung kann die Stadt ihren Bürgerinnen und Bürger sowie Gästen eine wohl landkreisweit einzigartige Attraktion bieten. Zum Festakt war auch der Schöpfer, Labyrinth-Experte Gernot Candolini, angereist.
Candolini lobte bei der Einweihung: „Meine Gratulation an die Stadt, die mit so viel Aufwand und Eleganz dieses Projekt umgesetzt hat.“ Es sei ein „schmuckes Stück“, das zu den schönsten fast tausend Labyrinthen gehöre, die in den vergangenen Jahren in Deutschland gebaut wurden. Die Neuentdeckung des uralten Symbols scheine gerade in Krisenzeiten zu boomen.
Von einem einzigartigen Projekt im Landkreis Aichach-Friedberg schwärmten: (von links) Labyrinth-Experte Gernot Candolini, Hospizbegleiterin Conny Königsberger, Bürgermeister Klaus Habermann, Stadtpfarrer Herbert Gugler und sein evangelischer Kollege Harald Baude bei der Einweihung des Labyrinths.Foto: Heike John
Von einem Glücksfall für Aichach sprach Bürgermeister Klaus Habermann. Es sei nicht nur fantastisch, dass der bekannteste deutschsprachige Labyrinth-Bauer für das Design und die Planung gewonnen werden konnte, sondern dass er auch zur ersten offiziellen Begehung aus Innsbruck nach Aichach kam. Möglich war dies, weil der Labyrinth-Spezialist auf der Durchreise zu einem seiner begehrten Seminare in der Abtei Münsterschwarzach war.
Geld für Aichacher Labyrinth ist ein Geschenk zum Jubiläum des St.-Afra-Hospizes
Die Investition in das „Lebenssymbol Labyrinth“ ist ein Geschenk der Stadt Aichach zum 25-jährigen Bestehen des St.-Afra-Hospizes, das der ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst beim Caritasverband Aichach-Friedberg im vergangenen Jahr feiern konnte. Denn als Ort der inneren Einkehr ist das Gehen auf verschlungenen Wegen eine gerne genutzte Kraftquelle in der Hospiz- und Trauerarbeit. Ursprünglich war deshalb von einem Trauerlabyrinth die Rede.
Stadtpfarrer Herbert Gugler (links) und sein evangelischer Amtskollege Harald Baude segneten das neu geschaffene Labyrinth.Foto: Heike John
Es eigne sich als Gang in Krisenzeiten, in denen man nachdenken müsse und Fragen an sich selbst stellen könne, erklärte Pfarrer Harald Baude. Der evangelische Geistliche kam zusammen mit seinem katholischen Kollegen, Stadtpfarrer Herbert Gugler, zur Segnung „dieser wahnsinnig tollen Arbeit“, wie er schwärmte. Im Unterschied zu einem Irrgarten, der eine Sackgasse sei, führe ein Labyrinth zum Ziel. Auch wenn der Weg lang sei und unüberwindbar scheine, sei es wichtig, nicht zu rasten, sondern in kleinen Schritten voranzugehen.
Dieser tragende Gedanke in Krisenzeiten ist auch ein Schwerpunkt der Arbeit des St.-Afra-Hospizes mit seinen landkreisweit gut hundert ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Trauerbegleitern. Viele von ihnen waren gekommen, um mit großer Freude das fertige Kunstwerk einzuweihen.
In ihrem Namen und in Vertretung der Gesamtkoordinatorin des St.-Afra-Hospizes, Christine Neukäufer, dankte Conny Königsberger der Stadt, dass die Labyrinth-Idee buchstäblich auf fruchtbaren Boden gefallen sei. Als ausgebildete Hospiz- und Trauerbegleiterin und gleichzeitige Mitarbeiterin im Aichacher Ordnungsamt fungierte sie als ideale Impulsgeberin für das Projekt. Es sei großartige Arbeit geleistet worden, betonte Conny Königsberger, und bedankte sich für die Offenheit und volle Unterstützung von allen Seiten.
Der Aichacher Stadtrat war sich über das Labyrinth einig
Einstimmig hatten Bauausschuss und Stadtrat das Projekt genehmigt, das nun mit Gesamtkosten von 36.000 Euro beziffert wird. Ehrenbürger Hannes Meisinger spendete dazu 10.000 Euro. Dazu kamen gut 250 Arbeitsstunden des Bauhofs. Von Bauhofmitarbeitern, allen voran Helmut Betzmeir, wurde der rund 180 Meter lange Weg fachmännisch bravourös verlegt, wie Bürgermeister Habermann betonte. Jede einzelne Platte, eine Sonderanfertigung aus heimischem gelben Juragestein, wurde per Wasserstrahl aus einem Block herausgeschnitten, die Radien ohne Fugen verlegt.
Mit stimmungsvoller Musik begleiteten die Sängerinnen von Paargold, Christine Biolek und Laura Klotzsch, zusammen mit dem Gitarristen Peter Maklar die Einweihung des Labyrinths.Foto: Heike John
Unter stimmungsvoller musikalischer Begleitung der Paargold-Sängerinnen Christine Biolek und Laura Klotzsch, zusammen mit dem Gitarristen Peter Maklar, wurde zum Abschluss des Festakts das Labyrinth feierlich erstmals begangen. Angeführt von Gernot Candolini und Conny Königsberger beschritt die große Zahl der Gäste die verschlungenen Wege des Labyrinths bis zur sechsblättrigen Blume in der Mitte, die nach dem Vorbild des Labyrinths im Fußboden der Kathedrale von Chartres gewählt wurde.
Bilder vom neuen Labyrinth der Besinnung in Aichach
Mit einem Festakt ist das Labyrinth der Besinnung in Aichach eröffnet worden. Damit gibt es in Aichach jetzt einen neuen Ort für innere Einkehr.
Bereits am kommenden Mittwoch, 28. Juni, treffen sich die Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter, die regelmäßig aus dem gesamten Landkreis zum Austausch zusammenkommen, mit ihrer Leiterin Manuela Lang erstmals am Aichacher Labyrinth.