Startseite
Icon Pfeil nach unten
Aichach
Icon Pfeil nach unten
Baar
Icon Pfeil nach unten

Baar: Die Kleine Paar in Baar wird vom WWF ausgezeichnet

Baar

Die Kleine Paar in Baar wird vom WWF ausgezeichnet

  • |
  • |
  • |
    Ein Bruchteil der engagierten Akteurinnen und Akteure sowie zahlreiche Gratulanten fanden sich an der Kleinen Paar ein, um die WWF-Auszeichnung der Gemeinde Baar als „Flussbefreier“ zu feiern. 
    Ein Bruchteil der engagierten Akteurinnen und Akteure sowie zahlreiche Gratulanten fanden sich an der Kleinen Paar ein, um die WWF-Auszeichnung der Gemeinde Baar als „Flussbefreier“ zu feiern.  Foto: Stefanie Brand

    Kaum mehr ein Durchkommen war an der Ecke von Dorfstraße und Bachweg in Baar möglich. An der Brücke, die über die Kleine Paar führt, fanden sich viele Gäste ein. Die Gemeinde hatte Grund zu feiern. Denn der WWF Deutschland, eine weltweit agierende Naturschutzorganisation, hatte sie zum „Flussbefreier“ gekürt.

    Eine Abordnung des WWF war eigens nach Baar angereist: Die Projektleiterin für „lebendige Flüsse“, Sigrun Lange, und Dr. Ruben van Treeck, Referent für Fließgewässer, hatten dabei ein Versprechen im Gepäck. Was die Gemeinde an Geld investiert, um eine Sohlschwelle in der Kleinen Paar unweit der Ecke Dorfstraße und Bachweg umzuwandeln, bezuschusst der WWF mit bis zu 30.000 Euro. Die Arbeiten werden vor allem deswegen kompliziert und teuer, da an dieser Stelle der Sohlschwelle zwei Regenwasserkanäle zusammentreffen. Sie müssen verlegt werden. 

    Viele Helfer packten in Baar mit an, Vereine und Privatleute spendeten Geld

    Bislang waren bereits zehn Sohlschwellen in den Gemeinden Baar und Holzheim (Landkreis Donau-Ries) umgebaut worden. Freiwillige Helferinnen und Helfer hatten die Arbeiten unterstützt, Vereine, Gemeinde und Privatpersonen Geld dafür gespendet. Nun gaben sich die Verantwortlichen optimistisch: Mit einem Zuschuss bis zu 30.000 Euro ließe sich die Sohlschwelle umbauen. Das hätte zur Folge, dass die bisherigen Arbeitsschritte ökologisch verbunden werden können.

    Viele Gratulanten kamen zur Übergabe der WWF-Auszeichnung: (von links) Claudia Marb, stellvertretende Landrätin Donau-Ries, Gudrun Seidel, Leiterin des Wasserwirtschaftsamts Donauwörth, Josef Schmidberger, Bürgermeister von Holzheim, Roman Pekis, Bürgermeister von Baar, Matthias Schlicker, Umweltreferent von Baar, Sigrun Lange, WWF-Projektleiterin für „lebendige Flüsse“, und Dr. Ruben van Treeck, WWF-Referent für Fließgewässer.
    Viele Gratulanten kamen zur Übergabe der WWF-Auszeichnung: (von links) Claudia Marb, stellvertretende Landrätin Donau-Ries, Gudrun Seidel, Leiterin des Wasserwirtschaftsamts Donauwörth, Josef Schmidberger, Bürgermeister von Holzheim, Roman Pekis, Bürgermeister von Baar, Matthias Schlicker, Umweltreferent von Baar, Sigrun Lange, WWF-Projektleiterin für „lebendige Flüsse“, und Dr. Ruben van Treeck, WWF-Referent für Fließgewässer. Foto: Stefanie Brand

    Die kurzweiligen Ansprachen hatten einen Tenor: Erst durch die Zusammenarbeit der Kommunen Baar und Holzheim, die Helferinnen und Helfer, Vereine und Matthias Schlicker, dem Initiator der Aktion und Umweltreferenten der Gemeinde, wurden Zug um Zug Verbesserungen in der Kleinen Paar erreicht. Dass die Naturschutzorganisation WWF der Gemeinde Baar den Titel „Flussbefreier“ verleiht und Geld sponsert, hatte Schlicker zwar initiiert. Doch er selbst glaubte nicht recht an eine Siegchance bei dem bundesweiten Wettbewerb. Bürgermeister Roman Pekis, der die Gäste begrüßt hatte, berichtete, wie freudig Schlicker auf den Sieg reagierte. 

    WWF-Vertreterin nennt Aktion in Baar ein "tolles Pilotprojekt"

    Warum Baar den Preis erhielt, erklärte Dr. Ruben van Treeck vom WWF so: Zum einen habe die Jury auf ökologische Kriterien geachtet. Zum anderen punktete die Aktion an der Kleinen Paar durch die rege Beteiligung der Gemeinden Baar und Holzheim sowie der vielen Akteure aus beiden Ortschaften. Sigrun Lange, die WWF-Projektleiterin für „lebendige Flüsse“, bezeichnete die Arbeiten an der Paar als „ganz tolles Pilotprojekt“. In der Bewerbung seien Begeisterung und Engagement deutlich geworden. Dass so viele Akteure zur Preisverleihung gekommen seien, unterstreiche dieses Gefühl.

    Schlicker erklärte, die Ehrung habe den Helfern einen Schub gegeben - auch wenn das Feuer, das in ihm für dieses Projekt und andere Naturthemen brenne, sich in der Gemeinde von allein ausbreite. Stehe ein Projekt an, seien direkt einige Helfer zur Stelle. Sein ambitioniertes Ziel für die Kleine Paar formulierte er so: Er würde sich freuen, wenn er seinen Kindern irgendwann Fische wie zum Beispiel die Nase auf ihrem Weg von der Kleinen Paar in Richtung Donau zeigen könnte, die regional stark gefährdet sind. 

    Viele Freiwillige aus der Gemeinde Baar (auf dem Bild ist nur ein Bruchteil von ihnen zu sehen), Akteure der Holzheimer Aktion sowie Thomas Lechner von der Fischereifachberatung packten bei der Aufwertung der Kleinen Paar mit an und freuten sich über die gelungene Aktion.
    Viele Freiwillige aus der Gemeinde Baar (auf dem Bild ist nur ein Bruchteil von ihnen zu sehen), Akteure der Holzheimer Aktion sowie Thomas Lechner von der Fischereifachberatung packten bei der Aufwertung der Kleinen Paar mit an und freuten sich über die gelungene Aktion. Foto: Stefanie Brand (Archivbild)

    Leiterin des Wasserwirtschaftsamtes: Kleine Paar ist ein "Paradebeispiel"

    Dass das Zukunftsmusik ist, wussten vor allem die Vertreter des WWF, des Wasserwirtschaftsamtes und der Fischereivereine. Schlicker warb, interessierte Gemeinden könnten sich gerne ansehen, welcher Effekt allein in der Kleinen Paar erreicht wurde. Claudia Marb, stellvertretende Landrätin aus Donau-Ries, überbrachte nicht nur Glückwünsche auf Landkreisebene. Sie versprach, die in Baar umgesetzten Ideen in ihre Heimatgemeinde mitzunehmen.

    Gudrun Seidel, Leiterin des Wasserwirtschaftsamts Donauwörth, bezeichnete die Kleine Paar als „Paradebeispiel“. Es suche in den 190 Kommunen, die das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth betreut, seinesgleichen. In Baar sei zu sehen, was über Gemeinde- und Landkreisgrenzen hinweg machbar sei. „Hoffentlich finden sich dafür Nachahmer in anderen Gemeinden“, sagte sie. Glückwünsche zur Auszeichnung gab es bei Getränken und Häppchen zudem von den Mitarbeitern der Verwaltungsgemeinschaft Pöttmes, des Wasserzweckverbands der Thierhauptener Gruppe, von den Baarer und Holzheimer Bauhofmitarbeitern, den Vorsitzenden der Fischereivereine sowie von Pekis‘ Bürgermeisterkollegen aus Holzheim, Josef Schmidberger, und Friedberg, Roland Eichmann. Dieser war als Vorsitzender des Zweckverbands zur Unterhaltung der Gewässer III. Ordnung eingeladen.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden