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Streit um Ohren-OPs darf Kindern nicht schaden

Kommentar Von Evelin Grauer
13.06.2023

Plus Auch wenn der Protest der HNO-Ärzte gerechtfertigt sein mag, leiden darunter vor allem Kinder und Familien. Für sie muss schnell eine Lösung gefunden werden.

Es ist beängstigend, wenn ein Kind ärztliche Hilfe braucht, aber keine bekommt. Das sollte es in unserem Land eigentlich nicht geben - und auch sonst nirgendwo. Aber es kommt in Deutschland offenbar immer öfter vor. Ein Beispiel sind fehlende Termine für Ohren-OPs, die viele Kinder dringend brauchen, weil ihnen sonst Sprach- und Entwicklungsstörungen drohen. Zahlreiche HNO-Ärztinnen und -Ärzte bieten diese Eingriffe nicht mehr an, weil sie damit gegen eine Kürzung der Erstattungsbeträge für diese OPs durch die Krankenkassen protestieren. 

Viele Familien versuchen derzeit verzweifelt, möglichst bald einen der wenigen Termine zu ergattern. Aber die Wartelisten sind lang, die Kinder sollen teilweise bis zu einem Jahr auf ihre OP warten. Mag der Streik der HNO-Ärzte vielleicht gerechtfertigt sein, er wird dennoch auf dem Rücken der Kinder und Familien ausgetragen. Die Medizinerinnen und Mediziner versichern, dass die meisten Ohren- oder Mandel-OPs bei Kindern keine Notfälle darstellten und damit aufschiebbar seien. Doch betroffene Eltern kann dies nur wenig beruhigen. Denn wer kann denn mit Sicherheit sagen, dass die Operation bei ihrem Kind auch in einem Jahr noch ausreichend ist und das Kind mit keinen Folgeschäden, beispielsweise durch schlechtes Hören, zu rechnen hat? Wohl niemand. 

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