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Sportporträt

30.11.2017

Aus Bewegung schöpft er seine Kraft

Hans Gamperl bekam schon 23. Mal das Sportabzeichen verliehen. Die Urkunde erhielt er für sein letztes, die Medaille für sein 20. Als Referent will er möglichst viele Menschen für die Abnahme begeistern.
Bild: Moritz Weiberg

Hans Gamperl ist im Landkreis für das Deutsche Sportabzeichen verantwortlich. Was das Besondere daran ist und warum der 70-Jährige keinen Fernseher hat.

Er ist groß, drahtig und durchtrainiert. Dass Hans Gamperl viel Sport treibt, sieht man ihm sofort an, dass er bereits 70 Jahre alt ist, nicht.

Seit vielen Jahren ist er Sportabzeichenreferent im Sportkreis Aichach-Friedberg und für das Deutsche Sportabzeichen (DSA) zuständig. Das DSA ist eine Auszeichnung des Deutschen Olympischen Sportbundes, es wird für überdurchschnittliche körperliche Leistungsfähigkeit verliehen. „Das Sportabzeichen ist besonders, weil es sehr vielseitig ist“, erzählt Gamperl, „es ist breit gefächert, nicht auf einen Bereich festgelegt.“

Die Sportarten sind eingeteilt in die vier Kategorien Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination, aus denen sich der Sportler je eine Disziplin aussucht, die er erfüllen muss.  Sportarten sind zum Beispiel der Zehn-Kilometer-Lauf, Geräteturnen oder Kugelstoßen. Das Deutsche Sportabzeichen ist Gamperl sehr wichtig, bis zu 20 Stunden in der Woche investiert er für seine Arbeit. Er erfuhr zum ersten Mal Ende der 1970er Jahre vom Deutschen Sportabzeichen. Damals arbeitete er bei der Bundeswehr und sein Chef ließ das Sportabzeichen in der Abteilung durchführen. „Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich gleich den Übungsleiterschein gemacht habe.“

Gamperl spielte über 50 Jahre Fußball und in seinem Heimatverein, dem TSV Kühbach, bot er das Deutsche Sportabzeichen erstmals an. „Dort wurde es sehr gut angenommen“, erinnert sich Gamperl. Aus beruflichen Gründen zog es ihn dann nach Baindlkirch und er engagierte sich fortan beim SV Ried. Dort führte er 2011, zum 60-jährigen Vereinsjubiläum, das DSA ein. „Seit her steigt die Teilnehmerzahl stetig“, so Gampl. Er selbst bekam das Sportabzeichen schon 23 Mal verliehen. Immer in Gold, versteht sich. Für ihn hat Sport eine große Bedeutung: „Für die Gesundheit ist Sport sehr wichtig, vor allem aber für das Soziale.“

Hans Gamperl treibt mehrmals in der Woche Sport. Er geht in den Wald zum Laufen, geht Gleitschirmfliegen, Schwimmen und wandert gerne in den Bergen.

Seine Interessen sind sehr vielseitig: Gamperl gibt Gitarrenkurse an der Volkshochschule, trainiert Laufgruppen für das Sportabzeichen und betreut jedes Jahr Läufer, die an der Veranstaltung „Lauf10“ des Bayerischen Rundfunks teilnehmen. Dort wird versucht, Anfänger innerhalb von zehn Wochen so fit zu machen, dass sie zehn Kilometer durchlaufen können. Siebzig Personen trainierte Gamperl beim letzten Mal, alle siebzig erreichten auch das Ziel. Zudem war er acht Jahre lang Vorstand des TSV Kühbach.

Da bleibt nicht viel für anderes - einen Fernseher hat Hans Gamperl seit dreißig Jahren nicht mehr. Profisport interessiere ihn eh nicht: „Das ist mir zu viel Show, die Gehälter und Preisgelder sind völlig aus dem Rahmen.“ Die lokalen Sportvereine unterstützt er aber schon: „Ein kleiner Verein tut etwas für den Ort und ist wichtig für eine Gemeinde.“ Man merkt schnell, dass Gamperl die soziale Komponente am Sport sehr wichtig ist. Auch deshalb kann er sich so für das Sportabzeichen begeistern. „Ich habe Sechsjährige, die das Abzeichen machen, und auch Achtzigjährige. Die Bandbreite ist sehr groß“, sagt er.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr im Landkreis über 500 Sportabzeichen ausgestellt. Über die Hälfte der Abzeichen erhielten Jugendliche, zehn Schulen im Landkreis beteiligen sich. „Es wäre schön, wenn noch mehr Schulen dabei wären“. Wenn man das Deutsche Sportabzeichen mit den Bundesjugendspielen verknüpfen würde, könnten deutlich mehr Kinder erreicht werden, so Gamperl. Das Sportabzeichen ist für ihn eine Herzensangelegenheit: „Jeder, der mitmacht, ist begeistert. Das ist das Schöne.“

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