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Eisstockschießen

26.11.2019

Kühbacherinnen setzen sich Europas Krone auf

So schmeckt Erfolg: Die Kühbacherinnen Regina Gilg (links) und Veronika Filgertshofer feiern den Sieg beim Europacup. Dabei werden die Pokale zweckentfremdet.
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So schmeckt Erfolg: Die Kühbacherinnen Regina Gilg (links) und Veronika Filgertshofer feiern den Sieg beim Europacup. Dabei werden die Pokale zweckentfremdet.
Bild: Anton Stadlmair

Das TSV-Quintett setzt sich im italienischen Meran zum zweiten Mal seit 2011 die europäische Krone auf. Dabei steht der Vorjahreszweite nicht nur einmal mit dem Rücken zur Wand.

Soeben hatte Lisa Seitz mit ihren letzten Schuss den zweiten Europacupsieg der Kühbacher Eisstockdamen besiegelt. Danach gab es kein Halten mehr, weder bei den TSV-Spielerinnen noch bei den mitgereisten Fans. Ausgelassen feierte die Reisegruppe aus dem Wittelsbacher Land noch auf der Eisfläche im italienischen Meran ihren schwer erkämpften Titelgewinn. Nachdem sich das Kühbacher Quintett trotz Galavorstellung im Vorjahr nur mit Platz zwei zufrieden geben musste, fiel nun der ganze Druck ab. Auch im heimischen Sportpark wurde kräftig mitgefiebert und gejubelt. Kühbachs Eisstockfans verfolgten das Finale im Südtiroler Sportfernsehen live auf einer Großleinwand.

Hinter dem großen Triumph lagen zwei nervenaufreibende Wettkampftage, die alles andere als verheißungsvoll begannen. Eigentlich wollten Veronika Filgertshofer, Lisa Seitz, Regina Gilg, Franziska Schwertfirm und Marianne Weigl bereits im Auftaktmatch gegen den Dauerrivalen Büblingshausen die Weichen für das Finale stellen, doch die Hessinnen erwiesen sich wieder einmal als unangenehme Gegnerinnen und ließen den TSV beim 11:17 schlecht aussehen. Auch beim anschließenden 18:8 gegen das tschechische Team aus Vcelna war von der gewohnten Kühbacher Spielkultur nur wenig zu sehen. Ausgerechnet jetzt folgte mit Union Vorholz eine Mannschaft, die dem engeren Favoritenkreis angehörte. Auch wenn gegen die Österreicherinnen noch nicht alles passte, so gelang dank der besseren Nerven ein 16:14-Erfolg. Dass dieser Sieg seine Wirkung nicht verfehlte, zeigten die nächsten Partien. Standesgemäß holte man mit 32:0 gegen Moskau beide Zähler. Gegen den späteren Finalgegner SV Raika Lana gab es ein 24:0. Zwischenzeitlich auf dem zweiten Platz liegend, schien das Gruppenziel Platz eins bis drei zum Greifen nahe. Die Ernüchterung folgte postwendend. Union Passail hieß der Stolperstein, der auf dem Weg nach oben (10:22) kurzen Prozess machte. Zurückgefallen auf Rang fünf, mussten nun alle Reserven mobilisiert werden, um die Ausgangslage für die bevorstehenden Bahnenspiele zu verbessern.

Strahlende Kühbacherinnen: (von links) Regina Gilg, Franziska Schwertfirm, Marianne Weigl, Lisa Seitz und Veronika Filgertshofer.
Bild: Albert kamhuber

Eisstockschießen: Kühbach steht mit dem Rücken zur Wand

In dieser Situation zeigten die Kühbacherinnen, warum sie zu den internationalen Topmannschaften zählen. Real Brest (40:0) aus Weißrussland, Ev Moritzing (26:6) aus Italien und AESV Terlan (31:3) aus Frankreich hatten gegen die nun entfesselt aufspielenden TSV-Damen nicht den Hauch einer Chance. Da im Schlussdrittel zudem alle vorderen Mannschaften patzten, sprang Kühbach nach der letzten Partie gar noch auf den ersten Gruppenplatz.

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Am zweiten Spieltag ging es in sechs Spielen im „Play-up-and -down-Modus“ (Aufsteiger-Absteiger) weiter. In der ersten Begegnung der beiden Gruppensieger gelang gegen den TSV Peiting ein 27:3-Auftaktsieg. In der zweiten Begegnung gegen Büblingshausen folgte die fast schon obligatorische 8:14-Niederlage, womit die Kühbacher die Finalbahn wieder verlassen mussten. In der dritten Runde kam es zum Aufeinandertreffen mit Vorjahressieger UEV Seeham, das der TSV mit 31:0 für sich entschied. Wieder spielte Kühbach auf der Finalbahn und wieder hieß der Gegner Büblingshausen. Abermals zog Kühbach mit 8:20 den Kürzeren. Zurück auf Bahn zwei mussten nun die beiden nächsten Begegnungen erfolgreich absolviert werden, wollte der TSV ins Finale einziehen. In dieser Phase legten die Kühbache-rinnen bei ihrer Treffsicherheit noch eine Schippe drauf und schickten zunächst Italienvertreter AEV Stegen mit 18:6 nach Hause.

Spannung bis zum Schluss

Spannung pur dann im entscheidenden : Kühbach jubeltsechsten Spiel, bei dem sie zum vierten Mal auf Büblingshausen trafen. Dass sich die Kühbacherinnen der Bedeutung des Spiels bewusst waren, konnte man schon in den ersten Aktionen erkennen. Diesmal blieb ihr Offensivspiel fehlerlos, sodass der RSV mit 0:28 resignierend die Segel streichen musste.

Damit lautete die Endspielpaarung TSV Kühbach gegen das Über-raschungsteam des SV Lana Raika. Dass die Südtirolerinnen nicht von ungefähr im Finale standen, offerierten schon die ersten vier von zwölf Kehren. Beide Quartette blieben ohne Fehlschuss, sodass Kühbach mit 6:3 in Führung ging. Spielentscheidend waren dann die Kehren fünf und sechs, in denen der TSV zwei Fehlschüsse Lanas konsequent ausnutzte und seinen Vorsprung auf 16:3 ausbaute. Auch in den restlichen sechs Kehren ließ sich Kühbach nicht mehr stoppen und setzte sich mit 33:18 die europäische Vereinskrone auf.

Zum Ausruhen bleibt den Kühbacherinnen aber nur wenig Zeit, denn schon am kommenden Wochenende geht es zusammen mit der Zweiten Vertretung zur Bundesligavorrunde nach Waldkraiburg.

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