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Fußball

06.10.2017

Löwen-Fans wollen raus aus der Regionalliga

Die Löwen-Fans haben wieder Spaß (so wie hier in Neuburg). Wie sehen die Anhänger aus dem Wittelsbacher Land die Entwicklung?
Bild: Xaver Habermeier

Heute trifft Sechzig auf Aufsteiger Pipinsried. Was Anhänger zum ungleichen Duell und der Lage des Klubs sagen.

Fans vom TSV 1860 München haben es nicht leicht. Jahrelang versuchte der Verein, aus der Zweiten in die Erste Bundesliga aufzusteigen und ist damit sang und klanglos gescheitert. Nun mussten die Löwen zwangsweise in die Regionaliga, da sie die Lizenzauflagen der Dritten Liga nicht erfüllen konnten. In der laufenden Saison treffen die Münchner unter anderem auf den Aufsteiger FC Pipinsried. Am Freitag begegnen sich die beiden Teams um 19 Uhr im Grünwalder Stadion in München. Wir wollten wissen, was eingefleischte Löwenfans von dem ungleichen Duell halten und was sie zur aktuellen Lage der Löwen sagen.

Einer der schon lange den Sechzgern die Daumen drückt, ist Lorenz Braun. Der Bürgermeister von Adelzhausen ist sogar Mitglied im TSV 1860 Fanklub Löwenburg Burgadelzhausen und war lange Jahre dessen Vorsitzender. Gegen Pipinsried ist er sogar im Stadion. „Wir fahren mit dem Fanklub im Bus“, erzählt er. Klar würde er lieber gegen Dortmund spielen, aber da müsse man als Fan jetzt durch. Die Schuld am Abstieg sieht er nicht allein bei Investor Hasan Ismaik, der sich vor dem Abstieg zusehens in die operativen Bereiche des Vereins eingemischt hat. Braun sagt: „So wie die Dinge sich zugetragen haben, war es nicht nur Ismaiks Schuld. Wir hatten Probleme in der Führung.“ Braun ist überzeugt, dass sich nur etwas ändert, wenn die Vereinsführung umstrukturiert wird.

Das sieht auch Thomas Nöbel so. Nöbel ist Spielertrainer beim FC Laimering-Rieden, Löwenfan und hat in der A-Jugend selbst bei Sechzig gekickt. Auch er sieht die Schuld nicht bei Ismaik. „Die Gesamtorganisation, das Wirtschaftliche und die schlechten Transfers waren die Ursachen. Es sind über Jahre Fehler gemacht worden“, erzählt Nöbel. Das müsse sich jetzt ändern, Schritt für Schritt, sagt er. Zwar seien die Sechzger nicht da, wo sie hingehören, aber Nöbel sieht seinen Lieblingsklub momentan gut aufgehoben in der Regionalliga. „Die Liga tut Sechzig gut. Wir müssen jetzt wirtschaftlich und sportlich unsere Lehren daraus ziehen.“ Denn langfristig soll der Weg des TSV zurück in die Bundesliga führen, so Nöbel.

Auch Lorenz Braun sieht die Löwen langfristig wieder in der Bundesliga. Die Situation in der Regionalliga betrachtet er eher kritisch. „Wir müssen so schnell wie möglich wieder raus aus dem Amateur-Bereich“. Der Aufstieg sei absehbar, aber Sechzig müsse jetzt weiter machen und dürfe sich nicht ausruhen. Sonst sei das langfristige Ziel Bundesliga gefährdet, davon ist er überzeugt.

Dem Spiel am Freitag gegen Pipinsried sieht Braun entspannt entgegen. Er freut sich, dass der FCP mal in einem so traditionsreichen Stadion, wie dem Grünwalder, spielen darf. „Für Pipinsried ist das eine tolle Sache“. Auch Nöbel freut sich, dass Pipinsried gegen Sechzig spielt: „Sollten sie gewinnen, würde ich mich auch für sie freuen, aber ich bin für Sechzig.“ Nöbel tippt 3:1 für den TSV. Braun ebenfalls. Trotz der Sympathien für den Aufsteiger stellt Braun jedoch klar: „Natürlich, Pipinsried ist nicht weit weg von Adelzhausen, aber: Einmal Löwe immer Löwe“.

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