Fußball-Nachlese

17.10.2017

Ratlose Gesichter in Aindling

Keine einfache Situation beim TSV Aindling: Nach dem 0:3 bei Schlusslicht Bad Grönenbach ist die Stimmung beim Sportlichen Leiter Josef Kigle (rechts) im Keller. Kigle deutet sogar Konsequenzen an.

Die 0:3-Schlappe in Bad Grönenbach trifft den TSV schwer. Der Sportliche Leiter Josef Kigle deutet jetzt sogar Konsequenzen an. Die nächsten beiden Heimspiele werden schon fast zu Schicksalsspielen.

Wäre heute die Fußball-Saison in der Landesliga Südwest bereits zu Ende, so würde sich der TSV Aindling in der Bezirksliga wiederfinden. In diesem Fall würde der direkte Vergleich den Ausschlag geben. Und da hat seit dem Samstag der TV Bad Grönenbach nach seinem 3:0-Sieg die Nase vorne. Thomas Wiesmüller, seit zwei Monaten als Trainer im Amt, ist sich über diese Situation im Klaren: „Das einzig Positive ist, dass es nur einen Direktabsteiger gibt.“ Nun will er versuchen, mit der Mannschaft zu punkten, um sich in der Tabelle vorbei an der Gefahrenzone in sichere Gefilde zu manövrieren.

Die Niederlage vom Samstag hebt sich ab von vielen anderen Partien in diesen Monaten, die ebenfalls mit einem negativen Ergebnis endeten. Weil der Stellenwert so hoch war und weil man im Vorfeld von guten Voraussetzungen sprechen konnte. Denn eine Woche zuvor durften sich die TSV-Kicker ausruhen, um topfit im Allgäu auf Punktejagd zu gehen. Die Wahrheit sah ganz anders aus. Bad Grönenbach bewies, dass es keinesfalls daran denkt, das Thema Landesliga vorschnell zu den Akten zu legen.

Im August entschieden sich die Verantwortlichen dazu, die langjährige Zusammenarbeit mit Trainer Roland Bahl zu beenden. Nach sieben Punktspielen konnte er lediglich drei Punkte vorweisen. Es folgte das 2:3 gegen Olching mit Interimslösung Magnus Hoffmann. Thomas Wiesmüller startete mit zwei Siegen, nach sieben Landesligapartien kann er eine Bilanz mit sieben Zählern vorlegen. Da liegt der Schluss nahe, dass es nicht so sehr darauf ankommt, wer in sportlicher Hinsicht das Sagen hat, sondern in allererster Linie auf die Mannschaft selbst.

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Nun stehen zwei Heimspiele an, am Sonntag kommt der FC Memmingen II, eine Woche später der SC Ichenhausen. Es gibt zwei Möglichkeiten, die Wende einzuleiten. Wiesmüller wirkt fest entschlossen, alles dafür zu tun, und erinnert daran: „Unter meiner Regie haben wir zu Hause vier Punkte geholt.“ Außerdem verweist er auf die knappe Niederlage gegen Spitzenreiter Nördlingen.

Wie sehr den Verein das 0:3 von Bad Grönenbach getroffen hat, das lässt sich auf seiner Homepage ablesen. Der Sportliche Leiter Josef Kigle beklagt dort einen „ganz schwachen Auftritt“. Er deutet Konsequenzen an: „Es wird und muss was passieren.“ Man könnte im Winter personell aufrüsten. Laut Wiesmüller ist das eine durchaus realistische Option. Allerdings müssten Kandidaten den finanziellen Vorstellungen entsprechen. Daneben muss man sehen, welche Fußballer zum Jahreswechsel überhaupt auf dem Markt verfügbar sind. Und außerdem sollten das Leute sein, die dem TSV auf die Schnelle helfen können.

Tops & Flops des Spieltages

Spieler des Spieltags Das ist in dieser Woche Ecknachs Serhat Örnek. Der offensive Mittelfeldspieler schoss beim 3:1 beim SV Wörnitzstein Berg alle Tore des VfL und ließ den Aufsteiger erstmals seit fünf Spielen wieder über einen Dreier jubeln. Zunächst hämmerte der 22-Jährige den Ball nach gut einer Stunde zum Ausgleich nach Pass von Manfred Glas in die Maschen. In der 80. und 86. Spielminute besorgte er jeweils per Freistoß den Rest. Örnek, der schon in der vergangenen Kreisliga-Saison bester Ecknacher Torschütze war, steht nun bei acht Treffern.

Top des Spieltags Das ist diesmal der BC Aichach. Der Kreisligist kämpfte sich nach einem 0:2-Rückstand im Spitzenspiel gegen Tabellenführer Affing zurück in die Partie. Obwohl die Affinger mehr Ballbesitz hatten, hieß es am Ende 6:3 für die Paarstädter. Besonders sehenswert waren die schön herausgespielten Konter. Die umtriebige Aichacher Offensive kam immer wieder blitzschnell nach vorne und nutzte die Lücken der Affinger eiskalt aus.

Flop des Spieltags Wer beim Tabellenschlusslicht mit 0:3 verliert, der hat sicher nicht sein bestes Spiel gemacht. Landesligist TSV Aindling schaffte es nicht, einen Gegner zu bezwingen, der noch weitaus verunsicherter in die Partie ging als die Aindlinger selbst. In den ersten 15 Minuten verpasste das Team von Trainer Thomas Wiesmüller die Führung zu erzielen, danach ging das Aindlinger Spiel seinen schon gewohnten Gang. In dieser Verfassung taumelt man dem Abstieg entgegen.

Torjäger Neben Serhat Örnek waren die Torjäger nicht so wirklich in Stimmung. Gundelsdorfs Fabian Forster erzielte zwei Treffer gegen Sielenbach und beim BC Aichach waren David Burghart und Marcus Wehren jeweils doppelt erfolgreich. Tore satt gab es dafür beim TSV Mühlhausen. Der Absteiger deklassierte den BC Aichach II in der B-Klasse mit sage und schreibe 18:0. Allein sechs Treffer erzielte Niklas Kirchgeßner zwischen der 20. und der 60. Minute. Sturmpartner Alexander Mayr traf übrigens vier Mal.

Längste Serien Den neunten Sieg in Folge verpasste der TSV Friedberg beim Unentschieden gegen Verfolger Dasing. Den siebten Sieg am Stück holte der TSV Aindling II in der B-Klasse Aichach. Noch immer ungeschlagen ist der SV Echsheim-Reicherstein in der Kreisklasse Neuburg. Türkspor Aichach und der SV Ried feierten beide ihren ersten Siege.

Zuschauermagneten 320 Fans sahen das Regionalligaspiel des FC Pipinsried gegen den FV Illertissen. 300 waren beim Aindling-Gastspiel in Wolfertsschwenden vor Ort. Enttäuschend waren die Zuschauerzahlen in der Bezirksliga Nord. Den Ecknacher Sieg in Wörnitzstein sahen 100, die Niederlage von Adelzhausen in Rain nur 50 Besucher. Deutlich besser besucht waren die Kreisliga-Schlagerspiele Langenmosen-Pöttmes und Aichach-Affing mit je rund 200 Zuschauern. (sry-)

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