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Pferdesport

01.10.2019

Westernreiten: das war beim Turnier in Mainbach geboten

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2 Bilder
Präzisionsarbeit beim Westernreitturnier in Mainbach: Karin Schlegel leitet ihren Wallach Cisco rückwärts durch die Stangen.

Beim Westernreitturnier auf der Golden Sunrise Ranch in Mainbach sind alle Altersklassen vertreten. Inhaberin Sabine Erhard erklärt, worauf es ankommt.

Bebbo schüttelt seine Mähne. Die blonden Strähnen fliegen, er schnappt nach dem Strick, der an seinem Halfter baumelt, und stampft mit den zierlichen Hufen. Seine junge Reiterin Elisabet Leitenmaier beobachtet, wie eine andere Teilnehmerin den Parkours absolviert. Größe spielt bei dem Hofturnier der Golden Sunrise Ranch in Mainbach keine Rolle. Es ist ein Turnier für alle, für die Ponys und ihre kleinen Reiter, für Anfänger und Fortgeschrittene. Es gibt keinen Leistungsdruck für die etwa 25 Teilnehmer. Das ist Leiterin der Ranch Sabine Erhard wichtig: „Echte Turniere sind oft zu schwierig, trotzdem wollen wir das unseren Reitschülern bieten. So bekommen sie Einblicke in die Eigenheiten von Turnieren, mit Hilfestellungen, falls nötig, und ohne Zeitstress.“

Gleich sind Bebbo und Elisabet dran. Die Prüfung heißt „Western Horsemanship“, übersetzt Reitkunst. Der Richter beurteilt Haltung und Sitz des Reiters sowie die Hilfen, die er seinem Pferd gibt. An bestimmten Punkten müssen die Teilnehmer in fließenden Übergängen die Gangart wechseln. In dieser Prüfung bekommen die Reiter eine besondere Hilfestellung. Sie werden bei den Aufgaben geführt, sodass sie sich ganz auf das Pferd konzentrieren können. Trotzdem geben sie selbstständig Hilfen, lenken und treiben an.

Der Richter gibt das Zeichen und Bebbo trabt los. Makellos setzt er über die Stangen, Elisabet sitzt aufrecht und gibt konzentriert den Weg vor. Die Leistung der beiden wird mit viel Applaus quittiert, am Ende schaffen sie es auf den ersten Platz.

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Pony Bebbo und junge Reiterin Elisabet Leitenmaier warten gespannt, bis sie an der Reihe sind.

Westernreiten vs. klassisches reiten: Die Unterschiede

Das Westernreiten unterscheidet sich in vielen Punkten von der klassischen englischen Reitweise. Erhard, die in beiden Reitweisen geschult ist, hat sich 2012 ganz für das Westernreiten entschieden. Damals hat sie das Gelände in Mainbach gepachtet und die Golden Sunrise Ranch eröffnet. „Das Westernreiten ist sehr viel lockerer. Deswegen kommt es auf ein großes Vertrauensverhältnis zwischen Pferd und Reiter an und die Kommunikation zwischen beiden ist tief.“ Diese Lockerheit, auch in der Kleidung der Westernreiter, sagt auch vielen Männern zu, die einen ungewöhnlich hohen Anteil von Erhards Reitschüler ausmachen. Sie schmunzelt: „Da sind die lässigen Jeans wohl cooler als die Strumpfhosen von Springreitern.“

Gerade startet der Trail, der die Arbeitsweise der Cowboys widerspiegelt. Auf dem Parcours durchlaufen die Reiter verschiedene Situationen, die ihnen auf einem Wanderritt begegnen könnten. Es geht dabei um Gelassenheit, Präzision und Vertrauen. Eine simulierte Holzbrücke, die unter den Hufen ominös nachgibt, bereitet einem Pferd Schwierigkeiten, es stemmt die Beine in den Boden und rührt sich keinen Zentimeter. Auch das Öffnen eines Gatters mit vorsichtigem Vorgehen erweist sich als anspruchsvoll.

Ein großes Team kümmert sich dabei ehrenamtlich um den reibungslosen Ablauf des Hofturniers, die Stimmung ist familiär und ausgelassen. Eine junge Reitschülerin lehnt mit ihren Schulfreundinnen an der Bande. „Ich hab selber bei zwei Prüfungen mitgemacht. Aber mein Pferd hat eine andere braune Stute angezickt und wir sind Letzter geworden“, sagt sie, ihre Augen blitzen hinter einer blauen Brille. „Spaß gemacht hat es trotzdem!“

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