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Wälder sind bedroht: Was sich in Aichach-Friedberg tut

Aichach-Friedberg

Im Klimastress: Wie verändert sich der Wald durch Klimawandel, Trockenheit und Borkenkäfer?

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    Knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich um Försterin Laura Meitinger (Zweite von rechts) und Beratungsförster Ralf Lojewski (Dritter von rechts), die bei einem Waldspaziergang über die Folgen des Klimawandels auf unsere Wälder aufklärten.
    Knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich um Försterin Laura Meitinger (Zweite von rechts) und Beratungsförster Ralf Lojewski (Dritter von rechts), die bei einem Waldspaziergang über die Folgen des Klimawandels auf unsere Wälder aufklärten. Foto: Brigitte Glas

    Freiflächen und abgestorbene Baumgruppen, verfärbte Kronen und Risse in der Rinde: Trockenheit, Stürme und Schädlingsbefall haben auch im Landkreis Aichach-Friedberg mittlerweile deutliche Schäden hinterlassen. Aber: Es gibt auch mögliche Lösungen, mit denen die Wälder widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels gemacht werden sollen.

    Wie stark der Klimawandel die heimischen Wälder bereits verändert hat, konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Waldspaziergangs des Landratsamtes in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule in einem Waldstück bei Oberbernbach erleben. Ralf Lojewski, Beratungsförster am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg und Laura Meitinger, Försterin im Spitalwald, führten knapp 30 interessierte Bürger durch verschiedene Waldabschnitte. Ziel solcher Exkursionen ist es, Wissen über die Auswirkungen des Klimawandels zu vermitteln und gleichzeitig Verständnis für moderne Forstwirtschaft zu schaffen. Angesichts der sichtbaren Veränderungen im Wald sei das Interesse der Bevölkerung an Umwelt- und Klimathemen deutlich gewachsen.

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    Von Anfang an wurde sichtbar, wie sehr sich das Waldbild in den vergangenen Jahren verändert hat. Freiflächen und abgestorbene Baumgruppen zeugen von den extrem trockenen Sommern der letzten Jahre. Besonders betroffen seien Fichtenbestände, erklärte Lojewski. Die Fichte, jahrzehntelang ein wirtschaftlich wichtiger Baum in deutschen Wäldern, komme mit anhaltender Hitze und Wassermangel nur schlecht zurecht, sagte Lojewski.

    Dadurch hätten Schädlinge wie der Borkenkäfer leichtes Spiel. Mehrere Generationen, vor allem des Buchdruckers und des Kupferstechers, pro Jahr können einen Baum in sechs Wochen absterben lassen, erläuterte Laura Meitinger: „Früher konnten sich die Fichten mit genügend Wasser gegen den Käfer wehren.“ Heute seien viele Bäume durch Trockenstress geschwächt, was sie anfälliger macht: „Ein guter Badesommer ist ein schlechter Waldsommer und umgekehrt“, sagte der Beratungsförster. 

    Von welchem Baum stammt das Holz? Auch ein kleines Ratespiel war Teil des Waldspaziergangs.
    Von welchem Baum stammt das Holz? Auch ein kleines Ratespiel war Teil des Waldspaziergangs. Foto: Brigitte Glas

    Doch nicht nur Fichten leiden unter den veränderten klimatischen Bedingungen. Auch Buchen, die lange als stabile heimische Baumart galten, zeigen zunehmend Trockenschäden. Verfärbte Kronen, abgestorbene Äste und Risse in der Rinde seien inzwischen vielerorts sichtbar. Die Experten zeigten an mehreren Stationen, wie sich ehemals dichte Waldstücke verändert haben und wie auf freien Flächen bereits neue Baumarten gepflanzt werden. Heute setzt man auf sogenannte Mischwälder mit unterschiedlichen Baumarten.

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    Dadurch werde anders als bei Monokulturen das Risiko verteilt: Wenn eine Art unter Trockenheit oder Schädlingen leidet, könnten andere Arten stabil bleiben. Mit Vielfalt unter den Baumarten könne man den Wald fit für die Zukunft machen. Weißtanne, Esskastanie oder die Roteiche werden vermehrt gepflanzt. Um das Holz auch wirtschaftlich gut nutzen zu können, werden die Bäume sehr eng gesetzt. Dadurch wachsen sie ohne viele Seitentriebe gerade nach oben.

    Während des Spaziergangs wurde aber auch deutlich, welche große Bedeutung der Wald für Mensch und Klima hat. Wälder speichern Kohlendioxid, produzieren Sauerstoff, schützen Böden vor Erosion und bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig dienen sie vielen Menschen als Ort der Erholung. „Wenn man die Schäden vor Ort sieht, merkt man erst, wie ernst die Situation ist“, sagte ein Teilnehmer. Er äußerte aber auch Hoffnung, dass durch den Umbau hin zu vielfältigen Mischwäldern langfristig stabile Wälder entstehen könnten.

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