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Verkehr

31.03.2017

A8: Bremst Telematik den Anstieg schwerer Unfälle?

Auf viel befahrenen Autobahnabschnitten kann mit flexibel steuerbaren Systemen die Geschwindigkeit der Verkehrslage angepasst werden. Damit soll die Zahl der Unfälle verringert werden.

Die neue Unfallstatistik der Polizei hat offenbar Bewegung in die Tempo-Limit-Debatte gebracht

Hílft der Einsatz moderner Technik auf der sechsspurig ausgebauten Autobahn A8 gegen die steil steigenden Verletzten-Zahlen infolge schwerer Unfälle? Die Hoffnung hegen die CSU-Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein ( Neu-Ulm), Hansjörg Durz (Augsburg-Land) und Volker Ullrich ( Augsburg Stadt) und werden deshalb aktiv.

Nachdem vor Kurzem eine aktuelle Unfallstatistik veröffentlicht wurde, haben sich die Abgeordneten in einem gemeinsamen Schreiben (liegt der Redaktion vor) an ihren Parteifreund und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gewandt. Darin machen die Parlamentarier nicht nur die Entwicklung der Unfallzahlen deutlich, sondern drängen auch auf eine Lösung des Problems: Künftig soll über sogenannte Telematiklösungen Einfluss auf die zulässige Geschwindigkeit genommen werden können. Dafür sei der Aufbau flexibel steuerbarer Streckenbeeinflussungsanlagen notwendig, die in der Lage sind, durch die zeitweise Vorgabe von Tempobeschränkungen situationsanhängig das Geschwindigkeitsniveau und damit die Unfallgefahren zu reduzieren.

„Wir stellen fest, dass die Verkehrsunfälle 2016 im Vergleich zu 2015 auf der A8 insgesamt um zwei Prozent zugenommen haben. Dabei ist vor allem alarmierend, dass sich die Zahl der Schwerverletzten fast verdreifacht und die Zahl der Leichtverletzten um über 40 Prozent angestiegen ist“, nimmt das Schreiben exemplarisch Bezug auf die aktuellen Zahlen aus dem Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord (wir berichteten). „Das zeigt, dass die Unfälle heftiger werden“, sagt der Augsburger Volker Ullrich.

Auch stellen die Abgeordneten fest, dass die Hauptunfallursache – wie auch bereits im Jahr 2015 – eine nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit sei. Hier setzt entsprechend auch der Lösungsansatz der schwäbischen Bundestagsabgeordneten an: „Angesichts der Entwicklung der Unfallzahlen muss es temporär möglich sein, auf Streckenabschnitten der BAB 8 im Bereich der Landkreise Günzburg, Augsburg und Aichach-Friedberg sowie der Kreisfreien Stadt Augsburg über Telematikanzeigen das Geschwindigkeitsniveau und damit die Unfallgefahren, insbesondere durch Differenzgeschwindigkeiten, zu reduzieren“, heißt es in ihrem Schreiben an den Verkehrsminister. „Dies gilt umso mehr für eine Strecke, die durch eine kurze Abfolge von Anschlussstellen und damit eine Vielzahl von Ein- und Ausfahrten geprägt ist“, so der Neusässer Abgeordnete Hansjörg Durz.

„Der Bund stellt den Ländern jährlich Mittel zur Realisierung von telematischen Maßnahmen zur Verfügung. Wir werden uns mit Nachdruck dafür einsetzen, dass dies auch in unserer Heimat zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der A8 genutzt wird. Kleiner Nebeneffekt: Damit drosseln wir auch den Verkehrslärm im Sinne der Anwohner, der durch den Ausbau für die Betroffenen objektiv nicht gerade geringer geworden ist“, fasst Georg Nüßlein die Forderung der CSU-Abgeordneten zusammen.

Diese sind mit ihrem Vorstoß nicht allein. Der SPD-Landtagsabgeordnete Herbert Woerlein setzt sich ebenfalls für ein Tempolimit auf der A8 ein und verweist auf die hohe Zahl von Verletzten bei Unfällen. „Hier müssen strikte Geschwindigkeitsbegrenzungen her. Die Vielzahl der verletzten Personen sollte da doch Begründung genug sein.“ (AL)

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