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12.07.2010

Alle mögen's heiß: Hochbetrieb in den Freibädern

Wasser erfrischt nicht nur, sondern macht auch Spaß: Franziska experimentiert im "Sun Splash" in Meitingen. Foto: Merk
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Wasser erfrischt nicht nur, sondern macht auch Spaß: Franziska experimentiert im "Sun Splash" in Meitingen. Foto: Merk
Bild: Merk

Landkreis Augsburg Die starke Mittagssonne brennt Christina Weber tief ins Gesicht. Die schwarze Sonnenbrille schützt ihre Augen und unterstreicht ihren sportlichen Typ. Die Schwimmmeisterin in der Gerfriedswelle in Gersthofen lässt sich von den hohen Temperaturen nicht unterkriegen: "Die Hitze macht mir nichts mehr aus." Sie habe sich daran gewöhnt. Das ist auch gut so. In den Becken herrscht zurzeit sehr reger Betrieb.

Zahlreiche Badende versuchen der sengenden Hitze durch einen Sturz in die Fluten zu entkommen. 5000 Gäste zählte die Badeleitung in Gersthofen am Sonntag. Da ist besondere Vorsicht angesagt.

Die Wasserqualität werde täglich kontrolliert und sei trotz des großen Ansturms weiterhin gut, sagt Franz Meitinger, technischer Leiter und ebenfalls für die Sicherheit der Badegäste in der Gefriedswelle zuständig.

Freude auf Bekannte

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Um Gefahren machen sich dagegen die meisten Badegäste bei so einem Traumwetter keine Sorgen. Hanni Kremser ist regelmäßig im Freibad. Sie habe eine Jahreskarte der Gefriedswelle und komme deshalb bis zu fünf Mal in der Woche. Sie habe einen großen Garten, aber "bei der Hitze" halte sie es nur beim Baden aus. Mit dem Fahrrad sei sie gekommen und genieße hier den heißen Tag. "Auch treffe ich hier viele Bekannte, mit denen ich mich gut unterhalten kann", erklärt Hanni Kremser.

Doch das Freibad in Gersthofen ist nicht der einzige Ort im Landkreis Augsburg, um sich richtig von den Temperaturen zu erholen. In das "Sun Splash" in Meitingen pilgern an so einem heißen Wochenende täglich über 2000 Gäste. Es locken vier Becken mit rund 2000 Quadratmeter Wasserfläche. Ein Kleinkindbecken mit Wasserspeier, -glocke und einem Schifferlkanal, ein Freizeitbecken mit einer 68 Meter langen Rutsche, einem Wasserpilz und einem Strömungskanal.

Ebenso klagt auch das Naturfreibad in Fischach nicht über fehlende Gäste. Gestern erholten sich beispielsweise bei 27 Grad Wasser- und 31 Grad Lufttemperatur sehr viele Leute. Auch hier kommen an heißen Tagen rund 2000 Gäste. Björn Anderson, ausgebildeter Rettungssanitäter und Aufsichtsperson, und sein Team müssten manchmal sogar bei 2500 Badegästen die Grenze ziehen und weitere Gäste wegschicken. "Weil sonst die Hygiene und die Sicherheit der Badenden leiden könnte", erklärt Anderson.

Weitere Freibäder, die zurzeit hoch im Kurs stehen, sind beispielsweise, das Freibad in Kutzenhausen, zu dem Wasserfreunde aus einem Umkreis von bis zu 20 Kilometern anreisen, oder das neu umgebaute Hallen- und Freibad in Stadtbergen, welches täglich bis zu 1000 Gäste, hauptsächlich Familien mit Kindern, zählen darf.

Auch das Waldfreibad in Dinkelscherben freut sich über Rekordbesucherzahlen. Das idyllisch, am Berg liegende Bad, lockt bis zu 1700 Badende ans Wasser. Doch könnten laut Leiterin Elfriede Mayer noch mehr Schwimmende kommen, denn das Freibad dürfte bis zu 3000 Badegästen Platz bieten.

In Usbekistan ist es wärmer

Auch Nigina und Ruschana Davydova wissen, wo sie sich am Besten abkühlen können. Die beiden wohnen in Augsburg, kommen aber oft nach Gersthofen in die Gerfriedswelle. Im Zentrum ihrer Stadt gäbe es nicht so viele Möglichkeiten, um sich im Freien zu entspannen. Ruschana Davydova kommt mit der Hitze sehr gut zurecht. Sie sei aus Usbekistan und dort habe es sehr oft Temperaturen über 38 Grad. "Richtiges Wüstenwetter eben", sagt sie.

Auch Meitinger schwitzt kaum in der Sonne. Ab und zu versucht er sich im Schatten zu schützen und trinkt viel, solange er seine Runden durch das Schwimmbad dreht. "Mann muss überall seine Augen haben", weiß Meitinger. Seit der Öffnung um 9 Uhr hält er Ausschau nach Badegästen, die in Not geraten sind, oder denen er nur bei leichteren Problemen weiterhelfen muss. Doch die letzten Jahre ist kein großes Unglück passiert. Pflaster aufkleben komme sehr viel öfter vor als Lebensrettung. "Zum Glück", freut sich Meitinger und hofft auf weitere so tolle Sonnentage. "Tagesgespräch

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