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Theater

07.11.2019

Alte Knochen und junges Glück

Klara Häfele (Sonja Pecher) zieht ihrem Karl (Anton Marx) immer wieder mal die Ohren lang.
Foto: Helene Weinold

Premiere der Komödie „Scherba brenget Glück“ in Neumünster vor ausverkauftem Haus. Weitere vier Vorstellungen

Es kommt nicht alle Tage vor, dass in einem Getreideacker erst eine keltische Graburne und dann auch noch ein Skelett gefunden werden. Der Bauernfamilie Häfele passiert in der Komödie „Scherba brenget Glück“ genau das – und das wirbelt das geruhsame Leben auf dem Hof gehörig durcheinander. Gehört der Totenschädel aus dem Feld wirklich einem keltischen Fürsten, wie der Archäologe Rolf Gräbler behauptet, oder handelt es sich doch um Klara Häfeles Gspusi aus Jugendtagen, einen jungen Mann, der damals spurlos verschwunden ist? Und was hat Klaras Mann Karl eigentlich mit der Sache zu tun?

Die Theaterfreunde Neumünster haben aus dem Dreiakter von Thomas Deissner unter der Regie von Hannelore Seehuber und Sebastian Leopold ein sehr unterhaltsames Vergnügen für Zuschauer wie Akteure gemacht und wurden bei der Premiere im komplett ausverkauften Saal des Vereinszentrums mit begeistertem Applaus belohnt. Das Lustspiel wird dieses und nächstes Wochenende noch viermal aufgeführt (Termine siehe unten).

Sonja Pecher als Klara Häfele und Anton Marx als ihr Mann Karl liefern sich auf der Bühne sehr überzeugende Wortgefechte (und eine romantische Szene), und Tamara Pecher mimt die einfältige Tochter auf der Suche nach einem Ehemann mit hinreißendem komödiantischem Talent und erstaunlichem Modegeschmack. Alida Jochum bezirzt als Bettina Häfele den feschen Archäologen Rolf Gräbler (Simon Heinle) erfolgreich, während die Magd Marie (Isabell Jochum) und der Knecht Frieder (Wolfgang Siersch) am liebsten Dienst nach Vorschrift auf dem Hof leisten oder beim Liebesleben anderer kiebitzen. Frieders Standardsatz dazu: „Bei den Kühen und Säuen bin ich auch immer dabei.“

Auch beim „Vorspiel zum Vorspiel“ der ländlichen Komödie geht es rustikal zu: In „Der schwierige Kuhhandel“ von Karl Valentin versucht Moritz Jochum als großspuriger, einen dicken Stumpen rauchender Viehhändler einem Bauern (Sebastian Leopold) dessen beste Milchkuh abzukaufen, doch die Verhandlungen gestalten sich schwierig und gerade dadurch fürs Publikum sehr amüsant.

Im Souffleurkasten sorgt Caroline Ram dafür, dass niemand auf der Bühne den Faden verliert. Geschminkt und frisiert wird das Ensemble von Daniela Kränzle und Simone Nimmrichter; für die Technik zeichnen Lukas Nenning, Jürgen Wink und Jürgen Tiroch verantwortlich.

Weitere Aufführungen am Freitag und Samstag, 8. und 9. November, sowie am Freitag und Samstag, 15. und 16. November, jeweils um 19.30 Uhr im Vereinszentrum Neumünster. Karten können von Montag bis Freitag zwischen 19 und 20 Uhr bei Norbert Siersch unter der Telefonnummer 08295/1418 reserviert werden.

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