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Stadtbergen

22.05.2015

Asyl-Thematik als Publikumsmagnet

Im Stadtberger Hotel Helena sind derzeit rund 20 Asylbewerber.
Bild: Marcus Merk

Knapp 200 Menschen kommen zur Bürgerversammlung – und äußern sowohl Verständnis als auch Kritik.

Wohl selten war eine Bürgerversammlung in Stadtbergen so gut besucht: Knapp 200 Menschen kamen zur Veranstaltung, die nur ein Thema hatte: die Unterbringung von Asylbewerbern. Stadtbergens Bürgermeister Paul Metz, der Chef der Ausländerbehörde am Landratsamt Max Rauscher und Mathias Schopf-Emrich von der Diakonie Augsburg informierten zum aktuellen Stand der Dinge – und bekamen sowohl Lob und Verständnis als auch Kritik an der allgemeinen Situation zu hören.

Max Rauscher machte deutlich, wie sehr seine Behörde unter Zeitdruck steht, genügend Platz für Asylbewerber zu schaffen. Alleine im Jahr 2015 werden rund 1600 zusätzliche Flüchtlinge erwartet, gerade einmal 1000 waren es zu Jahresbeginn – davon rund 30 Menschen in Stadtbergen, die meisten im Hotel Helena. Rauscher sagte: „Pro Woche bekommen wir im Landkreis rund 20 Asylbewerber zugewiesen. Wenn wir für diese Menschen keinen Platz haben, lautet die Adresse, die die Busse anfahren: Prinzregentenplatz 4 – dann steht ein Bus auf dem Parkplatz des Landratsamtes.“

Eine mögliche Notunterkunft sind die Turnhallen im Landkreis, die als Notunterkünfte gedacht sind. „Die sind aber die Ultima Ratio“, sagte Rauscher. Aber eine, die sehr bald zum konkreten Thema werden wird. In Stadtbergen werden in nächster Zeit keine Asyl-Unterkünfte geschaffen, sagte Rauscher. „Die Stadt hat uns unterstützt, wir werden den Fokus jetzt woanders setzen.“

Dabei werden es jeden Monat mehr Menschen, die vor dem Leid in ihren Heimatländern flüchten: „Alleine die Zahlen im März haben alles gesprengt.“ So stieg die Anzahl der Erstanträge alleine aus Syrien um 181 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an. Die Folge sei klar: „Wir müssen anmieten, was uns angeboten wird.“ Dass wie bislang geschehen, Hotels als Unterkünfte dienen, soll es nicht mehr geben. „In einer Selbstversorgerunterkunft können die Menschen selbst kochen, das fördert die Lebensqualität.“

Eben das soll in den fünf Holzhäusern möglich sein, die bald in Stadtbergen auf der Wiese neben dem Landratwirtschaftsamt gebaut werden. Derzeit werden die Häuser von der Herstellerfirma gefertigt. In Stadtbergen sollen so auf zehn Jahre begrenzt 80 Asylbewerber Platz finden, weitere Unterkünfte sind in Steppach und in Gersthofen gebaut. „Baustart ist in Gersthofen, bis Juli oder August sollen alle Häuser dann fertig sein“, so Rauscher.

Flüchtlingshelferin Felicitas Samtleben-Spleiß beklagte, dass manche Asylanträge schon seit eineinhalb Jahren beim Bundesministerium liegen. Solange sind die Flüchtlinge zur Untätigkeit verdammt. Eine andere Frage aus dem Publikum drehte sich um die Frage, ob die Räume des Stadtberger Landwirtschaftsamtes künftig für Asylbewerber genutzt werden könnten. Dem widersprach Paul Metz: „Es gibt eine klare Zusage des Landrats, dass das nicht passieren wird.“ Die Befürchtung eines Besuchers, dass von den Asylbewerbern eine hohe kriminelle Gefahr ausgeht, verneinte Mathias Schopf-Emrich von der Diakonie: „Ich habe bislang keine einzige solche Situation erlebt.“

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