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Dinkelscherben

28.08.2019

Auf dünnen Reifen durchs Augsburger Land

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2 Bilder
Auf ihren Rennrädern sind die Mitglieder von Radsport Dinkelscherben flott unterwegs. 
Bild: Brigitte Mellert

Plus Das Rennradfahren ist im Landkreis Augsburg beliebt. Doch eignen sich die Wege für lange sportliche Touren? Wir haben eine Gruppe aus Dinkelscherben begleitet.

Der Tacho am Lenker zeigt 46 Stundenkilometer an. Der Wind rauscht um die Ohren, Geräusche erscheinen nur noch dumpf. Unter den Füßen von Hermann Zott und seinen Sportkameraden befindet sich allerdings kein Motor. Die durchtrainierten und braun gebrannten Sportler sitzen auf ihrem Rennrad, unterwegs auf einer ihrer wöchentlichen Trainingsfahrten durch den Landkreis. Wir haben sie auf einer Tour begleitet. In unserem sechsten Teil der Radserie, zeigen wir, wie sich die Fahrradwege im Augsburger Land für Rennräder eignen und wo Gefahrenstellen lauern.

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Die Mitglieder des Radsport Dinkelscherben haben zum Teil schon 5000 Kilometer in den Beinen und kennen die Strecken im Landkreis Augsburg in- und auswendig. Abfahrt ist an diesem Tag am Parkplatz an der Mittelschule in Dinkelscherben. Die rund 70 Kilometer lange Strecke führt von der Gemeinde in Richtung Zusmarshausen über Altenmünster, Welden bis nach Lützelburg und von da an wieder zurück nach Dinkelscherben. Schnell zeigt sich, die Radwege beginnen erst am Ortsende, zuvor muss die Fahrbahn genutzt werden. Im Ort ist das aber kein Problem, die Autofahrer sind rücksichtsvoll und überholen die Radgruppe mit weitem Abstand – vorbildlich, loben die Radler. Nur an langen, geraden Abschnitten drückten Autofahrer zu sehr aufs Gas, kritisiert Hermann Zott. Er ist für die Tourenplanung des Vereins zuständig.

Wie eine Zeichensprache wirkt ihre Kommunikation

An den Ortseingängen münden die Wege dann wieder überwiegend auf der Straße. „In solchen Situationen ist es wichtig, aufeinander zu achten“, erklärt Zott. Die Mitglieder kennen sich schon lange, die Kommunikation läuft entsprechend reibungslos. Für Anfänger bergen aber Radwege, die im Zick-Zack über Straßen führen, Gefahrenstellen. Um Unfälle zu vermeiden, gibt jeweils der Vordermann ein Signal an den hinteren Fahrer, sobald der Weg sich ändert. Wie eine Zeichensprache wirkt ihre Kommunikation im ersten Augenblick: So deutet Zott beispielsweise mit der Hand nach links oder rechts, sobald er abbiegen möchte. Kommt ein Fahrradfahrer entgegen, zeigt er mit einer Handbewegung hinter seinem Rücken dem Hintermann an, sich einzureihen.

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Grundsätzlich sind die Radwege an den Hauptstraßen gut ausgebaut und breit genug, um darauf problemlos in beiden Richtungen fahren zu können. „Die Tour, die wir heute fahren, ist ein positives Beispiel“, sagt Zott lobend. Entlang vieler kleiner Orte gibt es nur wenige Autofahrer am Wochenende – unter der Woche ist die Verkehrslage abends im Berufsverkehr jedoch angespannter. Einen kleinen Haken sieht eine Sportkameradin in den sommerlichen Maisfeldern. Durch die hohen Halme sei die Sicht auf die Radwege eingeschränkt. Loben kann sie hingegen die Beschilderung der Radwege. Die sei über die Jahre übersichtlicher geworden.

Für alle Leistungsstufen geeignet

Eine Besonderheit des Landkreises sind sicherlich die Westlichen Wälder. Doch das hat auch seine Tücken: Verschmutzte Straßen, schwierige Licht- und Schattenverhältnisse und Äste auf den Straßen. Trotzdem lobt Zott die Gegend: „Es gibt ausreichend geteerte Radwege und auch die Fahrbahnen sind sauber.“ Lediglich Bauern verschmutzten die Straßen bei Feldarbeiten, aber das gehöre nun einmal auf dem Land dazu. Das Augsburger Land kann Hermann Zott also Rennradlern empfehlen. Grundsätzlich wertet er die Strecken für alle Leistungsstufen als geeignet. Nur müssen Fahranfänger genügend Ausdauer mitbringen, die Anstiege fordern mit der Zeit viel Kondition.

Auch die hohen Geschwindigkeiten, die bei Abfahrten erreicht werden können, sind für Anfänger nicht geeignet. Zu Beginn eigneten sich daher ebene Touren. Bei all dem Lob fallen den Mitgliedern aber auch kritische Stellen ein. „Der Radweg von Aretsried nach Fischach ist sehr eng, besonders in der Kurve“, sagt Zott. „Dazu kommt, dass wir oft die Seite wechseln müssen. Die andere Richtung ist aber besser zu befahren.“

Von diesen kleinen Schwächen lassen sich die Rennradler aber nicht entmutigen. So lange das Wetter mitspielt, heißt es: Helm auf, Radkleidung an und ab aufs Rad.

Bereits erschienen in unserem "Thema der Woche":

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