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Gablingen

06.07.2010

Bau der Gefängnismauer im Frühjahr

Den Plan im Griff, den Standort nahe der Radaranlage im Hintergrund: Von links Gablingens Bürgermeister Karl Hörmann, Landratsstellvertreter Max Strehle, Michaela Schuster, der Landtagsabgeordnete Georg Winter, Peter Sailer (stellvertretender Leiter der JVA Augsburg) sowie Markus Wilmer, Gerhard Riepl und Ulrich Blickle vom Staatlichen Bauamt. Foto: Marcus Merk
Bild: Marcus Merk

Neue Mauern sollen als erstes errichtet werden: Auf dem Augsburger Hochfeld soll die neue "Justizvollzugsanstalt Augsburg in Gablingen" langsam, aber sicher Gestalt annehmen. Von Martin Deibl

Bereits im Frühjahr nächsten Jahres soll die neue "Justizvollzugsanstalt Augsburg in Gablingen" (so die offizielle Bezeichnung) Gestalt annehmen. Als Erstes werden nämlich die JVA-Mauern errichtet. Die sind immerhin sechs Meter hoch und umschließen zahlreiche Gebäude, in denen insgesamt 609 Häftlingen untergebracht werden. "Wenn alles optimal läuft, könnte die neue JVA Mitte des Jahres 2015 fertig sein", so Georg Winter, der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Landtag.

Heute im Haushaltsausschuss

Genau diesem Ausschuss kommt am heutigen Mittwoch eine entscheidende Bedeutung zu. Er muss aus dem Planungs- einen Bautitel machen. Dass da noch Sand ins Getriebe kommt, glaubt der CSU-Landtagsabgeordnete nicht. Denn gebaut wird das neue Gefängnis jetzt vom Freistaat selbst. Kostenpunkt 100,9 Millionen Euro.

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Das bedeutet, dass in die bayerischen Doppelhaushalte 2011/2012 und 2013/2014 jeweils 20 bis 25 Millionen Euro pro Jahr eingeplant werden müssen.

Noch vor wenigen Monaten sollte die JVA nach dem PPP-Modell (Public Private Partnership) gebaut, finanziert und im technischen Teil betrieben werden. Doch was beim Autobahnbau funktioniert, scheint bei Justizvollzugsanstalten an Grenzen zu stoßen. So standen laut Winter beim JVA-Bau in München 40 000 Positionen auf der Mängelliste. Hinzu kam, dass bei einer Finanzierungsgröße von bis zu 200 Millionen Euro die Anbieter nicht zuletzt aufgrund der Finanzkrise überfordert waren. Winter: "Alle belastbaren Angebote sind unter der Wirtschaftlichkeit geblieben."

Kurswechsel notwendig

Und so war nach diesem Kurswechsel" (Winter) wieder eine konventionelle Finanzierung nötigt und das Staatliche Bauamt gefordert. Das habe sehr gut gearbeitet, lobte der Abgeordnete beim Termin auf der Baustelle nahe der Radaranlage.

Dass die JVA auf dem 70 000 Quadratmeter großen Grundstück doch noch gebaut wird, hat Landratsstellvertreter Max Strehle fast nicht mehr geglaubt. "Von mir wurde noch mit jedem Justizminister von Sauter über Weiß bis Merk ein Foto und alle haben gesagt, es geht bald los."

Das erste Gebäude ab Frühherbst 2011

Doch jetzt scheint es wirklich der Fall zu sein. Baudirektor Ulrich Blickle, Chef des Bauamtes, beschreibt den Zeitplan. Im Frühjahr 2011 werden die Außenmauern hochgezogen, dann die Gebäude für Technik und Versorgung sowie die erste Unterkunft errichtet (ab Frühherbst 2011), anschließend folgen die drei weiteren Y-förmigen Häuser. Zuletzt werden die Unternehmerbetriebe und die Freizeitanlagen errichtet. Blickle und Baudirektor Gerhard Riepl: "Wir bauen von innen nach außen." Dies habe auch den Vorteil einer abgeschlossenen Baustelle. Aus Sicherheitsgründen wird es nur einen Zugang geben. Die Gebäude für Freigänger wurden vorerst zurückgestellt.

Und was sagt Gablingens Bürgermeister Karl Hörmann dazu, dass es nun ernst wird mit einer JVA? "Es gibt keine großartig negativen Stimmungen in der Bevölkerung - das Thema ist ja seit zehn, zwölf Jahren in den Köpfen drin."

Der Neubau ersetzt die JVA auf dem Augsburger Hochfeld. Dieses Areal soll an die Stadt Augsburg als Wohnbaugelände verkauft werden. Das Gebäude in der Karmelitengasse in der Innenstadt (dort sind vor allem Jugendliche untergebracht), bleibe aber erhalten, sagt Peter Sailer, der stellvertretende JVA-Leiter. Er sehnt den Neubau herbei, denn die alte JVA ist randvoll. In beiden Gebäuden mit gesamt 246 Haftplätzen waren Ende April 294 Gefangene untergebracht.

Augsburg ist damit ein Spiegelbild der bayerischen Justizvollzugsanstalten, die derzeit mit 393 Gefangenen überbelegt sind. Allein in Schwaben fehlen nach Angaben des Justizministeriums momentan rund 300 Haftplätze. Von Martin Deibl

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