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Gersthofen

09.03.2018

Bekommt Gersthofen eine Obergrenze?

Im Norden von Gersthofen ist noch Platz: Nördlich der Thyssenstraße kann sich die Stadt ein neues Wohnquartier vorstellen. Im Norden des Feuerwehrhauses soll dagegen freies Feld bleiben.
Bild:  Marcus Merk

Die Stadträte einigen sich auf eine maximale Einwohnerzahl. Demnach hätte Gersthofen noch Platz für knapp 5000 Menschen. Was sich daraus alles ergibt.

Die Stadt Gersthofen soll bis zum Jahr 2030 auf 27000 Einwohner anwachsen. Auf diese Richtgröße hat sich der Stadtrat in einer mehrstündigen Klausurtagung zur künftigen Entwicklung der Stadt verständigt, ohne allerdings einen formellen Beschluss zu fassen. Aktuell hat Gersthofen 22600 Einwohner.

Wachsen soll die Stadt in den kommenden vor allem im Norden und Süden. Insgesamt müssen Baugebiete für rund 2000 Menschen ausgewiesen werden. Entstehen sollen im Bereich nördlich der Thyssenstraße (Europan), wo ein völlig neues Stadtquartier entstehen soll, und nördlich der Stiftersiedlung, die somit wächst.

Wohnungen beim früheren Praktiker-Gelände

Weitere Möglichkeiten sieht die Stadt an der Grenze zu Augsburg, wo derzeit auf dem Gelände des früheren Praktiker-Baumarkts schon Wohnungen entstehen. Weitere derzeit gewerblich genutzte Grundstücke in diesem Bereich könnten im Lauf der Jahre umgewidmet werden, so Bürgermeister Michael Wörle gegenüber unserer Zeitung.

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Am Mittwochabend setzte der Planungsausschuss der Stadt ein kleines Zeichen in diese Richtung. Es wurden Pläne für drei Wohnhäuser und ein Gastronomiegebäude südlich der Römerstraße gebilligt. Dort sollen in unmittelbarer Nachbarschaft des Praktiker-Geländes 30 Wohnungen entstehen. Gersthofen würde somit ein kleines Stück in Richtung Augsburg wachsen.

Weiteres Wachstum an der B2

In den nächsten Jahren keine Rolle mehr spielen sollen für den Wohnungsbau dagegen Flächen nördlich des Feuerwehrhauses und am Lech. Im Bereich Gewerbe kann sich Gersthofen weiteres Wachstum an der B2 und nördlich der Bahnhofstraße vorstellen. In Richtung Hirblingen soll über das jetzige Gewerbegebiet (Deuter, Ihle) hinaus dagegen Schluss sein.

Im Planungsausschuss begrüßten Vertreter aller Fraktionen diese Überlegungen und sprachen von einem „maßvollen und gesunden Wachstum“. Gut sei, dass der Stadtrat von Anfang an eingebunden werde. CSU-Fraktionschef Max Poppe bezeichnete es als wesentlich, „Druck vom Wohnungsmarkt zu nehmen“. Die Zielvorstellung von 27000 Einwohnern sei dabei eine wesentliche Größe.

Pillenknick und ein abgeschwächtes Wirtschaftswachstum

Wobei zwischen Wunsch und Wirklichkeit mitunter Lücken klaffen, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt. 1969 gingen die Planer in der damaligen Marktgemeinde Gersthofen davon aus, dass der Ort bis 1985 30000 Einwohner haben werde. Tatsächlich waren es dann knapp 17000 und auch nicht mehr als 1969. Die Erklärung damals: der „Pillenknick“ und ein abgeschwächtes Wirtschaftswachstum seien dazwischen gekommen. Die jährlichen Einwohnerzahlen in der Zeit von 1973 bis 1986 waren insgesamt instabil und in den meisten Jahren auch rückläufig. Der Grund war die Knappheit an Bauland und dazu die hohen Grundstückspreise. Von Gersthofen wanderten deshalb viele bauwillige Menschen in die Umlandgemeinden ab.

Doch zurück in die Gegenwart - oder besser die Zukunft. In der wartet zunächst auf die Stadtverwaltung eine Menge Arbeit. Sie muss zusammen mit Planern ein Wachtsumsszenario entwickeln, was es denn heißt, wenn Gersthofen in den nächsten zwölf Jahren um viereinhalbtausend Menschen zulegt. Eine der Fragen: Wie weit muss das Angebot an Kindergärten und Schulen ausgebaut werden?

Busnetz muss verbessert werden

Eine weitere, die noch in diesem Jahr beantwortet werden soll: Wie sieht es aus mit dem Verkehr. Die Stadt kann sich nun an ein Gesamtverkehrskonzept machen, das die Belange von Fußgängern und Radlern ebenso berücksichtigt, wie die der Autofahrer. Nicht zuletzt, so Bürgermeister Wörle, müsse das Busnetz verbessert werden. Über Jahrzehnte hinweg gewachsen, muss es in den Augen des Rathauschefs zumindest einmal von Grund auf neu gedacht werden. Wesentlich für das neue Verkehrskonzept ist in Wörles Augen dabei die Frage, ob die Verlängerung der Straßenbahnlinie vier kommt. Ob die Stadt auf diesen Zug aufspringt, hängt auch von den Ergebnissen weitere Gutachten ab. (mit khw)

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