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Landkreis Augsburg

18.11.2019

Bekommt der Gelbe Sack im Augsburger Land die Rote Karte?

Im Landkreis Augsburg bleibt der Gelbe Sack im kommenden Jahr weiterhin den Verpackungsmaterialien vorbehalten. Bevor eine Entscheidung getroffen wird, wie es danach weiter geht, soll eine Befragung der Bürger geben. 
Bild: Marcus Merk

Plus Eine Befragung der Bürger soll zeigen, ob ab 2022 die neue Wertstofftonne kommt. In Augsburg erfolgt der Wechsel bereits ab 2020. Hier können Sie abstimmen.

Der Müllberg wächst und wächst. Mit ihm die Zahl der Gelben Säcke zu, die sich regelmäßig an den Straßenrändern im Augsburger Land türmen und an stürmischen Tagen gerne einmal „vom Winde verweht“ werden. Doch was dagegen tun?

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Im Augsburger Stadtgebiet gibt es ab 1. Januar eine neue gelbe Tonne. Sonnengelb ist sie und künftig nicht mehr nur für Verpackungsmaterialien mit dem grünen Punkt gedacht. In die neue Wertstofftonne kommen beispielsweise auch Altmetalle und Plastikgegenstände wie Blumenkübel – all das, was zuvor auf dem Wertstoffhof entsorgt werden musste. Auch eine Idee für den Landkreis?

Vorerst wird noch auf die Gelben Säcke und Wertstoffhöfe gesetzt

Dort wird vorerst noch auf die Gelben Säcke und die Wertstoffhöfe gesetzt. Aber: Der Landkreis plant eine Befragung der Bürger im kommenden Jahr, ob diese mit dem jetzigen System zufrieden sind. Auf Nachfrage unserer Zeitung beim Landratsamt hieß es am Montag: „Nachdem es zu jedem Erfassungssystem Pro und Kontra gibt, wird die Werkleitung dem Werkausschuss vorschlagen, im Jahr 2020 eine Bürgerbefragung zur Zufriedenheit mit der Abfallentsorgung und speziell mit der Entsorgung von Leichtverpackungen durchführen zu lassen.“

Bekommt der Gelbe Sack im Augsburger Land die Rote Karte?

Hintergrund der „sonnengelben“ Tonne in Augsburg ist, dass künftig weniger Wertstoffe in die Müllverbrennung wandern sollen. Denn Wertstoffe, die in die graue Tonne wandern, sind verloren. Wobei sich das Problem der „Fehlwürfe“ nicht auf den Restmüll beschränkt. Derzeit fährt der Landkreis´eine aufwendige Kampagne, um den Anteil von Plastik im Biomüll zurückzudrängen (wir berichteten mehrfach).

Zuletzt war die Biotonne neu eingeführt worden

Doch zurück zu den Leichtverpackungen: Da bleibt im Landkreis Augsburg zunächst einmal alles so, wie es ist. Der aktuelle Ausschreibungszeitraum der Dualen Systeme geht noch bis 21. Dezember 2021. Da heißt: Erst für den Zeitraum ab 2022 könnten der Kreistag und seine Ausschüsse entscheiden, ob es eine weitere Mülltonne gibt. Zuletzt war die Biotonne neu eingeführt worden. Das war 2013. Insgesamt sind vergangenes Jahr im Kreis 25 Kilogramm pro Kopf an Leichtverpackungen angefallen, die über die Gelben Säcke entsorgt werden. Das sind rund 50 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Insgesamt verursachten die rund 250.000 Landkreisbürger über 113.011 Tonnen Abfall. Das sind 450 Kilogramm pro Kopf. Leichtverpackungen machen davon 5,5 Prozent aus.

Dabei darf noch lange nicht jede Verpackung in den Gelben Sack. 2017 produzierten die Deutschen so viel Verpackungsmüll wie noch nie. 226,5 Kilogramm Verpackung (dazu zählen auch Glas, Papier, Kartons, Holz) wirft jeder Deutsche im Jahr in den Müll – 18,7 Millionen Tonnen fielen so insgesamt im Jahr 2017 an. Das entspricht dem Gewicht von mehr als 3000 Güterzügen. Für fast die Hälfte sind private Verbraucher verantwortlich. Als Ursache nennt das Umweltbundesamt (UBA), das diese Zahlen am Montag veröffentlicht hat, unter anderem Trends zum Onlineversand und Essen und Trinken zum Mitnehmen.

Ein neues Gesetz soll die Verwertungsquoten steigern

Ein neues Verpackungsgesetz, das 2019 in Kraft getreten ist, soll die Menge an Verpackungsmüll einschränken. Es besagt, dass bis 2022 die Recycling-Quoten auf 63 Prozent steigen sollen. Und dieses Mal soll nicht das zählen, was zu den Recyclinganlagen angeliefert wird. Sondern der Output – also das, was tatsächlich wiederverwertet wird.

Denn längst nicht alles, was sich im Gelben Sack befindet, gehört dort hinein. Das zeigen auch die Erfahrungen im Augsburger Land. So landen beispielsweise immer wieder Windeln oder Bauschutt in den dünnen gelben Säcken. Ein roter Aufkleber zeigt dann: falsch befüllt, der Sack muss neu sortiert werden und wird nicht entsorgt.m

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar von Regine Kahl: Der Glaubenskrieg um den Müll

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