Newsticker

Corona-Krise: Starker Anstieg der Arbeitslosenzahlen befürchtet
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Biberbach sucht 4000 Quadratmeter für ein Pflegeheim

Biberbach

24.02.2020

Biberbach sucht 4000 Quadratmeter für ein Pflegeheim

In Biberbach fehlt es an Pflegeplätzen, doch für das dringend benötigte Heim gibt es kein geeignetes Grundstück. 
Bild: Angelika Warmuth, dpa (Symbolfoto)

Plus Wie können pflegebedürftige Menschen in Biberbach betreut werden? Darüber hat der Gemeinderat diskutiert und auf ein Problem gestoßen.

Wie können pflegebedürftige Menschen in Biberbach betreut werden? Dieser Frage stellte sich der Marktgemeinderat in jüngster Sitzung. Auslöser der Debatte war die Bürgergemeinschaft, die einen Antrag auf einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderates gestellt hatte. Das Gremium solle beschließen, innerhalb von zwei Jahren ein Grundstück zur Errichtung einer Senioreneinrichtung mit Pflegeheim und Tagespflege zur Verfügung zu stellen, so der Antrag.

Eine nicht umsetzbare Forderung

„Das ist nicht machbar“, so Bürgermeister Wolfgang Jarasch, „denn wir haben kein geeignetes Grundstück.“ Auch könne die Gemeinde ein Grundstück nicht kostenfrei einem Investor zur Verfügung stellen. Das sei nur möglich, wenn die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde das zulasse. Bei all den Pflichtaufgaben, die Biberbach zu erfüllen habe, eine nicht umsetzbare Forderung.

Die Dringlichkeit der Versorgung von Senioren sei keine Frage, doch einen Beschluss über eine konkrete Zusicherung wie im Antrag gefordert, könne der Gemeinderat nicht fassen. Man bemühe sich intensiv, doch bislang sei es nicht möglich gewesen, ein Grundstück mit den benötigten rund 4000 Quadratmetern zu bekommen, das einem Investor zum Kauf angeboten werden könne.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Viele werden von Angehörigen versorgt

Gemeinderätin und Ärztin Sabine Duttler (UFB) schätzt die Zahl der pflegebedürftigen Biberbacher auf bis zu 150 Personen. Viele werden von Angehörigen versorgt, eine Situation, die immer schwieriger zu bewältigen sei. Daheim im Ort bleiben zu können, ist für die meisten Menschen der vordringlichste, oft aber nicht erfüllbare Wunsch. Immer weiter weg von Zuhause müssen die Pflegebedürftigen untergebracht werden, beobachtet die Behindertenbeauftragte der Marktgemeinde, Gabriele Mader (UFB), die Entwicklung.

Sie forderte eine klare, öffentliche Positionierung der Gemeinde. Der Antrag der Bürgergemeinschaft, die sich seit Jahren ehrenamtlich für die Senioren in der Gemeinde einsetze, dürfe nicht einfach abgelehnt werden. „Geben wir der Bürgergemeinschaft die Möglichkeit, den Antrag ohne einen festgesetzten zeitlichen Rahmen der Vorhabensrealisierung noch einmal zu stellen“, so ihre Anregung. „Wir müssen Signale setzen“, unterstützte Friedrich Wiblishauser (BTL) die Abgabe einer generellen Absichtserklärung. Der Gemeinderat stellte den Antrag der Bürgergemeinschaft zurück und wird einen veränderten Antrag erneut behandeln.

Bauen: Ein Bauwilliger im Ortsteil Markt kann sein Wohnhaus erweitern und eine Doppelgarage neu bauen. Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben zu. Im Bereich der Schloßstraße gebe es keinen Bebauungsplan, es handle sich um eine gemischte Baufläche, so Ulrike Riss vom Bauamt der Marktgemeinde. Die Erschließung für das Vorhaben ist gesichert und die Planung füge sich in die Umgebung ein. Auch dem Neubau eines Gebäudes mit Büro und Werkstatt stimmte das Gremium zu.

Marktgemeinde will rechtliche Schritte einleiten

Wenig Verständnis hatte der Gemeinderat für die Einschätzung des Landratsamtes bei einem anderen Verfahren. Ein Einfamilienhaus mit Nebengebäuden am Kirchberg soll abgerissen und durch vier Doppelhaushälften ersetzt werden. Der Bauausschuss hatte nach einem Vor-Ort-Termin am Areal gegenüber der Wallfahrtskirche dem Bauwerber Änderungswünsche übermittelt. Die Wirkung der geplanten Neubauten für das Ortsbild sahen die Ausschussmitglieder ebenso kritisch wie die Entwässerungssituation. Das Landratsamt kündigte jedoch an, den Antrag zu genehmigen und das nicht erteilte Einvernehmen der Gemeinde zu ersetzen. Eine völlig unverständliche Entscheidung vom Schreibtisch aus, so Franz Bayer (CSU). Der Bauausschuss habe sich intensiv mit dem Antrag beschäftigt und gute Gründe für die Verweigerung der Zustimmung angeführt. Sollte das Landratsamt die Baugenehmigung erteilen, wird die Marktgemeinde dagegen rechtliche Schritte einleiten, so der einstimmige Beschluss im Rat.

Gegen den Bebauungsplan „Gewerbegebiet Langweid-Nord“ der Nachbargemeinde wurden keine Einwendungen erhoben.

Lesen Sie auch: Pflegemängel in Senioren-WG: So reagiert die Gemeinde Biberbach

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren