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Tempo

30.01.2016

Blitzer blitzen in Gablingen vorerst ab

Gemeinderat verzichtet auf Beitritt zur Verkehrsüberwachung Schwaben-Mitte

Wird in Gablingen künftig regelmäßig im Auftrag der Gemeinde geblitzt und die „Verkehrssünder“ damit zur Räson gebracht? Nein, verweigerten sich die Gemeinderäte auf der jüngsten Sitzung mehrheitlich einer derartigen Disziplinierung der Bürger. Der Vorschlag und Wunsch von Bürgermeister Karl Hörmann, dass Gablingen dem Kommunalunternehmen Verkehrsüberwachung Schwaben-Mitte beitritt, wurde mit neun zu sechs Stimmen nach heftiger Diskussion abgelehnt.

Die Gemeinderäte wollten, betonte unter anderem Walter Wörle (SPD/BU-Fraktion) mehrmals, nicht zur „Jagd auf Verkehrssünder blasen“ und zitierte so einen Bericht in unserer Zeitung. Bürgermeister Karl Hörmann hatte vor dem Beschluss das Procedere erläutert: Gablingen hätte eine Kapitalbeteiligung von 11000 Euro einbringen müssen, die neuralgischen Standorte der Überprüfung jeweils festlegen und jede beauftragte Überwachungsstunde bezahlen müssen. Umgekehrt wären diese Ausgaben über die erteilten Buß- und Verwarnungsgelder wieder in die Gemeindekasse geflossen.

Laut Hörmann hatte die Polizei bei der Verkehrsschau keine Unfallschwerpunkte im Gemeindegebiet festgestellt – also sehe, schlussfolgerte Martin Uhl (CSU), die Polizei keinen Grund, zu messen. Uhl wandte sich gegen den Eintritt Gablingens in einen „Blitzverein“. Nach Auffassung von Walter Wörle wird in Gablingen „nicht übertrieben gerast“.

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In den Tempo-30-Zonen könne man wegen der parkenden Autos ohnehin nicht schneller fahren. Bürgermeister Karl Hörmann erinnerte jedoch daran, dass der Wunsch nach Verkehrsberuhigung und die Klage über die Raserei immer wieder auf den Bürgerversammlungen geäußert worden war.

Diskutiert wurden bei der Gemeinderatssitzung nun alternative Lösungen, wie das Aufstellen von elektronischen Tafeln auf den Ortseingängen, welche die Autofahrer per Smiley und Geschwindigkeitsanzeige auf das gefahrene Tempo anzeigen. Solche Tafeln müsste die Gemeinde anschaffen. Beschlossen wurde dies jedoch nicht.

Wie die Raserei an den Ortseingängen besser eingebremst werden könnte, das sollen Gemeinderat und Verwaltung überlegen: In Teilen folgte der Rat diesbezüglich einem Antrag von Josef Wetzstein (Lützelburger Liste). Wetzstein forderte darin konkret „bauliche Maßnahmen“ zur Verkehrsberuhigung am Ortseingang Lützelburg Richtung Gablingen und am Ortseingang Gablingen in Richtung Lützelburg. Diesbezüglich seien kostengünstige Lösungen zu prüfen, dann erst die konkrete Umsetzung beschlossen werden, so Josef Wetzstein.

Die Gemeinderäte hielten nun generell die Situation an allen Ortseingängen für problematisch. Eine bauliche „Bremse“ wurde bereits an den Ortseingängen Gablingen in Richtung Achsheim sowie in Richtung Batzenhofen geschaffen, die Schmutterbrücke in Richtung Gersthofen stellt eine natürliche Begrenzung dar. Bauliche Maßnahmen an den Ortseingängen müssten aber auch von der Kostenseite her betrachtet werden, merkte Gemeinderat Thomas Wittmann (CSM-Fraktion) an.

Generelle Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung an den Ortseingängen hielten dann im Beschluss alle Gemeinderäte für notwendig - einzige Gegenstimme: Karl Hörmann. Das Thema soll jetzt im Rahmen der Haushaltsberatung angegangen werden. Ob dabei bauliche Maßnahmen beschlossen werden, steht nicht fest.

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