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Horgau-Auerbach

29.05.2019

Blitzer sollen den Verkehr in Auerbach bremsen

Der bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart (Zweiter von rechts) war zusammen mit Landtagsabgeordneter Carolina Trautner (Vierte von rechts) bei der CSU-Ortsgruppe, um sich die Verkehrssituation vor Ort anzusehen.
Bild: Philipp Kinne

Seit Jahren beschweren sich Anwohner und Kommunalpolitiker über zu viel Verkehrslärm. Jetzt hoffen sie auf Unterstützung des Verkehrsministers. 

Ein Auto nach dem anderen braust vorbei. Als Johann Kohler (CSU) sich über den Verkehrslärm an der Ulmer Straße in Auerbach beschwert, wird klar, warum: Man versteht ihn kaum. Das solle sich ändern, verspricht der bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart bei seinem Besuch vor Ort. Dafür will er sich bei seinen Kollegen in München einsetzen. Geht es nach den Anwohnern im Horgauer Ortsteil, gibt es viel zu tun.

Seit Jahren beschweren sie sich über die steigende Zahl von Autos auf der Durchfahrtsstraße. Rund 7000 Fahrzeuge sind hier täglich unterwegs. Das geht aus einer Untersuchung des Landratsamts hervor. Viele davon hielten sich nicht an das Tempolimit, meint Johann Kohler. Um dem entgegenzuwirken, hat er zusammen mit der CSU-Ortsgruppe klare Forderungen. Sie setzen sich für Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt ein. Ein Grund dafür sei auch die Bushaltestelle mitten im Ort, an der täglich Schulkinder unterwegs sind. Außerdem sei erwiesen, dass Autofahrer unterm Strich dadurch kaum langsamer vorankommen als bei Tempo 50. Vor dem Ort soll das Tempolimit bei 70 liegen. Außerdem wünscht sich die Ortsgruppe eine stationäre Blitzeranlage.

Anwohner wollen Tempo 30 In Auerbach

Dass an der Durchfahrtsstraße reger Verkehr herrsche, sei unbestritten, stellt Verkehrsminister Reichhart vor Ort fest. Die Frage sei nur: „Wie gehen wir mit der Situation um?“ Rechtlich sei ein Tempolimit von 30 innerorts nämlich nicht einfach umzusetzen. Reichhart: „Ich sehe da realistisch keine Chance.“ Schließlich seien die gesetzlichen Hürden hoch. Tempo 30 sei nur an Unfallschwerpunkten zulässig. Als solcher gilt die Durchfahrt in Auerbach nicht. Sollten dennoch entsprechende Tempolimits aufgestellt werden, drohen Klagen. Rahmenbedingungen, die Johann Kohler nicht verstehen kann. Er sagt: „Muss es denn immer erst Tote geben, damit etwas passiert?“ Kohler appelliert an den Verkehrsminister, sich im Landtag dafür einzusetzen, die Bedingungen für eine Tempo-30-Zone grundsätzlich zu ändern.

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Statt auf ein Tempolimit zu setzen, will sich der Verkehrsminister für eine stationäre Blitzeranalge in Auerbach einsetzen. Die Erfahrung zeige, dass solche Anlagen für deutlich weniger Straßenlärm sorgen, meint Reichhart. „Es reicht schon, wenn Strich 50 gefahren wird.“ Schließlich seien viele Autofahrer auch innerorts mit deutlich höherer Geschwindigkeit unterwegs. Auch seine Parteikollegin Carolina Trautner will sich dafür einsetzen. Sie blickte nach Baden-Württemberg. Dort werden derartige Anlagen bereits deutlich häufiger eingesetzt.

Umgehungsstraße kommt wieder ins Spiel

Auch Bürgermeister Thomas Hafner will eine solche Blitzeranlage in Auerbach. Ob die ausreiche, um die Situation zu beruhigen, werde man sehen. Hafner brachte auch den alten Vorschlag einer Umgehungsstraße wieder ins Spiel. Überlegungen dazu hätte es immer wieder gegeben. Weil die Straße aber vermutlich durch das Rothtal führen würde, hat Hafner Bedenken. Er hoffe, dass die Versprechen des Verkehrsministers nun zu konkreten Veränderungen vor Ort führen.

Seit Jahren schon beschweren sich Anwohner und Politik über die Verkehrssituation. Immer wieder sei man vom zuständigen Bauamt abgewiesen worden, sagt Kohler. Sogenannter Flüsterasphalt sei zu wartungsintensiv, für andere Maßnahmen fehle die rechtliche Grundlage – so die Begründung seitens der Behörde. Auch Kohler hofft, dass die Diskussion durch den Verkehrsminister wieder ins Rollen kommt.

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