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Neusäß-Täfertingen

13.01.2020

Bluttat in Neusäß: Nun steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

Vor etwa einem Jahr soll ein 33-Jähriger seinen Arbeitskollegen in Neusäß brutal ermodert haben. Nun steht der mutmaßliche Täter vor Gericht.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Plus Vor etwa einem Jahr soll ein 33-Jähriger einen Kollegen tödlich verletzt haben. Offenbar handelt es sich bei der Tat um ein äußerst brutales Verbrechen.

Es sind grausame Szenen, die sich in einem Wohncontainer für Bauarbeiter in einem Industriegebiet im Neusässer Ortsteil Täfertingen abgespielt haben sollen. Ein 33-jähriger polnischer Arbeiter soll seinen 24-jährigen Kollegen vor etwa einem Jahr mit einem Messer getötet haben. Bislang sprach die Polizei von schweren Verletzungen durch einen Angriff mit Messer, doch scheint die Tat viel brutaler gewesen zu sein. Am Donnerstag ist der Prozessauftakt für den Fall vor dem Augsburger Landgericht.

Nach Informationen unserer Zeitung soll der mutmaßliche Täter bestialisch vorgegangen sein. Laut Anklage habe der 33-Jährige seinen jüngeren Kollegen und Landsmann zunächst überraschend mit einer Hantelscheibe von hinten niedergeschlagen. Immer wieder soll er anschließend auf den am Boden liegenden 24-Jährigen eingeschlagen haben. Das Opfer hatte offenbar keine Gelegenheit, sich zu wehren. Heftige Risswunden und Blutungen am Kopf seien die Folge gewesen.

Mit Fleischermesser den Kopf des Opfers abgetrennt

Später soll der Angeklagte die Hantelscheibe neben seinen am Boden liegenden Opfer abgelegt und dem Opfer mit einem Fleischermesser nahezu vollständig den Kopf abgetrennt haben. Mit dem Messer soll er anschließend außerdem in den Oberkörper seines Opfers eingestochen haben. Laut Anklage habe der Mann die Tatwaffe in seinem Opfer stecken lassen und sich dann vom Tatort entfernt. Der Notarzt konnte nach Auskunft der Polizei damals nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Bluttat in Neusäß: Nun steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

Der 33-jährige Angeklagte ließ sich kurz nach der Tat in der Nähe des Wohncontainers widerstandslos von der Polizei festnehmen. Die Tatwaffe konnte aufgefunden und sichergestellt werden. Die Kriminalpolizei Augsburg nahm die Ermittlungen auf. Der mutmaßliche Täter sitzt seit der Bluttat vor rund einem Jahr in Untersuchungshaft.

Anwalt: Angeklagter bereut die Tat zutiefst

Über das Motiv des mutmaßlichen Täters ist bislang noch nichts bekannt. Nach Informationen unserer Zeitung soll er eigentlich ein kollegiales Verhältnis zum Opfer gehabt haben. Regelmäßig sollen sich die beiden nach Feierabend getroffen und zusammen Alkohol getrunken haben. In jener Nacht soll es zu einem folgenschwren Streit zwischen den beiden Kollegen gekommen sein.

Damals, an einem Freitag im Januar 2019, soll ebenfalls Alkohol im Spiel gewesen sein. Das bestätigt auch Anwalt Bernd Scharinger. Er vertritt den mutmaßlichen Täter vor Gericht. Sein Mandant bereue die Tat zutiefst, sagt Scharinger. „Das Ganze ist fürchterlich für ihn.“ Seinem Mandanten sei „unbegreiflich“, was sich in der Tatnacht zugetragen habe. Genaueres zum Ablauf werde sich bei den nun anstehenden Verhandlungen zeigen, so Scharinger. Zu klären ist seiner Ansicht nach unter anderem die Frage, ob es sich bei der Tat tatsächlich um Mord oder um Körperverletzung mit Todesfolge handelt. Ziel der Verteidigung sei es eine Verurteilung wegen Mordes zu verhindern.

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