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Kreis Augsburg

17.09.2011

Buben und Mädchen machen bei Eltern Eindruck

Grundschüler der Mozartschule in Gersthofen demonstrierten in dieser Woche für mehr Verkehrssicherheit vor der Schule.
Bild: Fotos: Marcus Merk

Was unzählige Appelle, Gespräche und Rundschreiben nicht schafften, wurde nun mit einer einfachen aber effektvollen Aktion erreicht: Mamas und Papas fahren langsamer.

Wie berichtet starteten die Kinder der Mozartschule in Gersthofen eine Demonstration für mehr Verkehrssicherheit direkt vor der Schule.

Seit Dienstag stellten sich die Kinder jeden Morgen mit Plakaten an den Gehweg, um zu verdeutlichen, dass die Spielstraße vor der Grundschule kein Parkplatz ist. „Wir haben in der Jahnstraße keine Gehwege, wo wir den Kindern sagen könnten, dass sie nur darauf laufen dürfen“, erklärt Schulleiterin Ingrid Homölle. Deshalb könnten Kinder die Straßensituation nicht richtig einschätzen. Wenn dann noch Autos parken und für einen Verkehrsinfarkt sorgen, werde es richtig gefährlich.

„Die Aktion ist ein voller Erfolg. Das hätten wir uns nicht träumen lassen und dachten, wir werden ausgeschimpft“, berichtet Homölle erfreut. Man habe in der Schule die Kinder für das Thema sensibilisiert. Diese wiederum würden den Wunsch nach mehr Verkehrssicherheit mit nach Hause nehmen. Homölle kann den Zeitdruck, den Stress und die Eile der Eltern verstehen. Dennoch müsse der Sicherheitsfaktor in Sorge um die Kinder umso größer sein. Hausmeister Lothar Berger sieht die Wirkung sehr positiv: „Die Eltern sehen jetzt, dass es um ihre Kinder geht. Es ist nicht mehr die Konfrontation zwischen Eltern und Lehrer da. Die ganze Problematik hat eine andere Sichtweise bekommen.“

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Janine und Denise aus der vierten Klasse sagen ganz stolz: „Unsere Plakataktion ist super. Endlich kommen nicht mehr so viele Autos.“ Laura findet ebenfalls, dass es nicht mehr so voll ist. Sie läuft jeden Tag zur Schule und empfand die Situation früher als gefährlich. „Aber jetzt passen die Eltern mit ihren Autos besser auf und da bin ich froh“, gibt sie zu.

Vorbildliches Schritttempo

Lehrerin Carola Schwab beobachtet jeden Tag das Geschehen vor der Schule und passt auf ihre „Demonstranten“ auf. „Eltern trauen sich vor den demonstrierenden Kindern nicht mehr zu parken. Es ist ihnen zu peinlich. Deshalb fahren sie jetzt vorbildlich im Schritttempo bis zu den Lehrerparkplätzen. Das klappt wunderbar“, lautet ihr Resümee. Eine Mutter komme seitdem lieber zu Fuß als mit dem Auto.

Tina Juhasz bringt jeden Tag ihren Erstklässler zur Schule. Als die Rektorin bei einem Gespräch zu allen neuen Eltern sagte, dass sie ihr Kind bitte nicht vor der Schule aussteigen lassen sollten, konnte sich Juhasz nicht vorstellen, warum das so schlimm sein sollte. Doch am nächsten Morgen sah sie selbst, dass Homölle nicht übertrieben hatte. „Es standen Autos en masse davor“, erinnert sie sich. Jetzt sei es besser. Eine, die seit zwölf Jahren die Kinder täglich im Bus begleitet, ist Janneta Dinkina. Sie ist begeistert von dem positiven Effekt der Demonstration: „Jetzt können die Kinder sicher vom Bus zur Schule laufen.“

Die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende Michaela Rogg zieht ebenfalls eine gute Bilanz: „Es ist eine super Aktion. In der Früh war die Lage schon echt schlimm. Viele Eltern haben das Problem und die Gefahr nicht richtig wahrgenommen.“ Unterstützung bekommt die Schule durch die Polizei. „Die ersten drei Wochen ist jemand von uns da“, so Hermann Mayer von der Polizeiinspektion Gersthofen. Der Anfang sei wichtig, bis sich Eltern und Kinder an die neue Situation gewöhnen. Eine weitere Hilfe sind die Schulweghelfer. Gisela Müller lässt ihr Kind, das gerade erst in die Schule kam, so aussteigen, dass es gleich zu den Schülerlotsen laufen kann und sicher über die Straße zur Schule gelangt.

Diese wohldurchdachte Maßnahme hat Schule gemacht und in der ersten Woche ein prima Resultat erzielt. Weitere Aktionen in regelmäßigen Abständen werden folgen, so Homölle.

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