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Aystetten

23.11.2019

Bürgerversammlung zeigt: Anwohner ärgern sich über Raser

In Aystetten ist die Hauptstraße so breit und gerade gebaut, dass Autofahrer gerne aufs Gaspedal drücken - zum Ärger der Anwohner. Ein Parkverbot habe die Situation nur noch verschlimmert.
Bild: Matthias Becker (Symbol)

Noch weitere Punkte waren Thema, denn die Gemeinde hat fürs kommende Jahr große Pläne: Eine neue Ortsmitte kommt und der Mühlbach fließt bald natürlicher.

Das Interesse an der Bürgerversammlung in Aystetten war groß – so groß wie lange nicht mehr, stellte Bürgermeister Peter Wendel fest. Waren die 17 Bürger anfangs noch eher verhalten, einwickelte sich beim Thema Verkehr und Umgestaltung der Ortsmitte eine rege Diskussion.

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Für 2020 plant Aystetten große Baumaßnahmen

Für 2020 hat Aystetten große Pläne: So wird die Ortsmitte umgestaltet und die Abwasserkanäle werden saniert. Beginn der Arbeiten ist am Maierhaldenweg, weitere Straßen folgen. Und ab Herbst kommenden Jahres beginnt die Renaturierung des Mühlbachs, für Aystetten ein langwieriges Thema. So fragte eine Bürgerin: „Wie wird das Wasser in Richtung Hammel reguliert?“ Schließlich betreffen die Arbeiten am Bach nur den Abschnitt, der durch Aystetten fließt. Bürgermeister Wendel versicherte, dass beim Umbau die Fließgeschwindigkeit beachtet werde. Genauso interessierte sich ein Bürger für die Kosten der Brücken, die in Zuge dessen umgestaltet bzw. abgerissen werden. Nur ein Teil davon wird staatlich gefördert. Wendel verwies auf den aktuellen Planungsstand. Daher könne er noch keine konkrete Zahl nennen.

Der Bürgermeister ging auch auf die Sanierung der Straßen ein. So hat die Gemeinde heuer Teile der Straßenbeleuchtung ausgewechselt und Solar- sowie LED-Leuchten angebracht. Der Aystetter Frank Schäfer schlug vor, auch Fotovoltaikanlagen als nachhaltige Energiequelle zu nutzen. Das Schuldach sieht er als passende Stelle für eine Anlage. Wendel versprach, das Anliegen im Gemeinderat zu besprechen.

Bürgerversammlung zeigt: Anwohner ärgern sich über Raser

Die neue Ortsmitte hat viele Fragen aufgeworfen

Weit mehr Rückfragen ergaben sich bei der geplanten Umgestaltung der Ortsmitte. Für Bürgermeister Wendel ist es wichtig, dass das Ortszentrum als Wohlfühlort wird. Durch einen Brunnen vor dem örtlichen Metzger und einem kleinen Café vor der Bäckerei Gellner soll dieses Ziel verwirklicht werden. Da es sich allerdings um eine Staatsstraße handelt, könne kein Kreisverkehr gebaut oder Pflastersteine verlegt werden. An dem Punkt, durch Kurzzeitparkplätze den Ortskern mehr und mehr autofrei zu gestalten, störte sich eine Bürgerin. „Warum gibt es vor dem Bäcker nicht mehr Parkplätze?“, kritisierte sie. Wendel stellte klar: „Ein bisschen laufen schadet nicht, wir wollen die Autos ja aus der Ortsmitte raus haben.“ Frank Schäfer ist sogar noch kompromissloser: „Man muss Autofahrer erziehen und ihnen das Leben schwer machen.“ Die Autos seien inzwischen zu groß für die vor Jahrzehnten geplanten Straßen. Für die Gemeinde, wo doch der ein oder andere SUV in den Einfahrten parkt, sei das ein Problem. Ebenso, so Schäfer weiter, würde die Hauptstraße, durch das Parkverbot nur verstärkt, zum Rasen einladen.

Im Zuge der Ortsumgestaltung soll auch die Bushaltestelle verändert werden. Für Schäfer ein brenzliches Thema. Denn eine Haltebucht ist bislang nicht vorgesehen. Die Bürger und besonders Schulkinder sollen barrierefrei einsteigen können und einen größeren Wartebereich haben. Eine Signalampel soll weitere Sicherheit im Verkehr bringen.

Der Umbau der Bushaltestelle kam bei den Bürgern nicht gut an

Genau an der fehlenden Haltebucht setzte Schäfer seine Kritik an. „Der Bus hält den Verkehr auf, wenn die Autofahrer jedes Mal abbremsen müssen.“ Im Kreuzungsbereich der Hauptstraße sei das gefährlich. Ebenso könnten Busfahrer ihre Fahrtzeiten ohne Haltemöglichkeiten nicht einhalten, pflichtete eine andere Bürgerin bei. Auch diesen Punkt will Wendel im Gemeinderat zur Sprache bringen.

Nicht nur der motorisierte Verkehr war Thema. Max Hertrich sprach den Ausbau des Weldenradwegs an. „Ist das auch für Aystetten eine Möglichkeit?“, wollte der junge Mann wissen. Einwände kamen von den anderen Bürgern. Sie sorgten sich, dass sich der Weg zur Rennstrecke entwicklen könnte und Fußgänger zum Hindernis würden.

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