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Ustersbach

20.01.2020

Burschenverein will Ustersbachs Dorfleben aufmöbeln

In Ustersbach wurde ein Burschenverein gegründet. Als Vereinsfahne hat er sich eine Standarte aus den 1930er-Jahren auserkoren. Schon damals gab es eine derartige Gruppierung. Die Fahne präsentieren (von links) Fahnenträger Philipp Teut, Vorsitzender Hannes Völk und sein Stellvertreter Raphael Mairhörmann.
Foto: Siegfried P. Rupprecht

Die neue Vereinigung ist aber keine Domäne nur für Männern. Auch Frauen sind dort willkommen. Und an Ideen für Aktivitäten mangelt es den Mitgliedern nicht.

Burschenschaften haben eine lange Tradition. Schon 1903 wurde ein Dachverband für die bestehenden Katholischen Burschenvereine im Königreich Bayern aus der Taufe gehoben. Vereinszweck waren vor allem die Stärkung der Dorfgemeinschaft und der Erhalt ländlichen Brauchtums. Diese Ziele lassen junge Menschen vor Ort wieder aufleben. Sie gründeten den Burschenverein Ustersbach.

Dabei orientieren sich die Mitglieder an die alten Vereinsziele. „Dazu gehören die traditionellen Bräuche am Leben zu halten“, resümiert Vorsitzender Hannes Völk. Als weitere Beispiele nennt er die Förderung der Kameradschaft und den Zusammenhalt innerhalb des Dorfes. Ein weiteres Ziel sei es, die Jugendlichen des Orts einander näher zu bringen, ergänzt sein Stellvertreter Raphael Mairhörmann.

Mitglieder haben eine ganze Ideensammlung aufgestellt

So haben die Mitglieder in den letzten Wochen über die Aktivitäten des Vereins nachgedacht und eine ganze Ideensammlung aufgestellt. Sie reicht von Flursäuberungen und Johannesfeuer zur Sommersonnenwende über Seifenkisten- und Sautrogrennen bis hin zum Kartoffelfest und Glühweinausschank bei Versammlungen.

Der Verein will auch mit Ortsvereinen zusammenzuarbeiten und gemeinsam die eine oder andere Aktion stemmen. „Wenn wir uns gefestigt und genügend Erfahrung gesammelt haben, dann können wir uns auch die Veranstaltung von kleinen Konzerten oder Partys vorstellen“, meint Hannes Völk. Doch bis dahin sei es noch ein weiter Weg. „Was wir anpacken und umsetzen, wollen wir nämlich vernünftig machen.“

Die Fahne stammt aus den 1930er-Jahren

Ein fester Bestandteil der Vereinsarbeit ist die Präsentation der Fahne. Sie stammt aus den 1930er-Jahren und zeigt auf der Vorderseite die Pfarrkirche St. Fridolin und die Aufschrift „Katholischer Burschenverein Ustersbach 1925 bis 1928“. Die Standarte beweist, dass es eine derartige Vereinigung bereits vor Ort gegeben hat.

Doch bei den Recherchen dazu kamen die Mitglieder nicht zu den gewünschten Ergebnissen. „Wir haben keine Dokumente über diesen Burschenverein gefunden, die auf die Entstehung oder Entwicklung hinweisen“, informiert Völk. Auch die Nachfrage bei alten Mitbürgern habe keine verwertbaren Hinweise erbracht.

Der jetzige Burschenverein unterscheidet sich von der Vorgängerinstitution

Aus allgemein zugänglichen Quellen ergibt sich jedoch, dass der Beginn der Burschenvereine bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Damals schlossen sich männliche, schulentlassene und zudem unbescholtene und katholische Jugendliche bis zur Verehelichung zu sogenannten freien Burschenvereinen zusammen. „Eine solche Gruppierung muss auch die damalige Ustersbacher Vereinigung gewesen sein“, vermuten Völk und Mairhörmann. Dennoch unterscheidet sich der jetzige Burschenverein grundsätzlich von der Vorgängerinstitution. Heute darf selbstverständlich auch das weibliche Geschlecht im Vereinsleben mitmischen.

„Die Fahne stellt so etwas wie die Grundlage unseres neuen Vereins dar“, erinnert Fahnenträger Philipp Teut nochmals an die Standarte. Sie komme künftig bei Fronleichnam, am Volkstrauertag oder bei Vereinsjubiläen zum Einsatz.

Es wird ein eigenes Vereinslogo entworfen

Doch noch steht andere Arbeit an. Derzeit wird ein eigenes Vereinslogo entworfen, das auf T-Shirts und Pullis Verwendung finden soll. Wichtige Aufgabe sei zudem ein eigenes Vereinsgelände, erläutert Völk. Hier hat die Vorstandschaft die „alte Schutte“ im Auge. „Dort wollen wir eine Art Festplatz mit Feuerstelle einrichten und einen Container als Lagerstätte aufstellen“, berichtet Völk. Ein Plan, den der Verein bereits bei der letzten Gemeinderatssitzung vorgestellt hat und das Gremium nun in einer nichtöffentlichen Sitzung behandeln will.

Eine Verpachtung des Platzes, wie von Bürgermeister Willi Reiter angedeutet, wäre eine optimale Lösung, signalisiert Hannes Völk. Die nächsten Aktionen seien, den Verein mit Aktionen in die breite Öffentlichkeit zu tragen.

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