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Gersthofen

26.04.2020

Corona-Behandlung: Der Sauerstoff zur Beatmung kommt aus Gersthofen

Lebenswichtige Lieferung: Die Sauerstofftanks der Firma SOL Deutschland wurden am Malteser Krankenhaus St. Franziskus in Flensburg durch die GDW Transport GmbH aufgestellt und befüllt.
Bild: GDW

Plus Wie die Gersthofer Unternehmen SOL Deutschland und GDW Transport Krankenhäuser in ganz Deutschland mit technischer Infrastruktur ausrüsten.

Zwei überdimensionale Sauerstoffflaschen halten das Firmenschild der SOL Group am Eingang der Gersthofer Niederlassung. Seit 1993 betreibt das europaweit operierende Unternehmen in der Siemensstraße, direkt am Ortsrand neben der Bahnlinie gelegen, ein Füllwerk für technische und medizinische Gase wie zum Beispiel Sauerstoff, Stickstoff, Argon, Kohlensäure und verschiedene Gas-Gemische. Die benötigten Gase – wie zum Beispiel Sauerstoff, der aus der Luft extrahiert wird – werden am Standort Frankfurt hergestellt.

44 Mitarbeiter sind inzwischen in Gersthofen beschäftigt, sodass die Unternehmensleitung erst kürzlich in neue Büros in der Max-Planck-Straße umsiedeln musste. In Deutschland gibt es weitere Standorte in Krefeld, Hamburg, Berlin und Frankfurt mit insgesamt 90 Mitarbeitern. Insgesamt ist die italienische SOL Gruppe, zu der auch die Homecare Schwestergesellschaft Vivisol Deutschland GmbH gehört, die häusliche Patienten versorgt, mit mehr als 4400 Mitarbeitern in 29 Ländern auf vier verschiedenen Kontinenten präsent, hat 2019 einen Umsatz von über 900 Millionen Euro zu verzeichnen.

Seit der Corona-Pandemie gibt es in Gersthofen besonders viel zu tun

Besonders viel gibt es zu tun, seit die Corona-Pandemie auch Deutschland erreicht hat. „Weil viele der Patienten beatmet werden müssen, hat sich der Bedarf an Sauerstoff in verschiedenen Regionen deutlich erhöht, teilweise sogar verdreifacht“, so Prokurist Donat Rauker. Kein Wunder. Während ein normal beatmeter Patient etwa fünf Liter pro Minute reinen Sauerstoff verbraucht, benötigt ein Schwerstkranker bis zu 30 Liter in der Minute.

„Mitte Februar hat die Lage noch niemand ernst genommen“, blickt der Geschäftsleiter zurück. „Als sich die Lage in Bergamo oder Cremona in Norditalien zugespitzt hat, wurden interne intensive Maßnahmen getroffen. Als italienischer Konzern verfügten wir über Insider-Informationen, waren deshalb stark sensibilisiert und gut darauf vorbereitet.“ Nachdem man in Deutschland laut Rauker sehr präventiv vorgehe, wurden in den vergangenen Wochen 17 Sauerstoff-Tankanlagen bei Krankenhäusern getauscht beziehungsweise gegen größere Einheiten erweitert. Angefangen in Hamburg beim Uniklinikum Eppendorf, dann folgten unter anderem Trier, Paderborn, Nürnberg, Flensburg, Roth, Weinheim oder Berchtesgaden.

Vor Ort wird die technische Infrastruktur angepasst

Die Tanks werden nach dem Aufstellen über Tankwagen mit medizinischem Sauerstoff befüllt. „Natürlich wurde auch immer die technische Infrastruktur vor Ort untersucht und angepasst“, so Rauker. Weitere Installationen seien für die nächsten Wochen in Planung.

In bewährter Weise wird die SOL Deutschland dabei mit der Spedition GDW Transport GmbH zusammenarbeiten, die ihren Firmensitz nur wenige Meter vom Gelände der Gersthofer Niederlassung entfernt in der Gutenbergstraße hat.

Spedition liefert sowohl die Tankanlage als auch den Sauerstoff

Die Flotte des 2005 von Georg Wild und seinem Sohn Daniel gegründeten Familienunternehmens umfasst 45 Fahrzeuge, die von rund 70 Mitarbeitern bewegt werden. „Wir liefern sowohl die Tankanlagen als auch den flüssigen Sauerstoff“, so Prokurist Georg Wild. Der ist aufgrund seiner Temperatur von minus 183 Grad Celsius als Gefahrgut deklariert.

„Geht leider nicht“, werde man von ihnen nicht zu hören bekommen, versichern die Geschäftsführer auf ihrer Homepage. Auch nicht, wenn in der Corona-Krise der nächste Transport eines 20 bis 30 Tonnen schweren Sauerstofftanks ansteht.

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