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Landkreis Augsburg

20.04.2020

Corona-Masken: Landratsamt sucht freiwillige Näher

Im Landkreis Augsburg werden noch Freiwillige gesucht, die ehrenamtlich Mundschutzmasken nähen.
Bild: Matthias Becker

Schutzmasken in Zeiten von Corona Mangelware. Das Landratsamt Augsburg sucht daher Maskennäher - und bietet im Gegenzug Stoff und Co. an.

Bundes- und Landesregierung haben in der vergangenen Woche das Maskengebot ausgerufen. Den Bürgern wird dringend empfohlen, im öffentlichen Raum einen Mundschutz zu tragen. Die Masken sind allerdings schwer zu bekommen. Das Landratsamt Augsburg will Abhilfe schaffen und dabei auch private Nähkreise und Einzelpersonen einbeziehen. „Wir stehen in engem Austausch mit den Kommunen vor Ort, um eine Bedarfsabfrage zu organisieren“, fasst Pressesprecherin Kerstin Zoch den Stand der Planungen zusammen.

Vielerorts seien bereits Nähkreise und Vereine tätig, die Privatpersonen mit Alltagsmasken versorgen würden. Das Landratsamt will diese nun mit sogenannten Näh-Kits versorgen. Diese sollen eine Nähanleitung und Mustermasken enthalten sowie Ausgangsmaterial wie Stoff, Gummibänder und Draht für einen Nasenbügel. Organisation und Verteilung soll laut Zoch über die Gemeinden laufen. „Die Aktion befindet sich noch in der Planung. Wer jetzt schon seine Unterstützung anbieten will, kann sich bereits beim Landratsamt melden. Wir brauchen nur Kontaktdaten und Ansprechpartner“, erklärt sie.

Auch Buff-Tücher und Loopschals können etwas bringen

Bei diesen selbst genähten Masken wird es sich nicht um medizinische Produkte handeln: „Sie dienen nicht zum Schutz des Trägers, sondern dem des Gegenübers. Wenn genug Leute einen Mundschutz tragen, können wir die Ansteckung reduzieren“, sagt Zoch. Jeder Einzelne könne das relativ unkompliziert umsetzen. Auch Buff-Tücher und Loopschals würden etwas bringen, wenn man keine Maske bekomme. Im Landratsamt habe man bereits vor zwei Wochen eine Maskenpflicht für Besucher eingeführt.

 

Nach Angaben des Landratsamts wurden bereits 33000 Einwegmasken an Pflegeheime und Krankenhäuser verteilt. „Diese Einrichtungen haben den höchsten Bedarf und werden zuerst beliefert“, erklärt Zoch. Diese Lieferung hat das Landratsamt selbst beschafft. Das war möglich, weil Einwegmasken weniger knapp sind als Mehrwegmasken. Nachschub ist zwar noch knapp, aber die Situation scheint sich zu bessern: „Der Markt normalisiert sich. Wir haben schon Einweg- und FFP2-Masken zu marktüblichen Preisen bestellen können. Auch weil China aktuell wieder mehr Material zur Verfügung stellt“, erklärt Zoch.

Planung ist nur schwer möglich

Medizinisches Personal braucht jedoch Masken, die den Träger schützen. Das können nur Masken mit FFP2-Zertifizierung leisten. Laut Medizinern eignen sich die Einwegmasken aber als Provisorium und sind besser als nichts. „Materiallieferungen sind nicht regelmäßig, und auch der künftige Bedarf ist schwer abzuschätzen“, meint etwa Alexander Stöckl vom Diabeteszentrum Diedorf.

Das weiß auch Zoch: „Eine Vorausplanung ist nur schwer möglich, weil wir meist erst am Tag der Lieferung aus den Ministerien erfahren, dass sie kommt“, erklärt Zoch.

 

Die Logistik läuft nicht immer glatt. Vergangene Woche erhielt das Landratsamt zwar 2400 Quadratmeter Stoff aus München, aber anderen als gedacht: „Ursprünglich wurde uns von dort FFP2-zertifizierter Stoff versprochen. Später sprach man dann von Stoff, der für mehrfach verwendbare Masken geeignet sei. Als die Lieferung ankam, mussten wir feststellen, dass der Stoff sich nur für Einwegmasken eignet“, erzählt Zoch. Die Lieferung sei somit eher zum Nachteil geworden, weil die Produktionskosten für eine einmal verwendbare Maske genauso hoch seien wie für eine mehrfach verwendbare.

Beim Wirtschaftsministerium weist man die Schuld von sich: „Wir haben klar kommuniziert, dass es sich nicht um Mehrwegmaterial handelt. Dass diese Information in Augsburg nicht angekommen ist, ist bedauerlich. Es handelt sich aber wohl um einen Einzelfall“, sagt Katrin Nikolaus vom Ministerium.

 

Suche nach anderen Materialquellen

So oder so versucht man im Landratsamt nun eine Verwendung für den Stoff zu finden, etwa indem man ihn an Gemeinden und Nähkreise verteilt. „Wir müssen uns nun nach anderen Materialquellen umschauen“, teilt Landrat Martin Sailer mit. Man habe damit zwar bereits vorher angefangen, aber mit dem Stoff aus dem Ministerium gerechnet. Ziel sei es, jeden Bürger im Kreis mit mehrfach benutzbaren Schutzmasken auszustatten, erklärt der Christsoziale.

Wer die Pläne zur Maskenversorgung unterstützen will, kann sich unter pressestelle@LRA-a.bayern.de beim Landratsamt melden.

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