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Landkreis Augsburg

25.03.2020

Corona-Pandemie: Die Jugend hilft den Senioren

Jugendrätin Anna-Lena Vöhringer zählt zu den Helfern, die ehrenamtlich Einkäufe für hilfsbedürftige Bürger erledigen.
Bild: Ingrid Strohmayr

Bürger starten mehrere Hilfsprojekte in Neusäß, Stadtbergen und Diedorf. Wer sich bei den Freiwilligen melden kann.

In Neusäß, Diedorf und Stadtbergen bilden sich immer mehr Gemeinschaften, die anderen in der Corona-Krise helfen wollen.

Der Jugendbeirat Neusäß möchte in Zusammenarbeit mit der Stadt eine Art „Nachbarschaftshilfe“ für Neusäß und seine Stadtteile aufbauen, um Menschen in der aktuellen Notlage zu helfen, indem Einkäufe, Besorgungen oder kleine Erledigungen übernommen werden. Die Aktion läuft ab sofort an und soll vorerst bis zum 19. April (Änderung möglich) laufen.

Wer ist die Zielgruppe? Ausschließlich die Neusässer Bevölkerung, so Nils Härle, Vorsitzender Jugendbeirat Neusäß. Und auch hier natürlich nicht alle, sondern folgende Gruppen sind angesprochen: Auf Corona positiv getestete Personen, die unter Quarantäne stehen; ältere Menschen, die wirklich nicht selbst in der Lage sind, aus dem Haus zu gehen; Personen die aufgrund ihrer medizinischen Vorgeschichte oder ihres Alters zur Risikogruppe zählen. „Personen, die nicht in diese Zielgruppe fallen, können wir nur nach Rücksprache bedienen“, so Nils Härle.

Stadt und Jugendbeirat verantworten die Hilfsaktion in Corona-Zeiten

Teilweise würden Alternativprodukte gekauft. Es würden außerdem alle möglichen Maßnahmen im Ablauf ergriffen, um Kontakt mit den betreuten Personen zu vermeiden. Koordiniert wird das Projekt „Wir für Neusäß“ im Jugendkulturhaus Stereoton. Der Kontakt kann über Telefon 0176/73470516 geknüpft werden (von Montag bis Samstag 9 bis 20 Uhr, Auslieferungszeiten identisch). Verantwortlich für die Hilfsaktion ist der Jugendbeirat Neusäß in Zusammenarbeit mit der Stadt Neusäß.

Auch in Hammel hat sich eine Nachbarschaftshilfe für Bürger in Hammel und Ottmarshausen gegründet. Ulrike Schmidt sowie Stefan und Jasmin Sommer haben dies initiiert. Gesucht werden Helfer, die in folgenden Bereichen unterstützen: Einkaufen sowie Kontakte zu Firmen im Bereich Lebensmittel und Versorgung knüpfen. Zielgruppe sind Menschen, die in Quarantäne sind, Kranke, die nicht einkaufen können und Senioren. Besorgt werden können Lebensmittel, Getränke und Backwaren sowie Pflanzen oder Aussaat. Auch die Gassirunde mit dem Hund kann übernommen werden. Die Auslieferung der Ware findet jeden Freitag statt. Information und Bestellung unter: E-Mail: ulrike@schmidtconsulting.org oder Telefon: 0172/607 60 25. Bisher ist die Aktion lediglich bis zum 19. April angedacht. Wie es dann weitergeht, ist noch unklar.

In Diedorf sind die Kirchen, das DieZ und die Nachbarschaftshilfe aktiv

Ganz schnell entstanden ist ein Hilfsangebot in Diedorf, das die katholische und die evangelische Kirche, die Nachbarschaftshilfe, das Begegnungszentrum DieZ und die Gemeinde gemeinsam auf die Beine gestellt haben. Auch hier sollen Einkäufe oder andere Botengänge und Hilfen für jene erledigt werden, die sich aufgrund der Krise nicht mehr alleine zu helfen wissen.

„Angestoßen wurde das Projekt zunächst von Ärzten aus Diedorf, die den Bedarf bei einigen Patienten erkannt haben“, berichtet Dieter Benirschke, im DieZ für die Koordination der Ehrenamtlichen zuständig.

Das Projekt soll die bisher schon aktive Nachbarschaftshilfe ergänzen. Bekannt gemacht wird die Aktion im nächsten Amtsblatt, Plakate sollen auch in Arztpraxen und Supermärkten ausgehängt werden. Ansprechpartner sind die katholische Gemeinde unter Telefon 08238/2326, die evangelische Gemeinde, Telefon 08238/60601, die Gemeinde Diedorf und das DieZ unter Telefon 08238/3004-48 und die Nachbarschaftshilfe, Telefon 08238/2429.

Pfarrgemeinschaft Anhausen setzt auf Gemeinschaft gegen Corona

Die Pfarreiengemeinschaft Willishausen-Anhausen hat ein eigenes Hilfsnetzwerk organisiert. „Damit wir die Krise gemeinsam bewältigen können, bieten unsere Ehrenamtlichen Hilfen beim Einkaufen oder bei anderen Botengängen an,“ so Barbara Fendt vom Team des Pfarrbüros. Alle Helfer gehörten nicht zur Risikogruppe und könnten gut behilflich sein. Kontakt für Helfer und Menschen, die Hilfe nötig hätten unter Telefon 08238/958759.

In der Stadt Stadtbergen sind der Jugendrat, die Ministrantengruppe der Pfarreiengemeinschaft und die Abteilung Turnen der TSG Stadtbergen in Zusammenarbeit mit der Stadt Stadtbergen aktiv geworden. „Wir wollen erreichen, das Hilfsbedürftige unserer Stadt die nötige Unterstützung erhalten und Risikogruppen möglichst vor Neuinfektionen geschützt werden“, erklärt Jugendpfleger Josua Neumann, der das Hilfsangebot koordiniert. Erledigt werden Einkaufen, sonstige Besorgungen (Apotheke), kleinere Erledigungen, Hund ausführen, und Ähnliches. „Zielgruppe sind die Personen, die unter Quarantäne stehen und Bürger, die aufgrund ihrer medizinischen Vorgeschichte oder ihres Alters in die Risikogruppen des Coronavirus fallen“, betont Neumann.

Hier können sich Betroffene in Stadtbergen melden

Betroffene, die dieses Angebot in Anspruch nehmen wollen, können sich Montag bis Freitag von 9 bis 14 Uhr unter Telefon 0172/4292255 auch per WhatsApp melden. Hier werden die Anfragen angenommen und auf die Helfer verteilt, die sich dann nochmals bei den Betroffenen melden werden.

„Dieser Service ist natürlich kostenlos, die Bedürftigen tragen nur die Kosten ihres Einkaufs“, sagt der Jugendpfleger.

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