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Diedorf

11.11.2019

DHL liefert Kleinstlebewesen erst nach zwei Wochen aus

Der Besitzer eines Aquariums hat Lebendgestein in einem Paket verschickt. 
Foto: Karin Noetzel (Symbolfoto/Archiv)

Ein Lettenbacher versendet für 17 Euro über DHL Lebendgestein für Aquarien. Doch das Paket kommt mit großer Verspätung an. Eine Odyssee mit Folgen.

Als Markus Dietrich aus Lettenbach sein Meerwasser-Aquarium auflösen wollte, entschied er sich, das Lebendgestein weiterzugeben. Die Kleinstlebewesen auf den Steinen sorgen dafür, dass eine Art Ökosystem entsteht. Sie bauen Schadstoffe im Wasser ab und tragen zum Wohlbefinden der Fische bei. Dietrich entschied sich, die Steine über Ebay zu verkaufen. Der Anfang einer langen Geschichte.

Ein Aquarienbesitzer aus Norddeutschland war interessiert. Der Lettenbacher wusste, dass man Lebendgestein verschicken kann und versprach dem Käufer, die 17 Euro Versandkosten für zwölf Kilogramm Lebendgestein zu übernehmen. In einem Zierfischhandel ließ er das Lebendgestein inklusive eines Liters Meerwasser in Plastik und Styropor verpacken und brachte die Sendung mit der DHL auf den Weg.

Auf die erste Nachfrage noch geantwortet

In einem Schreiben an die DHL, das auch unserer Zeitung vorliegt, hat Dietrich den weiteren Verlauf festgehalten. Am 24. Juni schickte er sein Paket los, am 26. sollte es beim Käufer ankommen. Als bis zum 28. Juni nichts angekommen war, fragte der Käufer des Lebendgesteins bei der DHL nach. „Ich habe Angst, dass die Steine mittlerweile tot sind“, betonte er. Auf die erste Nachfrage antwortete der Paketzusteller noch: „Wir kümmern uns so schnell wie möglich darum.“

Trotzdem passierte nichts. Nach erneuter Nachfrage am 1. Juli versicherte die DHL, das Paket innerhalb der nächsten zwei Werktage zu liefern, aber wieder tat sich nichts. „Mein Kunde ist bereits sehr sauer und kontaktiert mich in meinem USA-Urlaub“, erklärte Dietrich in dem Schreiben an die DHL.

Paket wurde beim Versand zweimal beschädigt

Schließlich stellte sich heraus, dass das Paket beim Versand zweimal beschädigt worden war. Es würde nicht mehr ausgeliefert, sondern an den Absender zurückgeschickt. Am 9. Juli, also mehr als zwei Wochen nachdem der Diedorfer seine Sendung auf den Weg gebracht hatte, kam das Paket dann doch beim Käufer an. Das Plastik sei aufgerissen, das Zeitungspapier nass und verschimmelt, die Steine zerbrochen und zum Teil ausgetrocknet, so schilderte der Empfänger den Zustand des Pakets und schickte Dietrich Fotos. „Natürlich pochte er aufgrund der Schäden auf einen Nachlass, diesen habe ich ihm gewährt“, betonte der Lettenbacher.

Die gute Nachricht: Der Empfänger schaffte es, einige größere Brocken Lebendgestein in Salzwasser zu retten. Besonders enttäuscht ist Dietrich allerdings von der Antwort des Paketdienstes auf seinen Nachforschungsauftrag und die Forderung einer Entschädigung. „Wir haben uns um Ihr Anliegen gekümmert und festgestellt: Ihre Sendung wurde an den Empfänger ausgeliefert“, so ein Schreiben der DHL.

Karton und Inhalt müssen dem Kundenservice vor Ort vorgelegt werden

So einfach wollte Markus Dietrich das nicht hinnehmen. Wieder wandte er sich an den Kundenservice. Bei einer Beschädigung müssen Karton und Inhalt dem Kundenservice vor Ort vorgelegt werden. „Das hätte bedeutet, dass mein Kunde die Steine wieder aus seinem Aquarium räumen, zurück in den verschimmelten Karton packen muss. Das Lebendgestein samt Kleinstlebewesen wäre verendet.“ Dietrich verärgert: „Die DHL wollte einfach nicht verstehen, dass es hier um Lebewesen geht.“

Auf Anfrage antwortet die DHL zu dem Vorgang. Es sei vermerkt, dass die Sendung in der Nachverpackungsstelle bearbeitet wurde, die Gründe könnten man nach der langen Zeit nicht mehr nachvollziehen. Die Pressestelle verweist auf die Pflicht der Kunden, ihre Sendung sachgerecht zu verpacken und betont, dass es ausnahmsweise möglich sei, dem Kundenservice nur die Verpackung vorzulegen. Unklar sei, ob der Kundenservice Dietrich darüber aufgeklärt habe, deshalb wolle man sich mit kostenlosen Paketmarken entschuldigen. Eine Beschädigung der Sendung sei nicht bekannt. Doch der Lettenbacher hat ein Schreiben, in dem steht: „Wie wir erfahren haben, wurde ihr Paket beschädigt.“ Die Paketmarken als Entschädigung hat er inzwischen bekommen.

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar von Maximilian Czysz: Paketdienste setzen bei Beschwerden auf den Faktor Zeit

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