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Haushalt

09.12.2019

Darum macht Langweid Schulden

Langweid ist eine der am schnellsten wachsenden Gemeinden im Landkreis. Das bringt auch finanzielle Herausforderungen mit sich.

In der wachsenden Gemeinde wird laufend investiert, etwa in die Kinderbetreuung. Weitere Projekte stehen an

Bei den Bürgerversammlungen in Langweid wurden kürzlich die Haushaltszahlen auf den Tisch gelegt. Näheres wollte bei den Versammlungen kaum jemand wissen. Wir haben nachgefragt.

Es werde enger im Geldbeutel einer der am schnellsten wachsenden Kommunen im Landkreis, räumt Kämmerer Helmut Gensberger ein. Doch es wird viel investiert, und zugesagte Fördermittel stehen noch aus. Das sei der Grund für die Aufnahme eines Darlehens über 2,5 Millionen Euro, so Bürgermeister Jürgen Gilg. Die Gemeinde brauchte das Geld, um Rechnungen für die beiden neuen Kindertagesstätten in Langweid und Stettenhofen zu bezahlen. Aus eigenen Mitteln wollte man den Betrag nicht komplett stemmen, um für die laufenden Aufgaben flüssig zu bleiben. Insgesamt 3,137 Millionen bekommt die Gemeinde für den Bau der Kitas, davon sind knapp 700000 Euro ausbezahlt. Das Darlehen deckt die Differenz. Es sei Bestandteil des laufenden Haushalts gewesen, der vom Landratsamt ohne Beanstandungen genehmigt worden sei, ist dem Bürgermeister wichtig.

Fünf Millionen hat Langweid flüssig auf der hohen Kante, 1,5 Millionen sind gebunden, somit lag der Kassenstand Ende November bei exakt 6432884,57 Euro im Plus. Dagegen stehen Schulden von knapp über drei Millionen Euro. Damit ist der Haushalt solide, doch man sei immer auf der Suche nach Fördertöpfen, so Gilg. Die Auszahlung der ersten Förderrate für den Gemeindeanteil am Bau der neuen Eisenbahnüberführung von der Regierung von Schwaben erwarte man beispielsweise noch im Dezember. Langweid hatte sich gegen den kostenneutralen, unveränderten Ersatz des alten Tunnels durch die Bahn und für eine Erweiterung auf zwei Fahrbahnen und einen erhöhten Rad- und Fußweg auf eigene Kosten entschieden.

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Auch künftige Investitionen blieben nicht komplett an der Gemeinde hängen, so Gilg. Bei geschätzten 20 Millionen Euro für eine neue Mittelschule bekamen die Besucher der Bürgerversammlungen große Augen. Die Kosten werden über mindestens vier Haushaltsjahre verteilt, es gibt rund ein Drittel Förderung. „Für die Kinderbetreuung und die Bildung investieren wir viel Geld. Dabei stehen wir als Gemeinden in der Pflicht“, so Gilg.

Ohne Kreditaufnahme werde das trotz Fördergeld allerdings nicht zu machen sein. Glücklicherweise liege die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde mit 374 Euro immer noch weit unter dem bayerischen Durchschnitt von 728 Euro.

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