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Landkreis Augsburg

28.05.2019

Das Josefinum baut sein Geburtshilfe-Angebot aus

In der neuen Hebammenambulanz berät Hebamme Alexandra Högel (links) Sarah Kreiser, die ihr erstes Kind erwartet.
Bild: Winfried Karg

Immer mehr schwangere Frauen auch aus dem Augsburger Land klopfen an die Tür. Um den Ansturm auf die Kreißsäle abzumildern, gibt`s jetzt eine Hebammen-Ambulanz.

Sarah Kreisers Geburtstermin ist der 27. Juni. Sie erwartet ihr erstes Kind. Weil sie öfters unter Rückenschmerzen leidet, wird sie in der neuen Hebammen-Ambulanz des Josefinum versorgt. Auch wenn sie keine Wunsch-Hebamme bekommen konnte, kommt sie gern und will dort auch entbinden. Die Ambulanz soll schwangeren Frauen durch Beratung und Betreuung Sicherheit geben. Aber auch die Geburtsklinik des Josefinums soll von der Einrichtung profitieren.

In den vergangenen Jahren ist die Geburtshilfe in eine Krise geraten: Geburtskliniken wie Schwabmünchen, Wertingen oder Aichach wurden geschlossen. Das Josefinum mit der größten Geburtsklinik in der Region bekommt die Probleme indirekt zu spüren, indem immer mehr schwangere Frauen dort anklopfen.

Möglichst nicht direkt vorbeikommen

Die neue Hebammen-Ambulanz soll sicherstellen, dass jede Frau sich darauf verlassen kann, dort entbinden zu können. Sobald die Schwangerschaft festgestellt ist, sagte Hebamme Elisabeth Hochgesand, kann sie sich in der Ambulanz telefonisch anmelden. Frauen sollten allerdings möglichst nicht direkt vorbeikommen, damit gewährleistet ist, dass sie betreut werden können. Andererseits können laut Hochgesand Frauen, die die Ambulanz aufsuchen, jederzeit zur Entbindung in den Kreißsaal gebracht werden, wenn das nötig ist.

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Die Ambulanz soll vor allem die fünf Kreißsäle des Krankenhauses entlasten. Während sich dort Ärzte schwerpunktmäßig um Risikoschwangerschaften und komplizierte Fälle kümmern können, werden hier Frauen mit kleineren Beschwerden wie Rückenschmerzen, Atemdruck oder Ängsten vor der Geburt betreut. Das schließt Nachsorge nach der Geburt mit ein. Angeboten werden unter anderem Stillberatung, Versorgung von Brustwarzenwunden oder Lasern von Kaiserschnittnarben.

Etwa 3400 Entbindungen jährlich

Im Josefinum finden derzeit etwa 3400 Entbindungen jährlich statt – mit steigender Tendenz. Man habe sich schon länger über Möglichkeiten der Entzerrung Gedanken gemacht, sagte Klinikdirektor Hubert Mayer.

Der Freistaat Bayern hat jetzt auf den Mangel an Hebammen und Geburtskliniken auf dem flachen Land reagiert und fördert die neue Ambulanz am Josefinum mit einer sechsstelligen Summe innerhalb von drei Jahren. Die übrigen 20 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt die Stadt Augsburg.

Das Josefinum ist nicht in der Situation kleinerer Kliniken. Die Geburtshilfeabteilung kann hier wegen der hohen Geburtenzahlen kostendeckend betrieben werden.

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