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Meitingen

17.11.2017

Das riesige Potenzial der „Gässele“

So soll die Straßenquerung im Meitinger Süden aussehen.
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So soll die Straßenquerung im Meitinger Süden aussehen.
Bild: Entwurf: Planungsbüro Herb

Welch großes Potenzial in den Gässele steckt, die Meitingen durchziehen, hat Landschaftsplaner Herb im Gemeinderat erläutert. Herb erstellt dazu gerade eine Studie.

In geradezu schwärmerischen Worten hat Landschaftsplaner Josef Herb das Potenzial beschrieben, dass die Meitinger Gässchen seiner Ansicht nach haben. Die „Gässele“, wie sie im Volksmund heißen, durchziehen den gesamten Ort und sind laut Herb, der im Auftrag der Marktgemeinde gerade eine Studie zu den Gässele anfertigt, ein „hochinteressantes Thema“, das Meitingen sogar eine Sonderrolle im Landkreis beschere. Die Gässele enthalten das Potenzial für ein „autofreies Mobilitätsband“ in Meitingen und damit für eine Entwicklung, deren Qualität andere nicht bieten könnten, so der Landschaftsplaner: „Die Leute sind immer wieder begeistert, dass sie dank der Gässele alles fußläufig erledigen können“.

Herb gab in der Marktgemeinderatssitzung am Dienstagabend einen Zwischenstand seiner Überlegungen für die Studie, die im Februar/März 2018 fertig sein soll. Die Studie bildet auch die Grundlage um für die Ertüchtigung der Gässele Fördergelder aus der Städtebauförderung zu erhalten, denn für die Zuschüsse muss Meitingen ein „grundsätzliches Konzept“ für seine Gässchen vorlegen, erläuterte Bürgermeister Michael Higl im Marktgemeinderat. Langfristig will Meitingen ein Mobilitätsband entwickeln, also ein sicheres Netz von Geh- und Radwegen mit hoher Aufenthaltsqualität.

Im einzelnen schlägt Landschaftsplaner Herb vor, die Gässele im oberen Bereich von Meitingen, zwischen St. Wolfgang-Straße und Hauptstraße, nicht zu sanieren, sondern als Besonderheit so zu erhalten. Hingegen müsse der Bereich zwischen der Peter-Dörfler-Straße bis zur Laubenbachpromenade ertüchtigt werden, denn diese Gässele würden gestalterische und funktionale Mängel aufweisen, so der Planer. Laut Bürgermeister Higl hat die Gemeinde deshalb bereits zwischen St.-Wolfgang-Straße und Gartenstraße Flächen erworben, um die Gässele dort auf drei Meter verbreitern zu können.

Enorme Möglichkeiten zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität würden sich nach Ansicht von Herb zudem durch eine Einbahnstraßenregelung im Ortskern mit einer Art Ring-Verkehr ergeben.

Auch sollte man überlegen, ob man den „Erlebnisraum Lech“ mit einer Fortführung der Gässele erschließen könnte. Herb plant auch mehrere Platzaufweitungen innerhalb der Gässele, zudem eine Art „Bypass“ im Bereich zwischen St.-Wolfgang-Straße und Kirche sowie Erweiterungen der Gässchen im Süden Richtung Herbertshofen und im Norden in Richtung Gewerbegebiet.

„Das sind einige Visionen, die wir erst mal verdauen müssen“, so Higls Kommentar vor allem zu der Einbahnstraßen-Regelung. FW-Fraktionschef Fabian Mehring meinte, diese allgemeinen Überlegungen hätten sicher ihre Berechtigung, doch er betrachte sie als Rückschritt. Wichtiger sei doch momentan, das Mobilitätsband konkret voran zu treiben, damit man ohne Auto in Meitingen von Nord nach Süd gelangen könne. Zudem sollten auch die Ortsteile Zugang zu diesem Mobilitätsband erhalten, forderte Mehring. Dagegen stellte SPD-Fraktionschef Werner Grimm fest, die Überlegungen von Herb hätten „den Blick geweitet“. Grimm mahnte, dass man bei dem beabsichtigten Konzept nicht nur an die Bereiche westlich der alten B2 denken dürfe sondern auch die östlichen mit einbeziehen müsse.

Christian Deisenhofer brachte einen Antrag der Junge Bürger Union Meitingen ein zu prüfen, ob auf Höhe des Naturfreundehauses Herbertshofen eine Hängebrücke über den Lech für Radler und Fußgänger errichtet werden kann. Auf diese Weise, so Deisenhofer, hätten die Meitinger Anschluss an das Naherholungsgebiet Sander Seen.

Für Michael Sartor (CSU) geht es nun als erstes darum, den CSU-Antrag aus dem Jahre 2014 endlich zu realisieren, nämlich die Querung der A29 in der südlichen Ortseinfahrt von Meitingen. Hier ist ein Durchstich des Lärmschutzwalls vorgesehen sowie eventuell ein Spielplatz und eine besondere Gestaltung der weiterführenden Gässele (siehe Grafik).

Dies, so Bürgermeister Higl, sei das nächste Einzelprojekt im Rahmen des geplanten Mobilitätsbands und solle 2018 realisiert werden. In 2019 sei dann der Abschnitt zwischen Parkstraße und St. Wolfgang-Straße dran, wo die Gässele auf drei Meter verbreitert und neu gestaltet werden sollen.

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