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Landkreis Augsburg

05.09.2018

Denkmalstag: Der Blick hinter verschlossene Türen

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3 Bilder
Auf dem Gelände der ehemaligen Schlipsheimer Mühle geht es um Mobilität im Spiegel der Archäologie.
Bild: Marcus Merk

Am kommenden Sonntag öffnen im Augsburger Land geschichtsträchtige Orte ihre Pforten. Im Vordergrund steht dabei ein brandaktuelles Thema.

Für ihn setzen sich seit über zwei Jahrzehnten bundesweit Millionen Menschen in Bewegung, und auch in der Region macht er Tausende mobil: Am kommenden Sonntag, 9. September, steht der „Tag des offenen Denkmals“ unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“.

Wir geben einen kurzen Überblick über die Angebote im Augsburger Land:

Notburgaheim, Neusäß 

Andreas Seitz vom ortsgeschichtlichen Arbeitskreis Westheim führt um 14.30 Uhr durch den historischen Teil des Notburgaheims (inklusive historischem Dachstuhl) sowie durch die Schlosskapelle. Dabei werden auch historische Werkzeuge zur Balkenbearbeitung gezeigt. Die Gebäudeanlage in der Westheimer Von-Rehlingen-Straße hat eine bewegte Geschichte vorzuweisen.

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Der älteste Beleg zum ehemaligen Schloss im Neusässer Stadtteil findet sich um 1590. Lange Jahrhunderte war das ursprünglich als Wasserschloss angelegte Gebäude mit mehreren Geschossen im Besitz der Langenmantelschen Familie. Diesem folgte im Laufe des 18. Jahrhunderts das Neue Schloss, das heutige Notburgaheim. Die Schlosskapelle mit gotischen Stilelementen wurde 1587 errichtet.

Im ehemaligen Schlossgarten sind noch Götterfiguren aus Sandstein aus der Zeit um 1730 erhalten. Wie in den vergangenen Jahren erscheint parallel zum Denkmaltag in Neusäß auch wieder eine kostenlose Broschüre („Neusässer Beiträge zur Denkmalpflege“) mit Hintergrundinformationen zum Thema, die im Rathaus sowie vor Ort im Notburgaheim erhältlich ist. Für Kinder wird während der Führung ein betreuter Maltisch angeboten.

St.-Gallus-Kirche, Neusäß-Steppach

Die lange Geschichte des Gotteshauses in wenigen Stichpunkten: Erste urkundliche Erwähnung 1150, Weihung der Kirche 1626, 1866 Erweiterung um eine Fensterachse, Hochaltar von 1720/30, Deckenmedaillons von 1740. Öffnungszeit am kommenden Sonntag: 13.30 bis 18 Uhr. Um 14 und 16 Uhr führt Pfarrer Markus Schrom durch die Kirche. Um 17 Uhr gibt es ein Konzert.

Umweltzentrum Schmuttertal, Diedorf-Kreppen 

Auf dem Gelände der ehemaligen Schlipsheimer Mühle geht es zwischen zehn und 16 Uhr um Mobilität und Migration im Spiegel der Archäologie. Handel und Wandel, Technologietransfer und kultureller Austausch gehören in der archäologischen Forschung zur alltäglichen Erkenntnis. Auf die Besucher warten Informationen und Mitmachaktionen wie Töpfern, Spinnen und Weben. So können sie sich auf die Spuren der ersten sesshaften Bauern und Viehzüchter begeben, die vor 7000 Jahren aus dem Zweistromland nach Westen bis ins heutige Mitteleuropa gekommen sind. Die Einwanderer haben nicht nur die ersten Getreidesorten mitgebracht, sondern auch das Wissen von der Keramikherstellung.

Zum Thema Technologietransfer bei Metallproduktion und Verarbeitung kann in diesem Jahr auch Zinngießen von historischen Münzen geboten werden. Die Römerzeit wird bei einem Gang durch den Archäologen-Garten lebendig, wo nicht nur Getreidesorten aus der Jungsteinzeit wachsen, sondern auch Pflanzen, die seit der Antike unseren Speiseplan bereichern. Erstmals öffentlich präsentiert wird eine mehr als 3 Meter lange Deichel aus Horgauergreuth, ein Wasserrohr aus Holz.

Kloster Thierhaupten 

Das geschichtsträchtigste Gebäude im Augsburger Land ist nur im Rahmen der Führungen zu besichtigen, die bei freiem Eintritt um 11, 13 und 15 Uhr stattfinden. Vermutlich zwischen 748 und 788 gründete der Bayernherzog Tassilo der III. das Kloster Thierhaupten. Es ist eines der ältesten Klöster in Bayern. Sein heutiges barockes Aussehen erhielt es durch Erweiterung und Umbau zwischen 1721 und 1801. 1803 fiel es der Säkularisation zum Opfer, wurde dann Gutsherrenbetrieb. 1983 erwarb die Marktgemeinde die Gebäude und renovierte es aufwendig.

Klostermühlenmuseum Thierhaupten

Im Benediktinerkloster in Thierhaupten standen ursprünglich vier Mühlen, eine Getreidemühle, eine Papiermühle, eine Ölstampfe und Sägemühle. In der ehemaligen Getreidemühle befindet sich heute das Klostermühlenmuseum, in dem die Technik der Mühlen vorgestellt wird. Eine Abteilung des Klostermühlenmuseums erklärt die Herstellung von Büttenpapier. Ein Hadernstampfwerk und eine Schöpfbütte kamen 1997 als Nachbau ins Museum. Besucher können hier ihren eigenen Bogen Papier schöpfen. Dies erinnert an die vom Kloster Thierhaupten betriebene Papiermühle – 1609 von Abt Caspar Bschorn gegründet – die fast 250 Jahre Büttenpapier produzierte. Gerade die Geschichte der Papiermacherei zeigt auf, wie sich durch kulturellen Austausch und Handelsbeziehungen ein Produkt von China über Arabien nach Europa verbreitet hat und Innovationen aus den verschiedenen europäischen Ländern zur Weiterentwicklung führten. Öffnungszeit: 14 bis 17 Uhr. Um 14 und 15 Uhr Führungen.

Zusmarshausen

Das Zusmarshauser Schloss und das Gisebert-Haus sind Stationen in Zusmarshausen. Die erste Führung um 10 Uhr beginnt am Schlossplatz 8, die zweite Führung um 14 Uhr am Gisebert-Haus. Die kostenlosen Veranstaltungen dauern etwa eineinhalb Stunden. Der Markt Zusmarshausen war über viele Jahrhunderte im Besitz der Augsburger Fürstbischöfe. Der weltliche Machtapparat des Augsburger Fürstbischofs nannte sich das Hochstift Augsburg, das in Zusmarshausen seinen Pflegamtssitz im Renaissance-Schloss hatte. Die zweite Station ist das Gisebert-Haus. Es wurde vom Augsburger Fürstbischof Christoph von Stadion als Spital im Jahre 1534 erbaut und trägt den Namen eines schottischen Königssohns, der der Legende nach mit seinen Brüdern aus den Highlands den christlichen Glauben ins Zusamtal brachte. (AL)

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