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Neusäß

08.12.2020

Der Neusässer Herbert Fleschutz erschafft eine Märchenwelt

Eine Magd wird bei dem Künstler Herbert Fleschutz - schneller als im Märchen - eine Prinzessin, die dann Groß und Klein in einer Märchenszene der Gebrüder Grimm in Neusäß erfreuen wird.
Bild: Jutta Kaiser-Wiatrek

Plus Rund ums Rathaus Neusäß gibt es einen Märchenweg. Die Szenen wurden von Herbert Fleschutz gestaltet. Warum das für ihn mehr ist als nur ein Auftrag.

Da der Neusässer Weihnachtsmarkt nicht stattfinden kann, hat die Stadt das Atelier Fleschutz beauftragt, zehn Stationen mit Geschichten der Gebrüder Grimm entstehen zu lassen. Die liebevoll von Herbert Fleschutz und seinen Mitarbeitern gestalteten und mechanisch betriebenen Märchen sind an den Adventswochen zu sehen. Für den 60-jährigen, gelernten Dekorateur und studierten Designer, der in Breitenbrunn im Unterallgäu lebt, ist diese Aufgabe die erste Aktion für Neusäß und gleichzeitig ein Wiedersehen mit seiner ehemaligen Heimat.

Fleschutz ist in Neusäß aufgewachsen und hat 30 Jahre dort gelebt. Dem Kulturamt der Stadt Neusäß war es wichtig, den Bürgern in diesem Jahr ein Alternativprogramm zum Weihnachtsmarkt anbieten zu können. Fleschutz sagt, er habe sich sehr gefreut für die Zeit des Aufbaus des Märchenspaziergangs zurückzukehren und zu sehen, wie Neusäß sich vom Dorf zur Stadt verändert hat. "Die Grundstrukturen sind aber noch da“, freut er sich.

Fleschutz trifft ehemalige Schulfreunde in Neusäß

Auch ehemalige Schulfreunde hat er auf dem heutigen Blumenhof Blank, den er noch als Bauernhof kannte, wieder getroffen. Die Verbindung und Liebe zu Märchen und zum liebevollen Aufbau verschiedener Szenen hat Fleschutz schon früh mitbekommen. Nach Beendigung der Schulzeit begann er eine Lehre zum Dekorateur bei der ehemaligen Firma Kröll und Nill in Augsburg. Schon damals wurden in den großen Auslagen des Geschäfts in der Weihnachtszeit zur Freude von Groß und Klein Märchenszenen aufgebaut und so mancher heute Erwachsene hatte sich dort als Kind die Nase platt gedrückt.

"Als Lehrling durfte ich bereits den Dekorateuren zuarbeiten“, erinnert sich Fleschutz gerne. Auf dem zweiten Bildungsweg absolvierte er ein Studium für Gestaltung an der Fachhochschule in Augsburg. "Neben dem Studium habe ich aber weiter für die Firma gearbeitet und jedes Jahr exklusive, neue Märchenszenen angefertigt."

Ein gefragter Mann in München und London

Bald war er auch bei den großen Kaufhäusern in München, Düsseldorf und Hamburg ein gefragter Mann. "Oftmals inszenierte ich 30 Meter lange Schaufenster mit Märchenbilder oder anderen gewünschten Themen. Für seine Arbeiten kam der Gestalter weit herum. So arbeitete er für das MK-Kaufhaus in Stockholm, für Harrod`s in London und letztlich in ganz Europa. Die Kaufhäuser haben sich diese Darstellungen damals noch etwas kosten lassen und als Künstler konnte man aus dem Vollen schöpfen“, erzählt Fleschutz. Heute ist das längst nicht mehr so. Im Laufe der Zeit waren die Gelder nicht mehr so vorhanden und die Kaufhäuser wollten die jeweiligen Märchen oder Szenen aus Kindergeschichten nur noch ausleihen. Somit strukturierte er um, nahm die Ausstellungsstücke zurück, restaurierte sie. Bald hatte er eine schöne Sammlung von 10 bis 15 Geschichten beisammen, die er jedes Jahr an Stammkunden verliehen und für sie aufgebaut hat. Durch Corona hat sich für seine Arbeit etwas verändert.

Wo treffen der Osterhase, Peter Pan, Rapunzel und zahlreiche andere Märchenfiguren aufeinander? Im Atelier von Herbert Fleschutz in Breitenbrunn.
Bild: Sandra Baumberger

"Die Kommunen suchten nach coronakonformen Möglichkeiten für die Adventszeit“, so Fleschutz. Mindelheim habe zwar schon immer eine Märchenszene in einer Bude auf dem Weihnachtsmarkt gezeigt, dieses Jahr aber erhielt er den Auftrag im Innenhof der Schule der Englischen Fräulein ein Hüttendorf aufzubauen und auf seine Art eine Geschichte mit Wichteln und Trollen zu erzählen. Auch die Marktgemeinde Fischach fand die Idee eines Märchenwegs prima. Dort können die Spaziergänger erleben, wie der alte Petterson mit seinem Kater Findus Weihnachten feiert.

Aktionsgemeinschaft Neusäß unterstützt Kontakt

Ein ganz neuer Kontakt aber ist die Stadt Neusäß für ihn, die ihn mit Unterstützung der Aktionsgemeinschaft Neusäß engagiert hat, eine Auswahl von Grimms Märchen auf einer Art Rundweg darzustellen. Zehn Stationen mit den beliebtesten Geschichten hat Fleschutz in Schaufenstern und Weihnachtsbuden lebendig werden lassen und laden zu einem wahrlich märchenhaften Weihnachtsspaziergang durch Alt-Neusäß ein.

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