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Landkreis Augsburg

02.05.2017

Der Uronkel eines Musikgenies

Hans Georg Mozart baute die Kirche in Anhausen.
Bild: Marcus Merk

 Hans Georg Mozart hat im Augsburger Land deutliche Spuren hinterlassen und das schon lange vor Wolfgang Amade.

 

Landkreis Augsburg Auch postum bleibt es so: Wer Bedeutendes geleistet hat, dem schadet ein großer Namen eher, als er ihm nutzt. Denn sein Schicksal ist es häufig, im Schatten eines noch Berühmteren zu verschwinden, in Vergessenheit zu geraten. Wer mit Vornamen nicht Wolferl oder Amadeus sondern – wie der heutige Sohn unseres Landkreises – Hans Georg heißt, mag davon ein Lied singen.

Durchaus bedeutend

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Richtig – es geht um einen Mozart. Und dieser Hans Georg war nicht nur ein Uronkel des weltberühmten Musikgenies, sondern eben ein zu Lebzeiten erfolgreicher und im Nachhinein durchaus als bedeutend geltender Barock-Baumeister, dessen Werke im Augsburger Raum heute noch Zeugnis von seinen Fähigkeiten ablegen.

Hans Georg wurde am 20. April 1647 in Augsburg als Sohn des Maurermeisters David Mozart, der als Stammvater der Künstlerfamilie gilt, geboren. Dieser hatte als Geselle im Jahr 1643 das Bürgerrecht in Augsburg erworben.

Nach dem Tod seines Bruders Franz wurde Hans Georg der Vormund von dessen Sohn Johann Georg, dem Vater von Leopold und Großvater von Wolfgang Amadeus. Gestorben ist Hans Georg am 19. November 1719 in Augsburg.

Werkmeister des Domkapitels

Seine baumeisterliche Handschrift hat der Barockarchitekt als Werkmeister des Augsburger Domkapitels hinterlassen. Er errichtete das Stiftsgebäude neben dem Chorherrenstift St. Georg und auch den Turm der Pferseer Pfarrkirche St. Michael – wie unter anderem im Internet-Auftritt des Leopold-Mozart-Kuratoriums zu lesen ist.

Angefangen hat der Architekt Mozart wohl mit dem Bau eines Wohnhauses in Dillingen. Dort soll er auch den Turmaufsatz der Wallfahrtskirche „Unsere Liebe Frau im Moos“ gestaltet haben – hier drängt sich eine Assoziation auf, bedeutet doch der Name Mozart eigentlich Moos…

Tätig war Hans Georg Mozart auch in anderen Kirchen der Region: 1708 bis 1716 Chorumbau, Turmaufsatz und Langhausneubau in Anhausen St. Adelgundis sowie in St. Blasius in Hirblingen Chor- und Turmneubau.

Weltliche Gebäude stehen immer noch

Aber auch weltliche Gebäude entstammen den Plänen des Mozart-Baumeisters: der Hauptbau von Gut Mergentau und das Bräuhaus in Stadtbergen. Auch am Umbau des Schlosses Wellenburg soll er gearbeitet haben. Unklar ist, ob und in wie weit das Kissinger Schloss ihm zugeschrieben werden kann. Wer Spuren des Architekten Hans Georg Mozart sucht, sollte mal in Augsburg zum Haus Nr. 24 im Pfaffengäßchen gehen, hier lebte er und eine Tafel am Haus erinnert daran.

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