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Emersacker

05.10.2016

Die Brauerei wurde vor 50 Jahren geschlossen

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3 Bilder
Eine alte Aufnahme zeigt, wie die Brauerei früher aussah.
Bild: Konrad Friedrich

Nur noch wenig erinnert in Emersacker an die Brauerei. Statt Sudkesseln stehen hier nun Feuerwehrautos.

Fast nichts ist mehr übrig geblieben von der einstigen Brauerei im Schlossgebäude von Emersacker. Vor 50 Jahren, im Oktober 1966, wurde die Emersackerer Stiftungsbrauerei geschlossen. Die Storchenbrauerei Roth aus Pfaffenhausen übernahm sie, stellte in Emersacker aber kein Bier mehr her – sondern nur noch Limonade. Bis 1972 ging das so, dann hatte auch das ein Ende. Und die lange Tradition der Brauerei war in Emersacker vorbei.

Sie wurde 1858 gegründet und wechselte in ihrer gut 100-jährigen Geschichte mehrmals Besitzer und Namen. Zuletzt hieß sie „Stiftungsbrauerei Emersacker-Blumenthal“. Dort waren unter anderem zwei Braumeister, drei Bierbrauer und die Bierfahrer beschäftigt. Sie stellten verschiedene Biere wie Pils, Vollbier hell und dunkel, Märzen und Limonaden her. Der Bierausstoß war mit 6000 Hektoliter jährlich in der damaligen Zeit enorm. Brauereichef war Josef Neidlinger, er hatte die jungen Brauer Anton Schuster, Johann Jakob und Georg Huber unter sich. Bierfahrer waren Ludwig Wiedenmann, Stefan Skwara, Ferdinand Fischer und Alfred Bosch. Die letzte Auszubildende im Büro war Hildegard Kloss.

Im Umkreis von 60 Kilometern haben in den vergangenen Jahrzehnten insgesamt 60 Brauereien zugemacht.

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In Emersacker erinnert heute fast nichts mehr an die einstige Brauerei in der Ortsmitte. Die Gemeinde kaufte 1989 von den Fuggern das gesamte Areal, das unter Denkmalschutz steht.

Es wurde anschließend saniert. Nun sind dort im ehemaligen Schloss das Rathaus von Emersacker mit Sitzungssaal, Musikräume und die Volkshochschule eingezogen. Als die Sanierungsarbeiten begannen, befand sich noch das Inventar der Brauerei in den Gemäuern – unter anderem zwei große Sudkessel. Diese Kessel gingen nach einer aufwendigen „Bergungsaktion“ per Kran an das Brauerei-Museum in Hof. Ins Brauereigebäude mit Sudhaus wurde das neue Feuerwehrhaus gebaut. Im ehemaligen Eiskeller wurde ein Jugendraum geschaffen.

Im Jahr 2010 wurde dann mit der Sanierung des Saalgebäudes der ehemaligen Brauerei begonnen. Kosten: 1,8 Millionen Euro. Das Dachgeschoss dient heute als Gemeindesaal für kulturelle Veranstaltungen, außerdem sind in dem Gebäude zwei medizinische Praxen untergebracht. Von der Brauerei ist nur die einstige Gaststätte geblieben. Aus dem Bräustüble ist vor Jahren „Johnnys Kneipe“ geworden.

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