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Rotes Kreuz

12.11.2019

Die Retter sind immer öfter gefordert

Durchnittlich mehr als 14 Aktionen pro Tag verzeichnen die Sanitäter der Rettungswache Zusmarshausen, wie jetzt im Jahresbericht des Leiters im Marktgemeinderat deutlich wurde. „Ein echter Radfahrer hat immer ein Reparatur-Set am Mann.“

Die Zusmarshauser Wache verzeichnet inzwischen mehr als 5000 Einsätze im Jahr. Was diese Zunahme für das Personal bedeutet

Der Rettungsdienst des Roten Kreuzes im Landkreis-Westen muss immer öfter zu Einsätzen in seinem Bereich ausrücken. Darauf hat jetzt der Leiter der Rettungswache Zusmarshausen, Andreas Nußbaum, hingewiesen.

Bei der Vorstellung des Jahresberichts vor den Mitgliedern des Gemeinderats in Zusmarshausen berichtete der 43-Jährige von gestiegenen Anforderungen an Personal und Material.

Die Aktivitäten von Krankenwagen, Rettungstransportern sowie Notarztfahrzeugen beliefen sich im vergangenen Jahr auf mehr als 5000 Einsätze: „Das entspricht rund 14 Aktionen pro Tag“, betont der Wachleiter, der diese Funktion seit fünf Jahren ausübt. Die dabei gefahrenen Kilometer entsprachen dem sechsfachen Umfang der Erde, lobte ein „schwer beeindruckter“ Bürgermeister Bernhard Uhl die Bilanz der haupt- wie ehrenamtlichen Helfer des Dienstes.

Die Retter sind immer öfter gefordert

In Nußbaums Bericht waren allein über 1600 Einsätze der rund zwei Dutzend freiberuflichen Notärzte verzeichnet. Der Versorgungsbereich der Zusmarshauser Rettungswache erstreckt sich neben dem Ort auf das Gebiet zwischen Welden und Dinkelscherben. Die Vorgabe, nachdem man innerhalb von zwölf Minuten vor Ort sein solle, werde dabei mit durchschnittlich rund sieben Minuten meist sogar unterschritten. Zudem wurde fast hundert Mal auf der Autobahn geholfen.

Dabei müsse es sich nicht immer um sehr schwere Unfälle handeln, sagte Nußbaum. „Es kann auch mal sein, dass wir für den Notfall eines erkrankten Brummifahrers losziehen“, unterstrich Nußbaum, der auf den hohen Anteil Ehrenamtlicher bei den geleisteten Dienstschichten verwies. Rund 30 Rettungsexperten würden in dieser Hinsicht mithelfen, den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Eine unerwartet hitzige Debatte entwickelte sich an einem anderen Punkt. Die Idee des Regionalentwicklungsvereins „Real West“, eine im Ort postierte „Fahrrad-Reparatur-Station“ mit einem 50-prozentigen Zuschuss fördern zu wollen. Das System könnte - je nach Ausstattung - bis zu 2000 Euro kosten. Während Christian Weldishofer es noch bei der Frage beließ, „ob wir so etwas brauchen und es überhaupt Sinn macht“, zweifelte Ingrid Hafner-Eichner deutlich daran und forderte stattdessen vielmehr eine Ladestation. Die Rätin zog auch in Zweifel, ob ein Zweirad ausgerechnet an der Stelle kaputt gehen würde, die dafür ausgewählt wurde. Was Thomas Günther unterschreiben wollte, um dann hinzuzufügen: „Ein echter Radfahrer hat immer ein Reparatur-Set am Mann.“ Trotzdem konnten Harry Juraschek und Hubert Kraus dem Ansinnen etwas abgewinnen und plädierten in Zeiten der fortschreitenden Radl-Bewegung für solche Ideen. Dem heftigen Diskurs bereitete der Einwurf von Pedaltreter Johann Reitmayer ein jähes Ende: „Wir sind hier so viele, aber vor dem Rathaus stehen im Moment nur zwei Bikes.“ Zu einem Beschluss kam es nicht.

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